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(de) Schweiz, Rebellion Nr. 32

From infoladen.biel <infoladen.biel@freesurf.ch>
Date Thu, 17 Mar 2005 15:00:27 +0100 (CET)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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Rebellion Nr. 32 ist erschienen:
Frauenkampftag
Der 8. März als Frauenkampftag ist nach Streiks der Textilarbeiterinnen
in den USA für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen entstanden.
Einigen Überlieferungen zufolge erinnert der 8. März an 129 Frauen, die
1908 während einem Streik in der Textilfabrik Cotton in New-York von der
Fabrikleitung in der Fabrik eingeschlossen wurden und bei einem Brand zu
dieser Zeit in der Fabrik in den Flammen umkamen. 1909 haben die
Nordamerikanischen Sozialistinnen auf nationaler Ebene einen
Frauenkampftag durchgeführt. 1911 hat dann der erste internationale
Frauentag in Dänemark, Deutschland, Österreich, in der Schweiz und in
den USA stattgefunden. Die Forderung und Ausweitung der Frauenrechte
gelangte in die hintersten und reaktionärsten Provinzen. Auch hier in
der Schweiz haben alljährlich grosse, landesweite Demonstrationen
stattgefunden. Was ist heute aus diesem Kampftag geworden?
Der 8. März ist zu einem Frauen-Gedenktag an frühere Zeiten verkommen.
Es gibt Veranstaltungen zu Frauenthemen oder Partys unter Frauen, aber
von Kampf ist nicht mehr viel zu spüren. Die Hoffnungen auf eine
Widerbelebung der Frauenbewegung, die nach dem Frauenstreiktag am 14.
Juni 1994 geweckt wurden, sind längst wieder eingeschlafen.
Dabei ist der Frauenkampf nötiger denn je. Nur weil heute auch der
letzte Kanton im Land das Frauenstimmrecht gewährt, hat sich Lage für
die Frauen in dieser Männer-dominierten Gesellschaft nicht verändert.
Gerade heute, wo die Wirtschaft die Politik diktiert und soziale
Einrichtungen abgebaut werden, sind Frauen ungleich härter von dessen
Folgen betroffen: Frauen sind in der Arbeitswelt diskriminiert,
verdienen weniger als die männlichen Kollegen und leisten immer noch den
aller grössten Teil an Gratisarbeit (Haushalt, Kinder, Pflege usw.)
Der Neoliberalismus und die wachsende Offensive der konservativen Kräfte
haben das Erreichte der Frauenbewegung weit zurückgeworfen. Die
konservativen Moralvorstellungen sind auf dem Vormarsch, während Jahren
erkämpfte Errungenschaften werden wieder in Frage gestellt, im
Arbeitsbereich werden Frauen als letzte angestellt und als erste
entlassen, was konsequenterweise heisst: zurück an den Herd.
Gleichzeitig werden in ganzen Branchen, die fast ausschliesslich Frauen
beschäftigen, Löhne und Arbeitsbedingungen nach unten gedrückt.
Frauen sind der Diskriminierung in der heutigen Gesellschaft doppelt
ausgesetzt: Sowohl als Arbeiterin wie auch als Frau. Die Tatsache, dass
sich einige Frauen in Machpositionen (auf Chef- oder
PolitikerInnenposten) befinden, ändert an der Situation der Frauen
überhaupt nichts, im Gegenteil, diese Tatsache wird gern las Alibi für
sogenannte "Gleichstellung" verwendet, welche gar nicht existiert.
Der Frauenkampf muss wieder aktiviert und vorangetrieben werden.
Gesellschaftliche Gleichberechtigung ist ohne Gleichberechtigung
zwischen Mann und Frau nicht möglich. Eine befreite Gesellschaft wird
erst realistisch mit der Frauenbefreiung. So gesehen müsste die
Frauenbefreiung auch ganz im eigenen Interesse der Männer sein.
Frauenkampf beschränkt sich natürlich nicht auf den 8. März und den 14.
Juni, er findet immer und überall statt, im täglichen Leben, in den
politischen Organisationen, in selbstverwalteten Projekten. Es gibt im
politischen Leben keinen Entscheid zwischen Frauen-Themen und anderen
politischen Themen, Frauenbefreiung muss in jedes andere politische
Thema einfliessen, nur so wird eine wirkliche gesellschaftliche
Veränderung möglich.
Frauenkampf ist ein Kampf für die Befreiung Aller! Kein Mensch kann frei
sein, solange irgendwo Unterdrückung besteht.

www.rebellion.ch

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