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(de) Schweiz, Rebellion31, Irak: Für den sozialen Befreiungskampf!

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Fri, 11 Feb 2005 22:56:15 +0100 (CET)


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http://ainfos.ca/index24.html
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Rebellion 31 ist erschienen:
Irak: Für den sozialen Befreiungskampf!
Anlässlich der Anti-WEF-Mobilisierung besinnt sich ein Teil der
Linksaussen auf die Parolen gegen Krieg und Imperialismus, für
Selbstbestimmung und nationale Befreiung des Iraks, entlang den
traditionellen antiimperialistischen und leninistischen Thesen, die nach
wie vor den Staat als Mittel zur Befreiung voraussetzen. Die Zensur der
aktuell im Irak stattfindenden sozialen Befreiungskämpfe ist perfekt.

Basiswiderstand, Selbstorganisierung, Direkte Aktion, Befreiung
Die verschiedenen Positionen, welche den Hauptwiderspruch zwischen der
nationalen Befreiungsbewegung einerseits und dem Kolonialismus oder
Imperialismus andererseits sehen, sind gefährlich und falsch. Solche
Standpunkte sabotieren den sozialen Widerstand mit seinen eigenen Zielen
und Handlungsansätzen. Sie machen aus den beherrschten
Gesellschaftsgruppen Kanonenfutter unter der Führung der herrschenden
Klassen und derjenigen Staatsapparaten, die sich in jedem nationalen
Befreiungskampf herausbilden. Seit Jahrzehnten können wir beobachten ,
was solche Erfahrungen gebracht haben: Nationalistische oder
marxistisch-leninistische Diktaturen, ausbeuterische, totalitäre
staatskapitalistische Regime.
Im Irak führen heute die proletarische Bewegung mit ihren
Basisgewerkschaften und der Arbeitslosen-Union sowie die Frauenbewegung
mit ihren radikaldemokratischen Praktiken einen sozialen
Befreiungskampf. All diese Kämpfe zielen auf den Aufbau einer
sozialistischen, selbstverwalteten Gesellschaft, die sich auf die Macht
der einfachen Leute, die Basisdemokratie und die Trennung von Religion
und Gesellschaft stützt sowie individuelle und kollektive Freiheit
garantiert.
Kommt dazu, dass im Irak, einem aus verschiedenen nationalen und
kulturellen Gemeinschaften zusammengesetzten Land, der soziale
Befreiungskampf mit seinen radikaldemokratischen Ansätzen ein
entscheidender Faktor gegen die chauvinistischen, theokratischen,
sexistischen, kurz, totalitären Projekte darstellt. Der Kampf um das
Selbstbestimmungsrecht aller Völker und kultureller Gemeinschaften in
Irak braucht den Fortschritt des Kampfes der Frauen und der
ArbeiterInnen mit oder ohne Arbeit, der kritischen Intellektuellen und
aller Befreiungskräfte und Ansätze.

Gegen Ausbeutung und Herrschaft
Dieser soziale Befreiungskampf stellt sich selbstverständlich gegen das
koloniale Projekt der USA und ihrer Verbündeten, respektive des ganzen
Weltkapitals, das aus dem Irak ein Halbprotektorat machen will. Die
ausländischen Kapitalisten sind aber nicht die einzigen Feinde
Bevölkerung. Ein wesentlich Teil des Bürgertums und Staatsbürokratie
aus der ehemaligen Baath-Partei arbeiten heute mit dem globalisierten
Kapitalismus zusammen. Diese Fraktion der lokalen herrschenden Klassen
will an der Ausbeutung der irakischen ArbeiterInnen und den Ressourcen
des Landes teilhaben. Sie stellt sich an die Seite der
Besatzungstruppen, um die ArbeiterInnenbewegung, den Kampf der Frauen
und die Volksautonomie zu zerschlagen.
Eine andere Fraktion der herrschenden Klasse verfolgt ein
Konkurrenz-Projekt: Sie will die Staatsmacht und die wirtschaftlichen
Ressourcen des Landes im Namen der nationalen Unabhängigkeit oder des
Aufbaus einer religiösen Macht erobern. Diese Gruppen welche ebenfalls
aus dem Bürgertum und der Staatsbürokratie aus der ehemaligen
Baath-Partei hervorgingen, verfolgen mit den diversen
politisch-militärischen Apparaten den fundamentalistisch-religiösen
Kräften ein rechtsextremes Projekt.
Darüber zu schweigen bedeutet, dass man im Namen des
anti-imperialistischen Kampfes den Vormarsch von Kräften akzeptiert oder
fördert, die es gilt, mit der gleichen Entschlossenheit zu bekämpfen,
wie die anglo-amerikanische Besatzung und ihre lokalen bürgerlichen
Handlanger.
Wir stehen denjenigen zur Seite, die im Irak die Selbstverteidigung
sowohl gegen die Besatzungstruppen wie auch gegen die
fundamentalistischen Milizen organisieren. Denjenigen, die mit den
Basisgewerkschaften, der Arbeitslosen-union und den Frauenorganisationen
eine Befreiungspolitik und einen revolutionären Prozess der
gesellschaftlichen Umwälzung ansteuern. Es geht darum, mit gleicher
Entschlossenheit gegen jegliche Ausbeutung und Herrschaft, jedes
diktatorische oder totalitäre Machtprojekt - egal ob sie vom
globalisierten Kapitalismus oder von irgendeiner Fraktion der irakischen
herrschenden Klassen stammen - zu kämpfen.
Der Hauptwiderspruch ist nicht zwischen Imperialismus und nationale
Befreiung, sondern zwischen kapitalistisch-staatlicher Ausbeutung und
Herrschaft einerseits, und sozialer Befreiung andererseits.

http://rebellion.ch

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