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(de) SchNEWS 474 vom 19. November 2004: Indien (en)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Sat, 20 Nov 2004 20:11:38 +0100 (CET)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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"Nichts in seiner [des Konzerns] rechtlichen Struktur begrenzt, was er
anderen in Verfolgung seiner egoistischen Ziele antun kann, und er ist
gezwungen, so zu handeln, wenn der Nutzen solcher Handlungen die Kosten
aufwiegt." – Joel Bakan, Autor von "The Corporation" [Der Konzern].
Joel Bakan zeigt aktuell mit dem Buch und dem Film "The Corporation" die
Unfähigkeit von Konzernen, Menschen oder die Umwelt bei ihren Handlungen
zu berücksichtigen. Der Film erforscht, wie die rechtliche Struktur von
Konzernen bewirkt, daß sie nur ihren AnteilseignerInnen verantwortlich
sind.
Wir von SchNEWS hatten ja schon immer eine gesunde Skepsis gegenüber
Konzernen. Diese Woche haben wir Berichte über einige der größten,
gemeinsten Killerkonzerne und den Widerstand gegen sie in Indien
erhalten, wo die EinwohnerInnen die Konzernherrschaft nicht einfach
hinnimmt...

Bayer manipuliert

"Bayers Entscheidung, den Geist der Genmanipulation in Indien
aufzugeben, ist keine Überraschung, die Zeichen an der Wand waren schon
seit Jahren da. Wie fast alle anderen sind auch die Menschen in Indien
nicht bereit, GM-Nahrung zu akzeptieren, und Bayer hat begriffen, daß
sie aufhören mußten, ein totes Pferd zu peitschen." – Doreen Stabinsky,
Greenpeace

Die GenpiratInnen von Bayer Crop Science haben das Ende ihrer Versuche
mit GM-Gemüse in Indien angekündigt. Der Konzern hat die radikale und
innovative Entscheidung getroffen, sich auf die konventionelle
Pflanzenzucht zu konzentrieren. Bayer erklärte, die Entscheidung erfolge
"aufgrund von Änderungen unserer globalen Forschungsstrategie".

SchNEWS vermutet, daß es etwas mit den Protesten Ende September zu tun
haben könnte, als Greenpeace-AktivistInnen sich am Bayer-Hauptquartier
in Mumbai anketteten, um gegen die Agrarversuche zu protestieren. Die
AktivistInnen verbrachten elf Stunden in Ketten und befreiten sich erst,
nachdem ein Treffen mit den wahrheitsresistenten Irren aus dem
Bayer-Management vereinbart hatten, mit der Zusicherung, daß ihre Fragen
beantwortet werden.

Das ist Bayers dritter Rückzug bei GM-Agrarprodukten dieses Jahr. Im
März kündigten sie an, sie würden Gen-Mais in Britannien nicht in den
Handel bringen, weil seine Zukunft "wirtschaftlich nicht tragfähig" sei.
Drei Monate später stoppte der Konzern alle Versuche mit Gen-Raps in
Australien und beendete damit praktisch alle Chancen für einen
großflächigen Anbau dieser Pflanze.

Bayers Rückzug aus der Gen-Forschung ist Teil eines globalen Trends, daß
Konzerne beschließen, daß Gen-Food letztendlich doch nicht so eine tolle
Idee ist. Alle hassen es, und die Firmen stehen als Schwätzer da, wenn
eine Horde Hippies ihre Feldversuche stoppt und sie zwingen
einzugestehen, daß ihre Wissenschaft nichts taugt. Schon früher in
diesem Jahr gab auch Monsanto seine Forschung an Gen-Weizen und seine
Versuche mit Gen-Raps in Australien auf.

Greenpeace Pressestelle: [0044-] 020 7865 8255

Divya Raghunandan, Greenpeace Indien: draghuna at dialb.greenpeace.org

www.cbgnetwork.org


Lang genug geDOWert

Die Menschen in Bhopal wissen alles über den mangelnden Respekt von
Konzernen vor allem außer ihrem Gewinnstreben; besonders Dow Chemicals,
dem jetzigen Besitzer der berüchtigten Union Carbide...

Am 3. Dezember ist der 20. Jahrestag der Katastrophe in der Union
Carbide-Fabrik in Bhopal, als viertausend Menschen nach einer Explosion
und dem Austritt giftiger Gase in der Pestizidfabrik starben. Tausende
weitere sind seither ernsthaft erkrankt oder gestorben.

Union Carbide sollte für die Reinigung des Geländes verantwortlich sein,
aber 20 Jahre später wird der Giftmüll immer noch unsicher gelagert und
vergiftet die Wasserversorgung der nahen Stadt.

Recherchen der BBC deckten kürzlich auf, daß die Kontamination 500mal
höher liegt als der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene
Grenzwert. Die Menschen vor Ort, die das Wasser täglich trinken müssen,
sind den Chemikalien ausgesetzt, und viele leiden unter Leber- und
Nierenschäden.

Union Carbide erklärt, bei der Übergabe des Geländes 1998 hätte sie
"keine Beweise für eine Grundwasserkontamination gefunden".

Vielleicht haben sie die Tausende von Tonnen Giftmüll auf dem
verlassenen Gelände einfach nicht bemerkt, die Quecksilberpfützen auf
dem Boden, die Mulden voll giftigen Materials und die Säcke hochgiftiger
Chemieabfälle. Regenwasser spült diese Chemikalien in Pfützen und Bäche
und letztlich ins Grundwasser.

Die über 570.000 Opfer der Katastrophe erhalten erst seit neuestem
Entschädigungen. Seit dem 15. November werden 188 Millionen Pfund [275
Millionen Euro] an die Opfer verteilt.

"Wir wollen niemals ein zweites Bhopal erleben", sagten die Überlebenden
von Anfang an.

Der 3. Dezember ist ein globaler Aktionstag, an dem Gewerkschaften,
Gemeinschaftsorganisationen und andere Proteste, Veranstaltungen und
Aktionen in Städten in Indien, einschließlich Bhopals, und rund um die
Welt durchführen werden. Besucht die Webseite, um 20 Sachen zu erfahren,
die Ihr machen könnt, um zu helfen, damit Dow seine Verantwortung für
Bhopal anerkennt: www.bhopal.net/gda/todo.htm

Schluck!

"Coca Cola trinken ist in Indien wie Bauernblut trinken" – Nandlal
Master von Lok Samiti und der Nationalen Allianz der Volksbewegungen

In Indien ist ein Thema aufgetaucht als Ergebnis von Coca Colas
Operationen. Gemeinden rund um Abfüllanlagen leiden unter ernster
Wasserknappheit, und das bißchen verbleibende Grundwasser und der Boden
werden durch Coca Colas Praxis verseucht, ihr Abwasser auf die
umgebenden Felder zu schütten.

Eins der schlimmsten Beispiele war die Coca Cola-Abfüllanlage von
Plachimada in Südindien (s. SchNEWS 460
[http://www.schnews.org.uk/archive/pdf/news460.pdf – leider keine
deutsche Übersetzung bekannt, Üs]). Die Fabrik wurde schließlich
geschlossen, nachdem über 1000 Familien 600 Tage lang einen geradezu
epischen Protest durchgezogen hatten.

Coca Cola und Pepsi streiten außerdem vehement Beschuldigungen ab, daß
ihre in Indien hergestellten Produkte Giftstoffe weit über den in
Industrieländern erlaubten Grenzwerten enthalten.

Das indische Centre for Science and Environment gab im August
Forschungen bekannt, die zeigten, daß Pepsis Softdrinks den EU-Grenzwert
für Pestizid-Rückstände um das 35fache überschritten und die von Coca
Cola um das 29fache. Die Pestizidrückstände können Krebs und den
Zusammenbruch des Immunsystems bewirken. In den USA enthalten dieselben
Produkte diese zusätzlichen "Extras" nicht.

Da ist es keine Überraschung, daß sich die Leute in Indien über Coca
Cola aufregen. Und sie organisieren sich...

Vom 15. bis 24. November gibt es einen 250km langen Marsch zwischen zwei
Coca Cola-Fabriken, um auf die vielen Probleme aufmerksam zu machen, die
Coca Cola in Indien verursacht. Er endet am 24. November mit einer
Kundgebung in Mehdiganj.

Die DemonstrantInnen wollen, daß die Regierung Coca Cola wegen des
Schadens für die Gemeinden durch Wassermangel und -verseuchung die
Betriebserlaubnis entzieht. Ist ja nicht der erste große Konzern, mit
dem sich die entschlossenen InderInnen anlegen...

"Coca Cola wird für ihre Verbrechen in Indien und international
bezahlen", sagte Amit Srivastava vom India Resource Center, einer
Gruppe, die hilft, die Kampagne international zu koordinieren. "Wir
werden diesen Kampf dorthintragen, wo er Coca Cola am meisten wehtut –
in die USA und die EU, ihre größten Märkte." Sie haben sich auch mit der
kolumbianischen Gewerkschaft Sinaltrainal zusammengetan, die Coca Cola
wegen ihrer Komplizenschaft bei Mord, Folter und Einschüchterung von
GewerkschafterInnen in Kolumbien bekämpft (s. SchNEWS 447
[http://www.schnews.org.uk/archive/pdf/news447.pdf, und wieder keine
deutsche Übersetzung... Üs]).

www.IndiaResource.org
Amit Srivastava – amit at IndiaResource punkt org
www.killercoke.org

[englisches Original als PDF unter:
http://www.schnews.org.uk/archive/pdf/news474.pdf - Üs]
Gesichter Indiens

http://www.schnews.org.uk/images/474.gif
[Link zu den Gesichtern Indiens]

[In dieser Ausgabe von SchNEWS gibt's auch noch eine interessante
Geschichte über ohne Verfahren inhaftierte "Terroristen" in GB, aber ich
komm jetzt nicht dazu, sie zu übersetzen. Vielleicht macht's noch jemand
anders, oder ich Anfang nächster Woche. Ansonsten checkt halt das
Original, Adresse siehe oben. Üs]

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http://www.ainfos.ca/04/nov/ainfos00276.html
(en) SchNEWS 474, Friday 19th November, 2004
>From Jo Makepeace <webmaster@schnews.org.uk>
Date Sat, 20 Nov 2004 08:20:36 +0100 (CET)

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