A - I n f o s
a multi-lingual news service by, for, and about anarchists
**
News in all languages
Last 40 posts (Homepage)
Last two
weeks' posts
The last 100 posts, according
to language
Castellano_
Deutsch_
Nederlands_
English_
Français_
Italiano_
Polski_
Português_
Russkyi_
Suomi_
Svenska_
Türkçe_
The.Supplement
First few lines of all posts of last 24 hours ||
of past 30 days |
of 2002 |
of 2003 |
of 2004 |
of 2005 | of 2006
Syndication Of A-Infos - including
RDF | How to Syndicate A-Infos
Subscribe to the a-infos newsgroups
{Info on A-Infos}
(de) Antifaschistische Demonstration und Naziaufmarsch in Lubben
Date
Mon, 11 Dec 2006 11:38:13 +0200
Was heute in Lübben los war, hat diese Stadt so noch nicht gesehen.
Aufgrund eines dort angemeldeten Naziaufmarsches gab es eine Gegendemo
von der „Autonomen Antifa Lübben“. An dieser linksradikalen,
antifaschistischen Demonstration nahmen ca. 60 Leute teil.
Neben der Antifa-Demo gab es ab 8.00 Uhr eine Mahnwache gegen Nazis am
Bahnhof mit ca. 80 Leuten und später ab 11.00 Uhr eine bürgerliche
Kundgebung mit dem Motto „Lübben lehnt Extremismus ab“ auf dem
Marktplatz mit ca. 350 Leuten.
Die Nazis, welche unter dem Motto „Menschenrecht bricht Staatsrecht“
aufmarschierten, waren, nach unserer Schätzung, ca.100. Von den Nazis
aus Lübben aber wurden gerade mal ca.10-20 erkannt.
Die Antifa-Demo, sowie die Nazidemo hatten als Auftaktort den
Bahnhofsplatz, welcher von der Polizei fein säuberlich in links und
rechts und mitte getrennt wurde. Ab 9.30 Uhr sammelten sich dann auch
die Leute. Da wir direkt zwischen dem Platz, wo die Nazis sich sammelten
und dem Bahnhofsparkplatz standen, konnten wir diejenigen Nazis direkt
begrüßen, welche mit dem Auto anreisten.
Gegen elf Uhr gingen wir dann mit Sprechchören und Musik Richtung
Lübbener Neustadt, die Homezone der Nazis, los. Auf dem Weg lagen
überall Schnipsel mit dem faschistischen Demo-Motto. Wie erwartet
standen in Lübben an fast jeder Ecke die einheimischen Nazis rum, die
nicht beim Aufmarsch waren.
Auf der Hälfte der Strecke die durch die Neustadt führte, fand eine
Zwischenkundgebung mit Redebeiträgen statt. Hier wurden auch die sich in
der Nähe befindenden Nazis erst abfotografiert und dann aufgefordert
sich zu verpissen…
In der Zeit bewegte sich auch der Naziaufmarsch durch die Stadt. Die
Nazis liefen die selbe Demo-Strecke wie wir, außer einem Abstecher durch
die Altstadt, entgegengesetzt. Aber dafür, dass die Demos sich nicht
begegneten, sorgten die in fünf Hundertschaften vor Ort gewesenen
Polizisten. Die Rechte Route führte sie an der Bürgerkundgebung vorbei
und dort konnten sie sich sogar frei bewegen.
Es waren irgendwann mehr Nazis auf dieser Kundgebung am Marktplatz als
Bürger.
Der „rbb“ schreibt fälschlicher Weise: „Neben einer Gegenveranstaltung
auf dem Marktplatz gab es nach Veranstalterangaben eine Mahnwache sowie
einen Demonstrationszug durch die Stadt. Organisiert wurden die
Veranstaltungen von Bürgermeister Lothar Bretterbauer (CDU) sowie
Landtagsabgeordneten und Kirchenvertretern.“ Die Verallgemeinerung der
„Veranstaltungen“ ist völliger Blödsinn. Die Gegenkundgebung der Bürger
war gegen „jeden „Extremismus – egal ob links oder rechts“ und das die
Nazis auf dem Marktplatz anscheinend geduldet wurden, weist nur ein
weiteres Mal darauf hin, dass die Stadtoberen mehr Angst vor
„linksextremen Steinewerfern“ hat, als sich des Naziproblems in der
Stadt bewusst zu werden. Weiterhin hat die Antifa ihre Demo selbst
organisiert und nicht etwa in Absprache mit dem Bürgermeister.
Entgegen der Hoffnungen der Stadtoberen haben uns einige Leute
zugejubelt und ein paar schlossen sich auch der Demo an.
Wir hatten im Vorfeld versucht, dass „Forum gegen Gewalt, Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit“ anzusprechen. Dieses Forum hatte aber eher Angst
vor uns und wollte nicht mit uns gemeinsam die Protestform absprechen
und hielten als Reaktion darauf eine Mahnwache ab. Es gab aber auch auf
der Mahnwache einige linksradikale Antifaschist_Innen, die ein
Transparent hielten mit der
Aufschrift: „Extrem gegen Faschismus, Extrem gegen Verbrechen, Extrem
Vernünftig, Extrem links“. Auf der Mahmwache waren auch Leute der DKP
und das bürgerlich-antifaschistische Halbe-Bündniss unterstützte diese
Mahnwache, wollte aber aufgrund der Hetze gegen Antifaschist_Innen nicht
unter den Aufrufer stehen wie uns die brandenburger MdL Karin Weber von
der Linkspartei.PDS. Nach ihrer Mahnwache gingen die Leute auf den
Marktplatz.
Dieser Tag hat gezeigt, dass von den Stadtoberen, den Kirchen und
Landtagsabgeordneten nicht viel zu erwarten ist. Jahrelang haben sie die
Nazis ignoriert und toleriert. Es wird ein „Extremismusproblem“
konstruiert, dass es in Lübben so nicht gibt. Aber ihr
„Extremismusproblem“ sind die Nazis und nicht etwa linksradikale
Antifaschist_Innen. Dies wurde bestätigt, als nach den Demos
Antifaschist_Innen gejagt wurden. Es ist davon auszugehen, dass es
nunmehr, nach dem Outing von David Schmidt, welcher heute bei der Jagd
vorn dabei war, zu vermehrten Übergriffen in Lübben kommt.
Die Sicherheit der Menschen in Lübben ist einzig durch die Faschos der
Stadt gefährdet!
Es gab aber trotz allen „friedlichen Protestes“ von Seiten des Staates
Repressionen gegen Antifaschist_Innen. So beschwerten sich einige über
die zügellosen Gewaltausbrüche der Polizei am Rande des Nazi-Aufmarsches
und beklagten sich über Prellungen.
Fünf Minuten nachdem die Nazis losgegangen sind, wurden
Antifaschist_Innen die den Nazi-Aufmarsch begleiteten brutalst
niedergeknüpelt und einer von ihnen in Gewahrsam genommen und nach
Königs Wusterhausen verbracht! Die Person ist wieder frei.
Eine andere Anzeige bekam eine Person wegen einem Küchenmesser das sie
versehentlich vergaß aus dem Rucksack zu packen.
_______________________________________________
A-infos-de mailing list
A-infos-de@ainfos.ca
http://ainfos.ca/cgi-bin/mailman/listinfo/a-infos-de
http://ainfos.ca/de
A-Infos Information Center