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(de) Illegale Räumung einer Besetzung in Paris (fr)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Fri, 11 Mar 2005 12:06:11 +0100 (CET)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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Mitteilung vom 17. Februar 2005
Die Linke fängt Feuer: Die Stadtspitze liquidiert einen Squat und die
Solidarität mit Knüppelschlägen
Illegale Räumung eines besetzten Hauses im 12. Arrondissement in Paris

Seit Freitag, 11. Februar, hatte sich eine Gruppe von StudentInnen,
Prekären und Obdachlosen in der Cité de Bergue 1 in einem ungenutzten
Gebäude niedergelassen, um dort eine Wohnung einzurichten und eine
Plattform für offene politische Arbeit im Viertel zu schaffen. Das
Bürgermeisteramt des 12. Arrondissements hatte diese Siedlung leerstehen
lassen, weil sie die Wohnungen abreißen will, um eine Allee zu
verbreitern. Dieses Amt droht übrigens auch, in den kommenden Wochen das
"Obdachlosenkomitee" zu räumen, dem sie Räumlichkeiten in derselben
Siedlung zugewiesen hatte. VertreterInnen der Pariser Stadtverwaltung,
Wachleute und Polizisten sind heute vor Ort gewesen und haben die
Besetzung festgestellt. Jetzt hätte eine Räumungsklage vor dem Tribunal
de Grande Instance folgen müssen, und eventuell eine Frist für die
BesetzerInnen. Aber offensichtlich haben sich die öffentlichen Mächte
für eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Besetzungen entschieden. Die
einzige Antwort der Stadtspitze auf Wohnungsnot und
Immobilienspekulation war die Vervielfachung illegaler Räumungen in den
letzten Monaten, und das mitten im tiefsten Winter.

Obwohl sich mehrere Dutzend Personen vor Ort zur Unterstützung
versammelt hatten, griff die Polizei gegen 19 Uhr in großer Zahl an.
Nachdem sie die Versammlung gewaltsam aufgelöst hatten, rammten sie die
Türe ein und holten die BesetzerInnen vor zahlreichen schockierten
PassantInnen heraus, von denen manche ihre Wut offen herausschrien. Es
gab verschiedene Rempeleien und Knüppeleinsätze von seiten der
Polizisten.

Der Gefangenentransporter, in dem die BesetzerInnen festgehalten wurden,
wurde bei seiner Abfahrt blockiert, Gerüstteile, die dazu dienen mußten,
das Haus zuzumauern, wurden auf die Straße geworfen, Steine wurden auf
die Polizei geschleudert. Es folgte eine Spontandemo mit Parolen wie
"Nein zu Räumungen, Mietstreik, Aufstand" [läßt sich auf Französisch
besser skandieren und reimt sich, Üs]. Straßen wurden reihenweise durch
umgestürzte Container und Baustellenabsperrungen blockiert. Die
Protestierenden sammelten sich schließlich vor dem Kommissariat, wo sie
ein bedeutendes Polizeiaufgebot erwartete. Alle BesetzerInnen wurden
schnell freigelassen und schlossen sich der Gruppe solidarischer
DemonstrantInnen draußen an.

Trotz der heuchlerischen Debatten der öffentlichen Mächte, die in den
Medien (die es nicht geschafft hatten, sich dazu herabzulassen, über
diese illegale Räumung zu berichten) verbreitet werden, ist es
offensichtlich, daß die Repression gegen "Jugendbanden" oder andere
militante Gruppen sich verstärkt und daß die Gewalt der Polizei täglich
normaler und brutaler wird. Reaktionen drängen sich auf, um den
Widerstand gegen die Räumungen zu verstärken. Das Bürgermeisteramt
telefonisch beschimpfen kann man unter: (00 33) 1 44 68 12 12
(Stadtregierung des 12. Arrondissements), (00 33) 1 44 68 12 64
(Dominique Larrey, Vizebürgermeisterin, Wohnungs- und
Städtebaubeauftragte des Arrondissements), (00 33) 6 73 87 74 47 (M.
Dronneau, von der Wohnungs- und Unterkunftsverwaltung) oder per Fax an
(00 33) 1 44 68 12 09 (Stadtregierung des 12. Arrondissements). Jede
direkte Aktion Eurer Wahl könnte ebenfalls willkommen sein...

FreundInnen

Hier noch das Flugi von der Solikundgebung:

Auf dem Boden der Wohnungskrise gedeiht die Demagogie prächtig... die
Räumungen auch!

Seit Freitag, 11. Februar, haben sich wohnungslose Studenten im Cité De
Bergue 1 in einem ungenutzten Gebäude niedergelassen. Wie jedes Mal
klopft die polizeiliche Sanktion an die Tür; muß man das wieder
geschehen lassen?

Angesichts der aktuellen Wohnungsknappheit, die durch die Wohltaten des
Immobilienmarktes organisiert wird, sind wir immer mehr, die den letzten
Drecksjobs hinterherrennen müssen, um untragbare Mieten zu bezahlen.

Gleichzeitig ist die Entwicklung von Paris eindeutig die einer Stadt,
die in ihrem eigenen Spektakel gefangen ist, zum Nutzen der Reichsten,
während die anderen an den Rand abgeschoben werden. Studenten, Junge,
Arme stehen an den Türen der Verwaltungen Schlange, auf der Suche nach
Sozialwohnungen, die es da theoretisch geben sollte.

Und gleichzeitig hören die Behörden nicht auf, sich zu rüsten gegen die
Ärmsten, die sich, gerechtfertigt durch den unmittelbaren Bedarf,
Wohnungen nehmen. Wachgesellschaften, gestützt durch einen
ultra-repressiven öffentlichen Diskurs, zerstören Tag für Tag
Behelfsunterkünfte und verstärken so das "Jeder-für-sich".

Während die Bürgermeister versprechen... räumen die Präfekten [Chefs der
Départements, zuständig für das Polizeiwesen, Üs]!

Angesichts der Weigerung der Behörden, sich um die elementaren
Bedürfnisse zu kümmern, hilft nur noch Solidarität. Verhindern wir die
Räumung der Studenten, die in Cité de Bergue untergekommen sind.

Versammlung vor Cité de Bergue 1 (Eingang Rue du Rendez-vous 28), U-Bahn
Nation/Picpus.

Belästigen wir die Staatsmacht, um diese Räumung zu verhindern!

[ AbsenderIn <cizoard(a)yahoo.fr> ]

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http://www.ainfos.ca/05/feb/ainfos00339.html
(fr) Expulsion illegale d'un squat a Paris
>From worker <a-infos-fr@ainfos.ca>
Date Fri, 18 Feb 2005 14:42:45 +0100 (CET)

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