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(de) Britannien: Sklaverei im Knast - eine Privatangelegenheit (en)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Tue, 30 Nov 2004 13:24:50 +0100 (CET)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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In den letzten zehn Jahren ist die Gefängnispopulation in England und
Wales rapide gestiegen. Der jetzige Zustand kann als Erreichen
epidemischer Ausmaße beschrieben werden. Da die Regierung mit dem
Zustrom von Gefangenen nicht fertig wird und sie in Wirklichkeit nicht
einmal mehr unterbringen kann, soll wieder mal der Privatsektor die
Rettung bringen. Einkerkerung ist jetzt ein großes Geschäft für die
neugeschaffene Bewachungsdienstleistungsindustrie, mit Konzernen wie
Group 4 und Premier als Pionieren privat betriebener Gefängnisse und
Securicor, die sich um Bewegungen zwischen Gefängnissen und
Gefangenentransporte zum und vom Gericht kümmert. Aber es gibt auch noch
eine weitere, dunklere Seite, die nicht sofort klar wird, wenn man
keinen Überblick hat. Die drei Hauptakteure sind draufgekommen, daß sie
das große Geld nicht nur mit Einsperren und Bewachen verdienen können,
sondern daß sie auch mit den Gefangenen selbst noch mehr Geld machen
können, um ihre überquellenden Tresore weiter zu mästen.

Rehabilitationsprogramme wurden gestrichen, Ausbildungsstunden in den
Ofen verbannt, und qualifizierte Handwerkskurse sind Vergangenheit.
Stattdessen wurden Produktions- und Verpackungslinien eingerichtet, mit
Bezahlung und Arbeitsbedingungen, die an Sweatshops in der dritten Welt
erinnern.

Der private Sektor beabsichtigt, Gefangene auszubeuten, um seine eigenen
Bedürfnisse zu erfüllen, und wird in seinen Bemühungen unterstützt von
Gefängnisordnungen und -regeln, die alle verurteilten Gefangenen zur
Arbeit verpflichten. Und weil zwischen Gefängnis und Gefangener/m kein
Arbeitsvertrag besteht, hat der/die Gefangene auch keinen Anspruch, für
seine/ihre Arbeit Geld zu bekommen. Stattdessen erhalten Gefangene
gewöhnlich nicht mehr als ein paar Pfund pro Woche, die vom Gefängnis
als "Geschenk" definiert werden.

Da sie für die Arbeitskraft nichts berechnen müssen, wenn sie sich um
Aufträge bemühen, können Konzerne wie Group 4 und Premier leicht andere
Mitbewerber um Marktanteile unterbieten und haben kein Problem, Aufträge
an Land zu ziehen, die sonst nach Übersee gehen würden. Diese
Schlupflöcher erlauben es, daß die Sklavenarbeit in britischen
Gefängnissen floriert und bedeuten, daß die Produktions- und
Einzelhandelsgiganten vor Aufdeckung abgeschirmt werden.

Das Thema wurde bis jetzt von Mark Barnsley [anarchistischer
Ex-Gefangener, der wegen seines Widerstands bis zu seiner Freilassung
vor zwei, drei Jahren so ziemlich alle Bunker, Hochsicherheits- und
Isoknäste der Insel durchprobieren mußte, Üs.] und seiner Kampagne gegen
Gefängnissklaverei auf der Tagesordnung gehalten, die eine Anzahl von
Mahnwachen im ganzen Land auf die Beine gestellt hat. Ohne diese
Kampagne wäre der Übergang von dem, was derzeit in Britannien im
Anfangsstadium ist, zur in den USA bereits installierten Vollversion
nichts weiter als eine Formalität.

Auf die Gefängnisarbeit in den USA verlassen sich die großen
Produktions- und Einzelhandelskonzerne mittlerweile so sehr, daß sie
tatsächlich helfen, mehr Gefängnisse zu bauen, um sich billige
Arbeitskräfte für die kommenden Jahre zu sichern. Ein Mangel an
Gefangenen, um diese Gefängnisse zu füllen, hat dazu geführt, daß
Menschen für Straftaten eingesperrt werden, für die normalerweise gar
keine Freiheitsentziehung verhängt wird. Gefängnisprivatisierung und
Gefängnissklaverei sind ein- und dasselbe.

Mit Eurer Unterstützungserklärung für die Kampagne gegen
Gefängnissklaverei können wir dieses Thema wenigstens an die
Öffentlichkeit bringen und aufdecken, was – zumindest bis jetzt – mehr
oder weniger als Privatangelegenheit behandelt wurde.

Kontakt: againstprisonslavery@mail.com

Aus Direct Action Nr. 30

Direct Action wird von der Solidarity Federation, der britischen Sektion
der (anarchosyndikalistischen) Internationalen
ArbeiterInnen-Assoziation, herausgegeben


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http://www.ainfos.ca/04/nov/ainfos00386.html
(en) Britain, SolFed*, DA #30 - UK Prison Slavery - A private affair
>From Worker <a-infos-en@ainfos.ca>
Date Sun, 28 Nov 2004 10:51:08 +0100 (CET)


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