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(de) Italien, der Tod von Karol Wojtila (Papst Johannes Paul II.) - Statement der Correspondence Commission der Italian Anarchist Federation - FAI (en)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Sat, 9 Apr 2005 22:46:16 +0200 (CEST)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
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http://ainfos.ca/index24.html
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Ein Mensch ist gestorben. Wir Anarchisten lieben das Leben, deshalb
bedauern wir dies. Besonders wegen der unsäglichen Grausamkeit eines von
den kirchlichen Hierarchien schamlos vorgeführten Todeskampfes. Dennoch
wollen wir heute - alle Politiker von Fausto Bertinotti bis Alessandra
Mussolini knien vor dem Petersthron – feststellen, wer der Mann an der
Spitze einer jahrhundertelang durch ihre Barbarei hervorgetretenen
absoluten Monarchie war. Die Kirche, die Massaker von Millionen und
Abermillionen im Namen des Kreuzes gefolterten, verbrannten, getöteten
Männern und Frauen durchgeführt und gesegnet hat, ist nicht Erinnerung an
eine bewältigte Vergangenheit: sie hat in Woytila einen würdigen Epigonen
gefunden.

Karol Woytila hat sich 27 Jahre lang durch seine reaktionären
Entscheidungen ausgezeichnet.

Karol Woytila war für die Verbreitung von AIDS in Afrika verantwortlich.
Die Propaganda für und der Gebrauch von Präservativen hätten Millionen
Menschen vor dieser Krankheit bewahren können, darunter zahlreiche Kinder.

Karol Woytila hat den chilenischen Diktator, Folterer und Mörder Augusto
Pinochet geschützt; ihm reichte er während seiner Reise in das gemarterte
südamerikanische Land die Hand. Kein Wort über oder für die Opfer,
hingegen sein Segen für den Schlächter und dessen Familie.

Karol Woytila trug abwechselnd den Schafs- oder den Wolfspelz - gemäß den
Interessen der Organisation, der er vorstand. Die Linke bejubelt ihn für
seinen Pazifismus im Irak, vergisst jedoch, dass er die blutigen Kriege im
früheren Jugoslawien unterstützte und rechtfertigte. Mit dem katholischen
Kroatien, gegen Muslime und Orthodoxe, erhob der Papst der „Ökumene“
Stepinac zum Heiligen – jenen Kardinal, der sich mit den kroatischen
Faschisten zum „von Gott gesandten“ Hitler gesellte und die unzähligen von
der Ustascha unter Beihilfe der italienischen Okkupationstruppen
begangenen Grausamkeiten segnete.

Karol Woytila hat Kardinal Pio Laghi, apostolischer Nuntius in Argentinien
während der 30.000 Menschen massakrierenden Diktatur, geschützt und
unterstützt. Laghi segnete und schützte die Folterer und Mörder.

Karol Woytila war Chef eines multinationalen Unternehmens mit in der
ganzen Welt verzweigten Ablegern und höchsten Profiten – in einer Welt in
der die Mehrheit der Bevölkerung mit weniger als zwei Dollar am Tag
überlebt.

Karol Woytila, ein „Schützer des Lebens“, der eine zwiespältige Haltung
zur Todesstrafe einnahm, war Herold einer Unterdrückungskultur. Einer
Kultur, die die Opferung weiblichen Lebens wollte. Frauen sollten verdammt
sein, um jeden Preis zu gebären: behinderte Kinder oder zum Hungertod
bestimmte. Einer Kultur, die ein Leben in Schmerzen einem in Freuden und
Gesundheit vorzieht, die H
omosexuelle kriminalisiert, die Begehren und Liebe in Schuld verwandelt,
die die Ungeborenen verteidigt und die Lebenden verfolgt.

Karol Woytila hat die spanischen Priester heiliggesprochen, die sich
bewaffnet den Truppen des Katholo-Faschisten Francesco Franco zur Seite
stellten. Diese heiligen Märtyrer wollten zu den Taten der Kirche
Torquemadas und zu den „quemaderos“ zurückkehren – zu jenen
Kollektivscheiterhaufen, wo Häretiker auf kleinem Feuer verbrannt wurden.

Wie die Anarchisten und Libertären von 1936, die gegen Faschismus und
klerikale Unterdrückung für Leben und Freiheit kämpften, beugen wir, die
heutigen Anarchisten und Libertären, uns nicht, trotz der Achtung vor dem
Tod eines Menschen vereinigen wir uns nicht zu dem Chor unzähliger Rechter
wie Linker, die vor dem Sarg des Oberhaupts einer der grausamsten,
blutrünstigsten und freihei
tsfeindlichen Organisationen der Geschichte auf die Knie sinken.

Unser Kampf gegen die Religionen und die Kirchen beruht auf dem
Bewusstsein, dass nur die Emanzipation vom religiösen Wahn und von den
diesen nährenden Priestern Männern und Frauen unser Ziel gewähren kann:
ein erfülltes, glückliches Leben - in Freiheit, in Anerkennung der
Unterschiede, in Solidarität unter Gleichen.

La Commissione di Corrispondenza della Federazione Anarchica Italiana-FAI

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http://www.iaf-ifa.org/news/deadpope.htm

http://www.ainfos.ca/05/apr/ainfos00139.html
(en) Italy, The Death of Karol Wojtila (Pope John Paul) A statement
of the Correspondence Commission of the Italian Anarchist Federation -- FAI.
Worker <a-infos-en@ainfos.ca>
Sat Apr 09 08:39:52 GMT 2005

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