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(de) Schweiz, Rebellion Nr. 32: Die libertäre Antifa stärken! (fr)

From infoladen.biel <infoladen.biel@freesurf.ch>
Date Fri, 18 Mar 2005 13:13:41 +0100 (CET)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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Rebellion Nr. 32 ist erschienen:
Die libertäre Antifa stärken!
Neonazis sind in Kleinstädten und Agglomerationen auf dem Vormarsch. Die
PNOS (Partei National-Orientierter Schweizer) versucht sich mit einer
vorgeschobene Absage an Gewalt, einem ‘moderaten’ Programm und der
Teilnahme an Wahlen (Einzug eines Vertreters ins Langenthaler
Stadtparlament) salonfähig zu machen. Die Überfälle gegen AusländerInnen
und Jugendliche mit ‘unpassendem’ Look gehen weiter, sowie die Angriffe
auf AsylbewerberInnen-Zentren und alternative Lokale (mit
PNOS-Mitglieder unter den Tätern!). Die Sondermassnahmen im Asylbereich
werden ständig verschärft und nehmen immer mehr unmenschliche Züge an,
unter anderem gegen die vom ‘Nicht-Eintretens-Entscheid’ (NEE)
betroffenen Asylsuchenden. Der Kanton Solothurn stellt sie auf die
Strasse, der Kanton Bern verbannt sie in abgelegene Bergtäler, anderswo
werden sie schlicht in Ausschaffungshaft genommen. Mit dem Vormarsch der
SVP und der Fremdenfeindlichkeit fühlen sich die Neonazis von einem Teil
der Öffentlichkeit bestätigt und gedeihen entsprechend.
Es ist nötiger und dringender denn je, in kleinen Städten und Dörfern
dezentralisierte Antifa-Gruppen zu bilden, um die Machenschaften der
Neonazis anzuprangern und ihnen nötigenfalls auch physisch
entgegentreten zu können. Genauso gilt es, auf das gefährliche
gesellschaftliche Klima, das den Nazis den Boden verleiht, einzuwirken.
Dies geschieht in der antirassistischen Arbeit, in der Unterstützung von
MigrantInnen und Sans-Papiers, in Besetzungen für Freiräume, in Arbeits-
und Umwelt-Kämpfen, in der Verteidigung der demokratischen Grundrechte
(Meinungs-, Versammlungs- und Organisationsfreiheit), der
internationalen Solidarität, der Organisierung von Jugendlichen, Frauen,
und Arbeitslosen. Überall, wo sich eine Dynamik der Infragestellung der
herrschenden Verhältnissen und der neoliberalen Politik entwickelt,
überall wo Gemeinschaft entsteht, werden die allgemeine
Fremdenfeindlichkeit und das rechte Gedankengut, das die Neonazis
begünstigt, zum Rückzug gezwungen. Es gilt zu verhindern, dass wir eines
Tages mit Verhältnissen wie in Deutschland konfrontiert sind.
Diese politische Organisierungsarbeit an der Basis haben die libertären
Antifas im Kanton Bern und zunehmend in dem Rest der Schweiz angepackt.
Diese Arbeit gilt es zu vertiefen und auszuweiten, und unsere
Koordination und Vernetzung voranzutreiben.
Dieses ganzheitliche politische Konzept ist immer wieder umstritten.
Einige AktivistInnen sprechen sich für eine ‘reine’ Antifa-Arbeit aus
und wollen auf das Eingreifen im Umfeld und in globale Bedingungen
verzichten. Es sind oft die gleichen Leute, die uns vorwerfen, uns unter
Libertären statt unter ‘RevolutionärInnen’ (mit den autoritären
KommunistInnen) organisieren zu wollen.

Warum libertäre AntiFa?
Die ParteikommunistInnen* sind in autoritären Strukturen eingebettet.
Die AktivistInnen müssen die Parteilinie vertreten oder einen Ausschluss
riskieren. Diese politische Parteilinie wird auf biegen und brechen
durchgesetzt, auch wenn es dazu führt, dass dabei Leute
instrumentalisiert werden. Die erste Priorität der ParteikommunistInnen
ist nie die Bewegung, sondern der Aufbau der eigenen Organisation. Wenn
sie aus einer Bewegung einige AktivistInnen rekrutieren können, ist es
für sie ein Erfolg, auch wenn die Bewegung darunter leidet. Ihr
Gesellschaftsprojekt ist ein Machtergreifungs-Projekt: Es geht Ihnen um
die ‘Diktatur des Proletariats’, die in der Praxis immer zu einer
Diktatur der Partei führt! Im Verlauf der Geschichte hat ihr politisches
Modell von ihnen nicht kontrollierte Kräfte mundtot gemacht, oft auch
durch physische Ausschaltung. In Kuba zum Beispiel sind
AnarchosyndikalistInnen als KonterrevolutionärInnen behandelt worden,
weil sie einen Streik organisiert hatten.
Die Libertären ihrerseits arbeiten an einem gesellschaftlichen Wandel an
der Basis, von unten, mit den Leuten, durch die Leute. Wir sehen uns
nicht als eine Avantgarde, die legitimiert ist, anderen Lektionen zu
erteilen. Wie alle anderen auch, formulieren wir Vorschläge für die
Bewegungen. Unsere Strukturen sind basisdemokratisch. Es geht uns darum,
alle TeilnehmerInnen in den Entscheidungsprozessen einzubinden. Für uns
ist die Selbstverwaltung der Kämpfe die Bedingung der zukünftigen
Selbstverwaltung der Gesellschaft. Wie auch die ZapatistInnen sind wir
an einer Machtergreifung nicht interessiert. Wir sind davon überzeugt,
dass Freiheit und Befreiung nicht von oben durchgesetzt werden können,
sondern von unten erkämpft und aufgebaut werden muss. Unser politisches
Projekt, unsere Vorgehensweise, unsere Organisation haben mit denen der
autoritären Linken (ob sie sich als ‘RevolutionärInnen’ bezeichnen oder
nicht) nichts gemeinsam.
Wer begriffen hat und nicht handelt, hat nicht begriffen.

* Wir beziehen uns auf die gesamte ArbeiterInnenbewegung und sind daher
nicht grundsätzlich anti-kommunistisch eingestellt. Es gibt durchaus
marxistische antiautoritäre AktivistInnen, wie Rätekommunist-Innen,
libertäre MarxistInnen usw., die eine Politik vertreten, hinter die wir
uns stellen können.

www.rebellion.ch

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http://www.ainfos.ca/05/mar/ainfos00199.html
(fr) Rebellion no. 32 vient de paraître: Renforcer l’antifa libertaire!
"infoladen.biel" <infoladen.biel@freesurf.ch>
Fri Mar 11 22:14:38 GMT 2005

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