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(de) Fauchthundrundmail: 20.12.06
Date
Sun, 24 Dec 2006 00:02:21 +0200
1.Bildungssyndikat der FAU Osnabrück 19.12.06, Die Kunst zur Courage
2.Aktuelle News von Oaxaca - Soliaktion in Luzern
1.von Bildungssyndikat der FAU Osnabrück 19.12.06 Die Kunst zur
Courage
Syndikate - 19.12.06 von Bildungssyndikat der FAU Osnabrück Rote Karte
für Minister Stratmann
Kein guter Abend für Lutz Stratmann: Am Freitag, 15.12.2006, wollte der
niedersächsische Wissenschaftsminister eine Eröffnungsrede auf einer
Veranstaltung des Fachbereichs Kunst der Universität Osnabrück halten.
Über 100 Studierende fanden sich deshalb vor dem Kunstgebäude ein, um
die Veranstaltung vor dem ungebetenen Provokateur zu schützen.
Hierzu hatte im Vorfeld das Bildungssyndikat der FAU Osnabrück aufgerufen.
Und tatsächlich wollte es Stratmann trotz polizeilicher Hilfe nicht
gelingen, die geschlossenen Ketten der Protestierenden zu durchbrechen,
um das Gebäude betreten zu können. Auf sein Angebot einer späteren
Diskussion wurde von den Studierenden keinerlei Wert gelegt. Zu gut war
ihnen seine Aussage: ?500 ? sind nicht genug!? noch in Erinnerung. Nach
etwa einer halben Stunde gab der sichtlich entmutigte Minister auf und
folgte der freundlichen Empfehlung: ?Hau ab!?.
Dies war der gebührende Abschluss einer erfolgreichen und widerständigen
Woche. Bereits am Mittwoch (13.12.) kam es nach einer mit 600
StudentInnen sehr gut besuchten Info-Vollversammlung über den geplanten
Studiengebührenboykott zu einer spontanen Demonstration mit ca. 500
TeilnehmerInnen. Dank der Hilflosigkeit von Team Grün (bzw.
Blau) gelang ein lautstarker Demozug mit mehreren Blockaden.
Der in Osnabrück bereits totgeglaubte Widerstand lebt wieder auf und
macht Mut für die heiße Phase des Studiengebührenboykotts ? in
Osnabrück, Niedersachsen und bundesweit!
2.Aktuelle News von Oaxaca - Soliaktion in Luzern
Solidarität mit Oaxaca 6.Januar 2007 in Luzern
Demonstration 14:00 Uhr Theaterplatz (Demonstration wurde bewilligt.)
Solikonzert 20:00 Uhr Sedel
Topchopf Alternativ. Hip-Hop (CH)
DirectRaption feat.willhelm and the motherfucking antigestzler
Ragga,HipHop (CH) Lea-Won, Wilson Wicked & DJ Shogun polit. Hip-Hop
(Muenchen/D)
News aus Oaxaca
Die Bundespolizei PFP zog sich nach sechswöchiger Besetzung von Oaxaca
Stadt Mitte Dezember aus dem Stadtzentrum zurück, bleibt aber für einen
Einsatz bereit. Calderón scheint entschlossen zu sein den Gouverneur
Ruiz weiter zu stützen. Mit Zuckerbrot und Peitsche soll die APPO weiter
geschwächt werden. Die APPO ihrerseits versucht, nach der militärischen
Besetzung der Hauptstadt im November und in einem andauernden Klima des
Terrors wieder Tritt zu fassen...
---
22. Dezember: Internationaler Aktionstag zu Oaxaca, Demos in Berlin,
Bremen, Köln, Wupperthal, Wien und zahlreichen weiteren Städten und Ländern
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18. Dezember: APPO-Sprecher von Todesschwadron enführt und gefoltert!
Florentino López Martínez, der Sprecher der APPO, wurde zusammen mit
zwei weiteren Mitgliedern der Volksbewegung von der Strasse weg von
schwer bewaffneten Männern der Lokalpolizei in Zivil entführt. Die
Männer posaunten gegenüber ihren Geiseln stolz heraus, sie seien Teil
einer "escuadron de muerte", einer Todesschwadron zur Beseitigung von
AktivistInnen.
Nach zwei Stunden, während derer die drei ununterbrochen geschlagen und
bedroht wurden, setzten Agenten der PFP die Aktivisten wieder auf freien
Fuss. Solche "secuestros express", Expressentführungen, sind
normalerweise eine beliebte Methode der Verbrecherbanden...
18. Dezember. CNDH konstatiert andauernden Konflikt
Die Nationale Menschenrechtskommission CNDH, eine bundesstaatliche
Stelle mit relativer Unabhängigkeit, veröffentlichte einen Vorabbericht
zu Oaxaca. Sie bilanziert den Konflikt folgendermassen:
"Wir haben 349 verhaftete Personen registriert sowie 370 Verwundete und
20 Verstorbene, von denen 11 in Situationen ihr Leben verloren, die
direkt mit den Ereignissen zusammenhängen." (...) "Die PFP und die
weiteren Kräfte, welche zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung
intervenierten, machten von wiederholt und exzessiv von Gewalt Gebrauch.
Als Folge davon wurde das institutionelle, soziale und kulturelle Gefüge
im Bundesstaat beschädigt." Der Bericht, der auf hunderten von
Interviews, Berichten und Klageschriften beruht, schliesst mit den
Worten: "Im Bundesstaat Oaxaca und insbesondere in Oaxaca Stadt geht die
Konfliktsituation weiter, sodass die Bedingungen für die Einhaltung und
Beobachtung der fundamentalen Rechte gegeben ist."
Den klaren Worten der CNDH folgen jedoch keine Empfehlungen an die
Zentralregierung, was die UNO gleichentags kritisierte. Andere
unabhängige Menschenrechtsorganisationen fügten hinzu, wichtige
Ereignisse fehlten im Bericht der CNDH, beispielsweise die Berichte zur
Folter und Entwürdigung von Gefangenen.
17. Dezember: 43 Häftlinge kommen frei. Frauendemo
Am Sonntag wurden 43 Gefangene der Bewegung um die APPO nach vier Wochen
Haft im Sicherheitsgefängnis von Nayarit freigelassen. Die Fianza, eine
Art Kaution, aber ohne reelle Chance auf Rückerstattung, wurde von der
Regierung Ruiz (aus Steuergeldern) bezahlt. Die Freigelassenen wurden
von ihren Angehörigen empfangen. Eine geplante Kundgebung wurde
kurzfristig wieder abgesagt. Gross ist der Kummer über die weiteren gut
100 GenossInnen, die in Haft verbleiben. Für die Freilassung aller
Gefangenen und die Aufklärung der Schicksale der Verschwundenen hat die
Frauenkoordination von Oaxaca zu einer Demo aufgerufen, an der mehrere
Hundert Frauen teilnahmen. Auch die Studierenden der Universität UBAJO
wagten sich erstmals wieder auf die Strasse und forderten die
Freilassung aller Gefangener. Ihr Rektor gab bekannt, er wisse, dass er
weit oben auf der schwarzen Liste der Regierung Ulises Ruiz sei.
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