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(de) Berlin, Veranstaltung am 16.02.06 ueber THEODOR PLIVIER - STALINGRAD

Date Tue, 24 Jan 2006 23:39:33 +0100


Do. 16. Februar 2006:
20:00 Uhr, A-Laden, Rathenower Str. 22, 10559 Berlin-Mitte (Moabit)
(U-Bahn Birkenstr. / S&U-Bahn Westhafen, jeweils 7 Min Fußweg)

THEODOR PLIVIER - STALINGRAD
Der anarchistische Schriftsteller, ehemalige revolutionäre Matrose und
"Revolutionsheilige" Theodor Plivier schrieb im russischen Exil ab 1942 an
der Roman-Trilogie Moskau-Stalingrad-Berlin. Den Auftrag hierfür zu
erhalten, war für ihn auch überlebensnotwendig.
Der zweite Band dieser Triologie, "Stalingrad", wurde neben seinem stark
autobiographisch gefärbten Roman über die Reichskriegsmarine im WK I "Der
Kaiser ging - die Generäle blieben" sein berühmtester Roman.

In STALINGRAD beschreibt Plivier die Vernichtung der 6. Armee in allen
ihren Facetten. Dabei gelingt es ihm ausgezeichnet den strategischen,
politischen und moralischen Bankrott des Nationalsozialismus zu schildern.
Es ist eine Abrechnung mit dem imperal-mörderischen, antisemitischen Nazi-
Terror sowie dem damit verbundenen Nationalismus und Militarismus. Plivier
hat diesen Roman nach authentischen Dokumenten verfaßt, z.B. vielen
Briefen, Notizen, Tagebüchern die die Rote Armee bei der geschlagenen 6.
Armee fand, sowie ZeugInnenberichten von Beteiligten.

Nach diesem 2. Roman "Stalingrad" gelang es Plivier endlich vor den
StalinistInnen, die so viele seiner FreundInnen ermordet hatten, in den
Westen zu entfliehen und dort den 3. Band "Berlin" fertigzustellen, bei
dem die Rote Armee nicht eben gut weg kommt, denn Plivier beschönigt im
Gegensatz zu vielen anderen linken AutorInnen nichts. Auch bei diesem
letzten Trilogieband bediente sich Plivier dokumentarischer Mittel, indem
er sich von ZeugInnen die Erlebnisse, z.B. die der vergewaltigten Frauen,
erzählen ließ.

Die Trilogie ist vielleicht das gewaltigste Epos, welches über den Krieg
im Osten geschrieben wurde und weder die Partei der Nazis noch die der
Alliierten ergreift. Die StalinistInnen wollten ihn dafür ermorden und
waren hinter ihm her. Plivier starb nicht lange nach seiner Flucht aus der
Ostzone, irgendwo bei seinem Haus in Westdeutschland im Freien sitzend,
anscheinend an einem Herzinfarkt. Seine kleine Tochter fand ihn leblos.

Am 16.2.2006 im A-Laden steht STALINGRAD im Mittelpunkt.
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