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(de) Oesterreich, Anarchistisches Sommercamp 14.7. - 23.7. 2006

Date Tue, 13 Jun 2006 18:58:00 +0200


ANARCHISTISCHES SOMMERCAMP

Von 14.7 - 23.7. 2006 in Ostösterreich

Was ist ein anarchistisches Camp ?

Urlaub ist ein Begriff, der aus der Trennung von Arbeit und Freizeit
resultiert. So gesehen ist ein anarchistisches Camp kein Urlaub: Das
Camp ist eine Gelegenheit uns zu treffen, uns kennen zu lernen, uns
zusammen- und auseinanderzusetzen und - ohne Druck - miteinander tätig
zu sein. Es gibt uns Raum zu versuchen, anarchistische Theorie und
Praxis zu verbinden und Herrschaftsfreiheit zu leben. Uns ist bewusst,
dass es sich dabei nur um "relative Herrschaftsfreiheit" handeln kann -
denn erstens tragen wir alle Herrschaftsmechanismen in unseren Köpfen
und Körpern mit uns herum und zweitens ist das anarchistische Camp eine
räumlich und zeitlich begrenzte Insel in einer von Herrschaft bestimmten
Gesellschaft.

Aber vielleicht gelingt es uns ja, einen Freiraum jenseits dieser
gesellschaftlichen Normalität mit all ihren alltäglichen
Widerwärtigkeiten zu schaffen, wo wir spüren können, wofür wir
eigentlich kämpfen und wo wir hin wollen.

Grundvoraussetzung dafür ist, dass Diskriminierungen und
Unterdrückungsmechanismen jeder Art auf dem Camp nicht geduldet werden
und sich dafür auch jede/r verantwortlich fühlt. Das heißt: aufmerksam
sein, sich einmischen, es thematisieren, wenn solche Verhaltensweisen
wahrgenommen werden - bei anderen oder bei sich selbst.
Herrschaftsfreiheit und Solidarität wirklich erlebt, gibt Liebe & Kraft
für unser alltägliches Engagement.


Was die Organisationsgruppe tut

Als Organisationsgruppe suchen wir den Platz, sorgen für die
grenzüberschreitende Information und bemühen uns im Vorfeld, benötigte
Ressourcen und Infrastruktur aufzustellen. Mit Beginn des Camps lösen
wir uns dann als Organisationsgruppe auf: Ab diesem Zeitpunkt ist es
Sache aller Anwesenden gemeinsam zu entscheiden, was wann wo wie gemacht
wird, es zu organisieren, einzukaufen, zu kochen und aufzuräumen.

Einige Punkte haben wir allerdings nach Diskussionen in der
Organisationsgruppe (zum Teil auch aufgrund der Erfahrungen aus anderen
Camps) schon im Vorfeld entschieden:

* Es wird ein eigenes Zelt ausschließlich für Frauen und Transgender
zur Verfügung stehen - als Treffpunkt, Freiraum... wie auch immer es
genutzt wird.

* Wir möchten Eltern Lust darauf machen, mit ihren Kindern zu kommen.
Auf dem Gelände gibt es viel Platz und Möglichkeiten sich auszutoben und
es wird auch ein Kinderzelt aufgestellt. Was dort gemacht werden kann
und gemacht wird ist Sache aller, die dort etwas tun wollen und tun.
Nehmt Spielzeug mit! Oder Seile für eine Schaukel am Baum oder, oder,
oder... Dabei ist es nicht nur Aufgabe der Eltern, sich um ihre Kinder
zu kümmern - wir sollten alle versuchen, auf Kinder und ihre Bedürfnisse
Rücksicht zu nehmen.

* Lasst eure Hunde zu Hause!

Einerseits ist eine größere Anzahl von Hunden mühsam, andererseits
wollen wir Menschen mit Kindern die Teilnahme erleichtern. Außerdem ist
das Gelände nicht umzäunt und geht direkt in den Wald über, in dem es
Wild und Jäger gibt...


Was es gibt und was es kann

Das Gelände erstreckt sich über mehrere Wiesen, es gibt Bäume, Büsche,
einen kleinen Bach und einen Feuerplatz. Neben genügend Platz zum Zelten
bietet das Camp die unterschiedlichste Infrastruktur. Es stehen trockene
Räume, eine Küche und bei Bedarf Betten zur Verfügung. Für ausreichende
sanitäre Einrichtungen ist ebenfalls gesorgt. In der näheren Umgebung
gibt es die Möglichkeit zu baden.

Gekocht wird so, dass alle etwas essen können (VeganerInnen?, Rücksicht
auf Allergien oder stillende Mütter).

Darüber hinaus versuchen wir, Computerinfrastruktur zu organisieren
(z.B. für eine Campzeitung / Workshops / Internet).

Was während des Camps inhaltlich passiert, hängt davon ab, was die
Leute, die hinkommen, dort machen wollen oder was sich vor Ort spontan
entwickelt. Erwartet kein ôfertiges Programmö an Vorträgen oder
Workshops, vielmehr geht es darum, sich einzubringen, Workshops und
Diskussionen anzuregen. Die A-Camps der letzten Jahre haben gezeigt,
dass sich so vor Ort vielfältigste Programmpunkte entwickeln können.

Die Bandbreite der Themen und Möglichkeiten soll sich dabei nicht nur
auf den ôklassischen Anarchismusö beschränken. Gemeinsam wollen wir aus
einem herrschaftskritischen Blickwinkel unterschiedlichste
Themenbereiche diskutieren: Von (anarchistischen) Utopien und Theorien
über Geschlechterverhältnisse oder die Kritik an der "romantischen
Zweierbeziehung" bis hin zu Aktionsformen und praktischen Erfahrungen
der politischen Arbeit oder alternativen Formen des Zusammenlebens. Das
Camp bietet Raum für eine vielschichtige Gestaltung: gefüllt mit Theorie
und Praxis - mit Workshops, Spielen, Musik, Vorträgen und Diskussionen,
Kochen, Filmen, Tanz usw..


Was es werden kann

Das anarchistische Camp 2006 in Österreich soll dazu beitragen, die
"Grenzen in unseren Köpfen" abzubauen. Während sich Kapitalismus und
staatliche Institutionen längst international vernetzen und die
Repression nationalstaatliche Grenzen überschreitet (etwa durch das
Schengener Abkommen oder die "europäische Flüchtlingsabwehr"), bleiben
deutschsprachige AnarchistInnen? bei ihren Veranstaltungen oftmals unter
sich. Wir versuchen mit diesem Camp, die Vernetzung zu unseren Freunden
und Freundinnen in (Ost)Europa voranzutreiben und haben diesen Aufruf
deshalb in die verschiedensten Sprachen übersetzt. Unser Ziel ist ein
buntes Camp, das (Sprach)Grenzen überwindet und zu einem Austausch
verschiedenster Gruppen und Menschen beiträgt!

Gemeinsam ein Camp zu gestalten bedeutet nicht, kritiklos im
"Gemeinschaftsgefühl der Szene" aufzugehen (schließlich sind ja wir die
Guten!). Es ist wichtig, Widersprüche aufzuzeigen und Kritik
einzubringen, damit wir von einander lernen und unser Verhalten
hinterfragen können. Und es ist in Ordnung, sich zu streiten! Dabei
sollte der Umgang untereinander bei einem anarchistischen Camp jedoch
von Solidarität und Respekt geprägt sein, was die Akzeptanz
unterschiedlicher Ansätze und Herangehensweisen
miteinschließt.


Mit Liebe & Kraft

die Organisationsgruppe für das A-Camp 2006 in Österreich

Mehr Infos unter http://www.a-camp.info/


*********************************************
Anarkiisma somera tendaro Austrio
Anarchistisches Sommercamp in Österreich
14.07. - 23.07.2006
www.a-camp.info
e-mail: info AT a-camp.info
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