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(de) Türkei: Mehmet liebt Baris*; Freiheit für den Totalverweigerer Mehmet Tarhan (en,tr,fr)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Tue, 19 Apr 2005 22:52:01 +0200 (CEST)


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http://ainfos.ca/index24.html
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Der Schwule, Anarchist und Totalverweigerer Mehmet
Tarhan ist von der Polizei in Izmir in Gewahrsam
genommen und zum Militärbüro geschickt worden, als er
dort in einem Hotel wohnte.
Jetzt besteht Mehmet Tarhan auf seinem Akt des zivilen
Ungehorsams und wenn nötig wird er mit einem
Hungerstreik beginnen.
In Istanbul, Ankara und Izmir werden Gruppen zur
Unterstützung Mehmet Tarhans gebildet. Sie arbeiten
daran eine große Kampagne zu organisieren.

Einer der aktuellen Diskussionspunkte ist, dass alle
Totalverweigerungserklärungen machen. Die Resultate
unserer Diskussionen und Kampagnen werden auf
antimilitaristischen und anarchistischen Websites
veröffentlicht.

Militärische und zivile faschistische Organisationen
haben damit begonnen KurdInnen anzugreifen, sie
versuchen linke Gruppen in den Straßen zu lynchen,
sogar die Büros von DEHAP (einer legalen politischen
Partei für die Rechte der KurdInnen) und von linken
Gruppen werden angegriffen. All diese reaktionären
Akte wurden legitimiert durch die Nachricht von zwei
12 jährigen Kindern, die in Mersin versucht haben eine
türkische Flagge zu verbrennen.

AnarchistInnen und AntimilitaristInnen sind auch von
dieser rassistischen Welle betroffen. Mehmet Tarhan,
der in Gewahrsam genommen wurde, wird in einem Tag
(jetzt wissen wir, dass er schon auf dem Weg ist) zu
einer Militäreinheit geschickt und dazu gezwungen
werden als Soldat zu dienen.

So weit wir über die Diskussionen, die in dem Büro
geführt wurden bescheid wissen, hat das türkische
Militär den Befehl alle Verweigerer aus
Gewissensgründen, die in der Türkei leben,
anzugreifen und uns dazu zu zwingen ihren Regeln zu
gehorchen.
Wir als antimilitaristische Menschen erwarten eine
sehr schwierige Zeit. Es ist sehr wahrscheinlich, dass
es Massenprozesse geben wird.

Aus diesem Grund rufen wir alle anarchistischen,
antiautoritären und antimilitaristischen Gruppen in
anderen Ländern auf Aktionen und Kampagnen zu machen,
um den türkischen Staat unter Druck zu setzen.

Wenn wir dieser Welle nicht widerstehen können, wird
die antimilitaristische und anarchistische Bewegung
dieses Landes ihren Effekt verlieren.

Um diese Gefahr zu verhindern, trafen alle
antimilitaristischen und antiautoritären Gruppen
zusammen, als einen ersten Schritt einer langen
Kampagne. Wir erwarten von unseren GenossInnen, dass
sie uns unterstützen und mit uns handeln. Wir wissen,
sie können uns nicht stoppen, indem sie uns
einsperren, töten oder ignorieren.

Die Revolution ist überall, und nichts wird sie
unterdrücken!!!

* Baris heisst frieden, ist aber auch ein
Maennername.

Totalverweigerung von Mehmet

Am 27.10.2001, erklärten die zwei Antimilitaristen aus
Ankara, Mehmet Tarhan und Erdem Yalç nkaya, ihre
Verweigerung aus Gewissensgründen (des obligatorischen
Militärdienstes) auf einer Pressekonferenz, die vom
Menschenrechtsverein IHD gehalten wurde. Die libertäre
schwul&lesbische Gruppe „Kaos GL“, die „Initiative
gegen Krieg und Herrschaft“ (Domination) aus Istanbul
und der IHD erklärten dort außerdem ihre Unterstützung
für Verweigerung aus Gewissensgründen

Ein paar Stunden später lief eine Gruppe von ungefähr
25 AnarchistInnen mit Transparenten und Sprechchören
durch das Zentrum von Ankara. Die unangemeldete
Demonstration ging weiter mit der Darstellung des
Anti-Kriegs Manifests der Gruppe und endete ohne
Polizei Intervention oder Festnahmen.

Erklärung von Mehmet Tarhan

Die Bomben, die auf die afghanische Bevölkerung
gestern geworfen wurden und morgen auf die irakische
Bevölkerung geworfen werden, werden auf trügerische
Weise mit den Flugzeugen, die in die Zwillingstürme
gestürzt sind, in Verbindung gebracht, mit dem Tod von
tausenden und der Bewaffnung des Irak. Dabei wird von
der ganzen Welt erwartet, dass sie sich an den
Angriffen auf diese Menschen beteiligt.

Ich verdamme jede Art von Gewalt und glaube, dass sich
Gewalt anzuschließen, oder zu verharmlosen, nur zu
neuer Gewalt führt und macht jeden der darin
verwickelt ist, verantwortlich für die folgenden
Traumata.

Ich denke, dass Kriege, die von Staaten aus
machtpolitischen Ursachen geführt werden, zuallererst
und vor Allem eine Verletzung des Rechts auf Leben
sind.

Die Verletzung des Rechts zu Leben ist ein Verbrechen
gegen die Menschheit und keine Internationale
Konvention oder Gesetz kann dieses Verbrechen
rechtfertigen, unabhängig von jeder Legitimation. Ich
erkläre deshalb, dass ich unter keinen Umständen ein
Ausführender eines solches Verbrechens sein werde. Ich
werde keinem militärischen Apparat dienen.
Ich sehne mich nach einer Menschheit, die das
Machtstreben hinter sich gelassen hat, die die Grenzen
verlassen hat, gewaltfrei und in Harmonie mit der
Natur lebt.

Die praktische Abwesenheit dieser Vorstellung macht es
nicht erforderlich meinen Kampf fallen zu lassen um
sie voranzubringen.

Ich glaube nicht an die Notwendigkeit, einer Staat
genannten Institution und ich empfinde keine Loyalität
zu irgendeinem Staat. Ich werde es niemals, denn
Handlungen, die als BürgerInnenpflicht dargestellt
werden führen zu einer verstärkten militärischen
Struktur. Der Staat, der behauptet ich sei sein
Bürger, will mich für sein eigenes wohl rekrutieren.
Er will mich zu einem Werkzeug des Krieges ausbilden,
dass für seinen Herrn töten und sterben kann, darüber
hinaus will er mich in sich eingliedern.
Ich werde dies nicht passieren lassen und meine
Überzeugungen bewahren. Die Möglichkeit über einen
„rotten report“ als Schwuler ausgemustert zu werden,
was mir als „Recht“ präsentiert wird, beweist nichts
anderes als wie faul dieser Befehl an sich ist.

Als ein Individuum bin ich nicht dafür bestimmt Teil
der Armee, oder irgendeiner anderen Institution
irgendeines Staates zu werden. Ich würde es als
persönliche Beleidigung und als Beleidigung der
Menschheit wahrnehmen einen Vorwand anzubieten, und
Verweigere deshalb eine Zurückstellung oder eine
Erlaubnis ausgemustert zu werden.

Abschließend: Ich werde niemals den Militärdienst
antreten. Und ich appelliere an jeden: Verweigert den
Militärdienst, nehmt an keinem der bürokratischen
Prozesse die Einberufung und Militärdienst betreffen
teil, boykottiert Kontrollmechanismen wie MERNIS und
Steuer IDs, seid solidarisch mit gewaltfreien
Aktionen.

- Der Weg den Krieg zu stoppen, ist ihm die
menschlichen Resourcen zu entziehen
- Jede Art von Gewalt, ist ein Verbrechen
gegen die Menschheit.

Mehmet Tarhan

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