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(de) Wiener Kongress 2005: Wer sich nicht bewegt, spürt die Ketten nicht

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Sat, 30 Apr 2005 10:38:20 +0200 (CEST)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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AG Migration:
Aufruf zur Beteiligung am Wiener Kongress 2005
Illegalisierung - Kriminalisierung - Internierung - Deportation - Widerstand
Von 11. bis 18. Mai 2005 findet der "Wiener Kongress 2005" statt. Im Aufruf
wird von einer Neuordnung Europas gesprochen, die sich an den Interessen
und Bedürfnissen der Menschen orientiert. Ein Themenbereich, der im
Rahmen dieses Kongresses behandelt wird, beschäftigt sich mit den Asyl-
und Migrationspolitiken der Europäischen Union. Einige Leute haben dazu
eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit den Themen Illegalisierung,
Kriminalisierung und staatlichen Rassismen auseinandersetzt. Schwerpunkte
werden die europäische Lagerpolitik, die Veränderungen in der Asyl- und
Fremdengesetzgebung (nationalstaatlicher Rahmen und Harmonisierungspläne
der EU), und die Kriminalisierung von Leuten über eine rassistische
"Drogenpolitik" (am Fallbeispiel Wien, Schlagwort "Operation Spring") sein.
Neben inhaltlichen Veranstaltungen, Diskussionen und Filmvorführungen
sollen Aktionen dazu beitragen, die Themen in der Öffentlichkeit zu
thematisieren. Die angesprochenen Themen sind jedoch nicht
ausschließend und sollen von Interessierten erweitert und mitgestaltet werden.
Fühlt euch deshalb angesprochen, im Rahmen des Kongresses Workshops,
Diskussionen oder Beiträge einzubringen.

Wir sind uns bewusst, dass es unterschiedliche Ausgangslagen gibt.
Vor allem wenn wir uns mit Themen wie Migration und verschiedenen Formen
der Unterdrückung auseinandersetzen, haben wir unterschiedliche
Voraussetzungen, Möglichkeiten, Interessen, Bedürfnisse, Privilegien usw.
Sondergesetze werden erlassen, um Menschen in Kategorien zu teilen und
mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten auszustatten. Für
AusländerInnen gibt es eine Unmenge von rassistischen
Selektionierungsmechanismen, die wir allesamt ablehnen. Dass sich
trotz dieser Ablehnung Rassismen, Sexismen und andere
Unterdrückungsformen in unserem Denken und Handeln zeigen, hängt wohl
damit zusammen, dass wir Teil dieser Gesellschaft/en sind. Wir schreiben
diesen Aufruf als Angehörige der Mehrheitsbevölkerung, die es begrüßen,
wenn sich Ausgeschlossene an diesen Diskussionen beteiligen. Gleichzeitig
wollen wir den Subalternen (den "Unterdrückten") die Möglichkeit bieten, ihre
Probleme, Ideen und Überlegungen einem größeren Publikum zu präsentieren.
Die Inhalte bestimmen die TeilnehmerInnen, die AktivistInnen. Es gibt die
Möglichkeit und den Raum, Projekte vorzustellen, sich kennen zu lernen und
Erfahrungen auszutauschen. Wir sind von unterschiedlichen Formen der
Repression betroffen, nehmen den Platz von Priviligierten und/oder von
Unterdrückten ein. Ausgehend von dieser Tatsache sollten die Verhältnisse
geklärt und die Standpunkte definiert werden. Während den einen Privilegien
in die Wiege gelegt werden, werden ebendiese Privilegien anderen ein Leben
lang verwehrt. Und: Die Privilegierung der Einen basiert auf der Unterdrückung
und Ausgrenzung der Anderen. Welche Rolle ist im Kampf gegen Rassismen
von Nutzen. Was wollen bzw. müssen wir tun? Resultiert unserer Protest aus
dem alltäglichen Kampf ums Überleben, oder wollen wir einfach in einer Welt
ohne Unterdrückung leben?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verknüpfung von Sexismen, Rassismen
und weiteren Formen der Unterdrückung. Diese lassen sich nicht einfach
addieren oder subtrahieren. Sie überschneiden sich, vermischen sich, sind
verstrickt.
Das bedeutet in der Folge, dass sich unsere Auseinandersetzungen nicht
alleine auf den Kampf gegen die vielfältigen Formen von Rassismen richten,
sondern die zahlreichen Ebenen von Privilegierung miteinbeziehen. Aus
diesen theoretischen Überlegungen ergibt sich für uns die Frage des
alltäglichen, praktischen Agierens. Während wir uns im Rahmen des
Kongresses über verschiedene Aktionsformen austauschen und diese
probieren können, geht es in der Folge um die Frage der Umsetzung im
Alltag.

Dabei wollen wir nicht bei Null anfangen, sondern auf die Erfahrungen
vergangener Kämpfe und Formen des Widerstandes aufbauen. Einen
aktuellen Anknüpfungspunkt stellen für uns die europaweit vernetzten
Proteste für Bleiberecht, Legalisierung und Bewegungsfreiheit im Rahmen
des europaweiten Aktionstages am 2. April 2005 dar. Wir wollen im Rahmen
des Wiener Kongresses die Möglichkeit bieten, die gewonnenen Erfahrungen
zu reflektieren.

Alle Interessierten und Involvierten sind eingeladen, sofern es ihnen möglich
ist, zu den Vorbereitungstreffen zu kommen oder aber uns
Diskussionspapiere und aktivistische Vorschläge per email zukommen zu
lassen.Um euch am Laufenden zu halten, werden wir über die Homepage zum
Wiener Kongress über die weiteren Entwicklungen innerhalb der AG Migration
informieren.

pdf des Aufrufes auf deutsch:
http://wienerkongress.info/mat/agmigration_1.pdf

Kontakt: agmigration@no-racism.net
Weitere Informationen: http://wienerkongress.info

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