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(de) Krasnodar (Russland): Neue Repressalien gegen Anarchisten (en)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Tue, 18 May 2004 11:47:36 +0200 (CEST)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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Ljoscha Tscherepanow, einem der aktivsten Militanten der Autonomen
Aktion in Krasnodar, wurden am Mittwoch Drogen untergeschoben. Ljoscha
nimmt keine Drogen, nicht einmal Gras, das in Kuban in jedem anderen
Hinterhof ungestört gedeiht. Er ist aus gesundheitlichen Gründen von der
Armee freigestellt, bekam jedoch von der Einberufungskommission einen
Brief, er solle sich am Mittwoch "zurückmelden". Mitten auf der Straße
wurde er von der Polizei verhaftet. Er durfte einige Anrufe machen, so
daß er mitteilen konnte, daß ihm Drogen untergeschoben worden waren und
er zu "neun Tagen Verwaltungshaft" für "die Weigerung, Anweisungen der
Gosnarkokontrol (eine neue Einheit in Rußland, ähnlich der ATF [keine
Ahnung was das ist, aber Gos... heißt wohl staatliche Drogenkontrolle,
Üs]) zu befolgen" verurteilt wurde.

Die ganze Sache scheint nicht die geringste Rechtsgrundlage zu haben,
Gosnarkokontrol ist eine neue Struktur, deren Befugnisse bisher noch
nicht mal gesetzlich geregelt sind. Die Bullen in Rußland krallen sich
oft mal willkürlich irgendwelche Leute wegen Drogen, um ihre Fallzahlen
zusammenzubekommen, aber das machen sie nicht mitten auf der Straße, und
sie bestellen sich ihre Opfer auch nicht über die
Einberufungskommission. Darum stinkt diese Sache stark nach FSB [russ.
Inlandsgeheimdienst, KGB-Nachfolger, Üs]. Offenbar haben sie
beschlossen, mit der Autonomen Aktion in Krasnodar gleich ganz
aufzuräumen, die schon schwer unter der Repression gelitten hat. Dmitrij
Rjabinin von derselben Gruppe wurde vor vier Monaten nach einem
ebenfalls manipulierten Prozeß zu einem halben Jahr Arbeitslager
verurteilt.

Ljoscha hat jetzt einen Anwalt, aber es ist schwierig, am Wochenende was
zu erreichen. Wir werden versuchen, die Telefonnummern der Polizei bald
zu veröffentlichen, um Druck zu machen, denn ich denke, sie probieren
jetzt einfach mal aus, wie weit sie gehen können, und wenn sie kein
rotes Licht kriegen, werden sie etwas Ernsthafteres machen.

Noch ein bißchen ältere Nachrichten... Stanislaw Markelow wurde am 16.
April in der Moskauer U-Bahn überfallen, zusammengeschlagen, ausgeraubt,
und es wurden ihm viele Dokumente gestohlen, einschließlich der
Anwaltslizenz. Markelow ist kein Anarchist, aber ein Freund, steht der
anarchistischen Szene seit etwas mehr als zehn Jahren nahe und hat in
vielen schwierigen Situationen kostenlose Rechtshilfe gegeben. Letztes
Jahr wurde Markelow landesweit bekannt, als er kurze Zeit mit dem Fall
von Juri Budjanow zu tun hatte, einem russischen Oberst, der angeklagt
war, ein tschetschenisches Mädchen vergewaltigt und ermordet zu haben.
Er vertrat kurze Zeit die Interessen der Familie der ermordeten Elsa
Kungajewo, bis er vom Prozeß ausgeschlossen wurde.

Ich habe nicht früher über den Angriff auf Markelow geschrieben, weil
für mich unklar war, ob er mit seinen beruflichen Aktivitäten zu tun
hatte, aber Stas scheint jetzt zu vermuten, daß es möglicherweise so
war. Solche Einschüchterungstaktiken werden in Rußland ziemlich oft
gegen RechtsanwältInnen, JournalistInnen und MenschenrechtsaktivistInnen
eingesetzt.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch einige Details aus dem letzten
Bulletin von ABC Moskau (Nr. 2) korrigieren, nachdem Leute auf einer
russischen Liste sie kritisiert haben... erstens, der Versuch,
armenische Kinder zu verbrennen, fand nicht in Kolomna statt, sondern in
Kostroma. Zweitens sind die Umstände des Todes eines Punks in Minsk
unklar, aber viele glauben, daß keine Faschos involviert sind. Mir wurde
auch mitgeteilt, daß der Punk, der von Nazis in Jekaterinburg getötet
wurde, Mitglied der National-Bolschewistischen Partei war [würg, Üs].

A.
>From Worker <a-infos-en@ainfos.ca>
Date Sat, 15 May 2004 08:12:56 +0200 (CEST)


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