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(de) Solidarität mit dem Klassenkampf in Spanien!

From FAU <www.fau.org@ainfos.ca>, <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Mon, 1 Nov 2004 17:24:38 +0100 (CET)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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Letzte Woche fanden an 2 Tagen Aktionen in Soldarität mit Kämpfenden
KollegInnen und GenossInnen in Spanien statt.
Nachdem schon letzte Woche Mittwoch (19.10.2004) eine Soldaritätsaktion
mit den Wild-Streikenden (Wild-Cats) in Bochum stattfand, haben sich in
Berlin verschieden KollegInnen überlegt gehabt diese Woche auch noch eine
Solidaritätsaktion für die kämpfenden GenossInnen bei Putzmeister Iberica
(in Madrid) und Caballito (in Vitoria) zu machen.
Am Mittwoch, den 27.10.2004 versammelten wir uns in Basdorf (bei Berlin)
um, in Polizeibegleitung, eine halbe Stunde zu Putzmeister zu laufen.
Dort lasen wir mehrmals ein Flugblatt vor das zu dem Thema erarbeitet
wurde, und auch eine Protestnote/ Solidaritätsadresse, die flogendermaßen
lauetete:

FAU-IAA, Lokalföderation Berlin

Protestschreiben gegen die Entlassung von Mitarbeitern der
Putzmeister Madrid S.A.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die FAU-IAA, Lokalföderation Berlin, verurteilt aufs Schärfste
das gewerkschafts­­feindliche Verhalten der Putzmeister Iberica
S.A. Madrid und erklärt sich mit den entlassenen KollegInnen
unserer spanischen Schwesterorganisation, der CNT, solidarisch.
Wir verurteilen weiterhin aufs Schärfste die steinzeitlichen
Methoden, mit denen Putzmeister gegen seine eigene Belegschaft,
aber insbesondere gegen engagierte Gewerkschafter vorgeht.

Die Zerschlagung der Gewerkschafts-Sektion der CNT ist eine
Vorgehensweise, die den Gegensatz von Kapital und Arbeit
deutlich zum Ausdruck bringt und klar macht, dass eine
Zusammenarbeit von Kapital und ArbeiterInnenschaft unmöglich ist.
Während die Firmen­leitung von Putzmeister versucht, die
Belegschaften gegeneinander auszuspielen, wollen wir für die
internationale Solidarität unter den Angestellten und
ArbeiterInnen einsetzen und organisieren deshalb heute eine
Demonstration / Kundgebung vor der Berliner Reprä­sentanz der
Putzmeister AG in Basdorf (http://www.fau.org).

Wir fordern Sie auf:
Stellen Sie die entlassenen KollegeInnen wieder ein!
Erkennen Sie den Gewerkschaftsstatus der CNT-AIT an!
Stoppen Sie Ihr gewerkschaftsfeindliches Verhalten!

Wir erklären uns solidarisch mit den Kämpfen der CNT-AIT in
Madrid und unterstützen die heutige Demonstration gegen die
Entlassung in Madrid.

Wir wünschen allen AktivistInnen der CNT-AIT viel Erfolg, einen
langen Atem und eine weltweite Resonanz ihrer Proteste.

Mit anarchosyndikalistischen Grüßen

Alexander Stricker für die Lokalföderation der)
Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union Berlin/
Internationale ArbeiterInnen Assoziation

Wir verschickten sie auf englisch und deutsch an diverse Firmenadressen,
aber auch an die CNT.

Die Resonanz waren fotografierende MitarbeiterInnen und ein "freundlicher"
Niederlassungsleiter, der schon zugeben musste, das wir nerven. Angeblich
seien sie sozial und die Tarife in Basdorf lägen über den Brancheüblichen
und die letzte Kündigung dort sei auch schon 5 Jahre her. DEnnoch hätten
sie angeblich keinen Einfluss auf Putzmeister Iberica S.A. würde es aber
trotzdem "weiterleiten". Putzmeister in Madrid hatten wir in Berlin per
Fax leider nicht erreicht. Vielleicht hatten sie es ja ausgestellt?


Am Sonnabend den 30.10.2004 fanden mehrere Solidaritätsaktionen mit dem
Streik bei Caballito (Pferd-Rüggeberg) statt. Es wurden in Frankfurt am
Main, Hannover und Berlin Flugblätter verteilt.

Am 30. Oktober diesen Jahres ging der Streik beim baskischen
Tochterunternehmen des deutschen Werkzeug- und Schleifmittel-Herstellers
PFERD-Rüggeberg ins zweite Jahr. Rund die Hälfte von den ca. 230
Beschäftigten bei Caballito in Vitoria - und damit die überwiegende
Mehrheit der ProduktionsarbeiterInnen - befinden sich seit einem Jahr im
Streik um die Anerkennung des Branchentarifvertrages und eine
Beschäftigungsgarantie für die gesamte Belegschaft zu erreichen. Die
PFERD-Geschäftsleitung weigerte sich jedoch von Anbeginn hartnäckig, mit
den Streikenden ArbeiterInnen überhaupt zu verhandeln.


Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hatte sich die Freie
ArbeiterInnen Union (FAU-IAA) entschlossen, die kämpfenden KollegInnen im
Baskenland mit einem Aktionstag am ersten Jahrestag des Streikbeginns im
Heimatland des Unternehmens zu unterstützen. Aus diesem Grund zogen
FAUistas und einige UnterstützerInnen zur Industriemesse "Euroblech" in
Hannover, wo auch PFERD sich mit einem Messestand präsentierte. Während
vor dem Tor gut 20 Menschen mit einem Transparent und Flugblättern auf den
Streik und die selbstherrliche Vorgehensweise von PFERD-Rüggeberg
gegenüber den Streikenden aufmerksam machte, statteten einige
AktivistInnen dem Messestand einen Besuch ab. Zwar gelang es nicht, das
mitgebrachte Transparent auszurollen, da der Standbetreiber rabiat gegen
die ungebetenen Gäste vorging. Dennoch konnte auch hier mit Flugblättern
auf das Anliegen der Streikenden aufmerksam gemacht werden. Erst nach zwei
Stunden wurde die Kundgebung durch die Polizei aufgelöst. Ein Beteiligter
wurde zur Identitätsfeststellung von der Polizei mitgenommen und fast zwei
Stunden festgehalten.

Zur gleichen Zeit fand auch in Berlin-Marienfelde vor der dortigen
Repräsentanz der Firma PFERD eine Kundgebung statt. Mitglieder und
Sympathisanten der FAU protestierten vor der Berlinrepräsentanz und
verteilten dort das gleiche Flugblatt dazu, welches auch in Hannover
verteilt wurde.

Wir gingen in Berlin vom S-Bhf Buckower Chaussee (S2) über Motzener
Strasse zum Naunburger Ring 21, wo die Berlinrepräsentanz ist. Wir hielten
dort eine Kundgebung ab, verteilten Flugblätter an PassantInnen und andere
Gewerbetreibende, die die Flugblätter teilweise bei sich auslegten. Obwohl
polizeilich angemeldet, war keine Polizei vor Ort und wir konnten
selbstbestimmt und ohne staatliche Zwangsmaßnahmen oder Vorschriften uns
kundtun und ungestört internationale ArbeiterInnen-Solidarität aufzeigen.
Nach ca einer halben Stunde gingen wir zum Bahnhof zurück.

Mit diesen Aktionen soll nicht zuletzt ein Beitrag zum Aufbau
solidarischer Netzwerke von ArbeiterInnen in Europa und darüber hinaus
geleistet werden - ein Ansatz, wie er auch von der Internationalen
ArbeiterInnen Assoziation (IAA) verfolgt wird. So ist die FAU, genauso wie
die anarchosyndikalistische CNT, die am Streik bei Caballito beteiligt ist
und bei Putzmeister Vittoria rausflog aufgrund der bloßen existenz einer
Gewerkschaftsgruppe, in der IAA organisiert.

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