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(de) [Pga_europe_resistance] Aufruf zu einem internationalen Anti-Repressionstreffen vor der Gerichtsverhandlung gegen die AktivistInnen der Aubonne-Brücke - 26-28 Juni 2004 in Genf (fr,it,en)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Wed, 5 May 2004 09:54:31 +0200 (CEST)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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Die Brücken?Fall? von Aubonne
Das Aubonne- Kollektiv wurde gegründet um zwei AktivistInnen
zu unterstützen, deren Kletterseil von der Polizei während einer
Blockadeaktion gegen den G8- Gipfel in Evian, im Sommer 2003
durchtrennt wurde. Einer der Kletterer stürzte 20 Meter in die
Tiefe, überlebte den Sturz durch unglaubliches Glück, brach sich
aber sein Kreuz, Becken und das linke Fussgelenk. Er ist nach wie
vor (fast 1 Jahr dannach) in physio- therapeutischer Behandlung.
Die Aktivistin die auf der anderen Seite der Brücke hing, konnte im
letzen Moment von der Unterstützungsgruppe die sich auf der
Brücke befand gehalten werden nachdem die Polizei das Seil
kappte. Sie, sowie andere der U- Gruppe, leiden noch immer unter
sogenanntem post- traumatischem Stress.

Während unserer Arbeit als Soli- Gruppe, die v.a. darin bestand
den Brücken?Fall? ö?ffentlich zu machen und die Betroffenen
direkt zu unterstützen, mussten wir realisieren, dass unsere
Kapazitäten (?wir? als Individuen, und ?wir? als Bewegung) darin,
Betroffene effektiv zu unterstützen sehr begrenzt sind. Dies scheint
ein ständiges Problem für alle Gruppen zu sein die
Antirepressionsarbeit praktizieren, und ein Grund für die Angst
vieler Menschen, die sich dem Risiko gegenüber sehen, früher oder
später im Krankenhaus oder Knast zu landen.

Unsere pers?önliche Erfahrung v.a. mit dem ?Fall? von Aubonne,
und auch mit anderen Fällen von Repression haben uns vor Augen
geführt, dass der Umgang mit den psychischen Folgen von
Repression (Trauma, Depression, Angstzustände) ebenso wichtig
ist wie die politische, finanzielle und rechtliche Unterstützung, aber
in unserer Arbeit leider oft vernachlässigt wird, was enorme
Langzeitfolgen für die Beteiligten/Betroffenen nach sich ziehen
kann.

Anti- Repressions Treffen
Am 28. Juni findet in Nyon (Südschweiz) die Gerichtsverhandlung
gegen die beiden KlettererInnen und zwei weitere AktivistInnen der
Brückenaktion statt. Sie werden angeklagt wegen ?Gefährlichen
Eingriffs in den Strassenverkehr? und, ironischerweise wegen
?Gefährdung des Lebens Dritter?. Wir wollen das Wochende
(26./27. Juni) vor der Verhandlung als eine Möglichkeit nutzen,
Menschen und Gruppen in Genf zusammenzubringen, um
Möglichkeiten und Ideen für den Aufbau eines effektiven
Antirepressionsnetzwerks in Europa zu diskutieren, mit einem
zentralen Fokus auf dem Umgang mit den psychischen Folgen von
Repression.

Wir rechnen mit der Teilnahme einer Vielzahl von Leuten aus
verschiedenen Teilen Europas. Diese Einladung wird verschickt an
Gruppen und Organisationen welche bereits aktiv sind oder sein
wollen, aktive Antirepressionsarbeit in verschiedenen Bereichen zu
praktizieren, wie z.B. Soli- Netzwerke,
Menschenrechtsorganisationen, Knast- Solidarität,
FlüchtlingsunterstützerInnen- Gruppen etc. Das Ziel der
Organisation ist ein offenes, vielfältiges und integratives Treffen.

Die Theme auf die wir uns hauptsächlich stürzen werden, sind:

- Ein Erfahrungsaustausch anhand konkreter Beispiele von
Repression wie z.B. Thessaloniki 7, Genua (Opfer der Diaz-
Schule), die Götheborg- Gefangenen etc., um Erfahrungen aus 1.
Hand miteinander zu vergleichen und dadurch zu ermitteln welche
Strategien erfolgreich waren und inwiefern ein Mangel an
Infrastruktur, Fähigkeiten und Ressourcen besteht.
- Wie eine funktionierende internationale Koordinierung möglich
sein könnte um effektiver der Repression bzw. der Immunität der
Polizei zu begegnen und der Frage nachzugehen, wie eine
präventive Antirepressionsarbeit aussehen könnte/sollte.
- Als eines der Hauptthemen die Annährung an die psychischen
Aspekte und Folgen sowie Techniken der persönlichen
Unterstützung und des ?Auffangens? von Betroffenen: Wir
erachten diesen Themenkomplex deshalb als so wichtig, da er
oftmals übersehen bzw. nicht angegangen wird, so dass viele
Menschen dann letztenendes doch alleine mit ihren Problemen
dastehen. Wir werden einen gewichtigen Teil des Wochenendes für
dieses Thema reservieren um zusammen mit Trauma-
?BeraterInnen? (trauma counsellors) nach Möglichkeiten zu
suchen ?mental health support groups? ins Leben zu rufen.

Wenn du dir vorstellen kannst ein
Workshop/Vorstellung/Video/Diskussionsrunde mit Bezug auf das
Thema ?Antirepression? anzubieten, kontaktiere uns bitte, so dass
wir das im Program mit aufnehmen können. Genauso sind alle
dazu aufgerufen, interssierte Leute die ihr kennt auf das Treffen
aufmerksam zu machen bzw. uns deren Kontakt weiterzugeben. Es
werden Leute kommen um die ?bekannten Fälle? der jüngeren
Repressionsgeschichte (Genoa, Thessaloniki etc.) vorzustellen,
was aber keinesfalls heisst, dass ?weniger bekannte Fälle? keine
Beachtung finden werden. Wenn du also gerne von einem Beispiel
berichten würdest, das keine weltweite Beachtung gefunden hat, ist
das auf jeden Fall okay.

Gerichtsverhandlung
Am Montag direkt nach dem Wochenende wollen wir alle dazu
aufrufen sich an einer symbolischen, gewaltfreien Aktion während
der Gerichtsverhandlung vor dem Gerichtsgebäude in Nyon (Nahe
Genf) zu beteiligen. Die Verhandlung beginnt um 9:00 Uhr und
wird voraussichtlich um ca.14:00 Uhr abgeschlossen sein. Wir
sehen den Verhandlungstag als eine der wenigen Möglichkeiten die
uns bleibt, den Aubonne?Fall? an die breite Öffentlichkeit zu
tragen und effektiv die Immunität der Polizei und die u.a. daraus
resultierende Ungerechtigkeit anzugehen.

Mehr Details
Das Treffen beginnt am Samstag den 26. Juni morgends und
dauert bis zum Sonntag den 27. abends. Es findet statt in einem
Sozialzentrum in Genf, das L?usine heisst (Infos zur Anfahrt und
Stadtplan etc. werden sich bald finden auf der website
www.aubonnebridge.net . Die Gerichtsverhandlung ist am Montag,
den 28. Juni um 9:00 Uhr morgends in Nyon, 15-30 Minuten
entfernt von Genf.

Die Idee des Treffens ist die eines koordinierten Arbeits-
Wochenendes, es ist kein Festival.

Für Pennplätze und Essen wird gesorgt sein (vergesst nicht
Schlafsack und Isomatte). Da wir das Ganze als ein
selbstorganisiertes Treffen verstehen, erwarten wir von allen
Eigeninitiative zu zeigen bei Aufgaben wie Kochen, Putzen usw.
Videorekorder- und Projektor sind am Start. Wir werden um eine
niedrige finanzielle Beteiligung der Teilnehmenden beten. Wir
können leider keine Reisekostenerstattung anbieten. Bitte bestätige
deine/eure Teilnahme im Voraus, so dass wir kalkulieren können
(wichtig !) und schreib/t 2-3 Sätze über dein/euer Interesse zu
kommen. Da unsere Kapazitäten auf ca. 100 Personen beschränkt
sind, werden wir möglicherweise ab einem bestimmten Punkt
keine weiteren Leute mehr akzeptieren können.

Das Programm das wir für die zwei Tage vorschlagen sieht
folgendermassen aus (und ist noch in Bearbeitung):
Samstag
9 Uhr: Einführung und Vorstellungsrunde (versch. Erwartungen an
das Treffen zusammenbringen)
10 Uhr: Presentation und Austausch anhand versch. Fälle von
Repression (Genua, Götheborg, Thessaloniki, etc.)
13:30 Uhr: Mittagessen
14:30 Uhr: Einführung in neue EU- weite repressive Gesetzgebung
bzw. Gesetzgebungsvorhaben
16:00 Uhr: Internationales Antirep- Netzwerktreffen
18:00 Uhr: Vorbereitung der Aktion während der Verhandlung
20:00 Uhr: Abendessen
21:00 Uhr: DJ?s
Sonntag
10:00 Uhr: Workshops zum Thema Trauma, Psyche etc.
13:30 Uhr: Mittagessen
14:30 Uhr: Netzwerktreffen Teil 2
16:30-18:00 Uhr: letztes Koordinierungstreffen und
Aufgabenverteilung für die Aktion
Nach dem Planungstreffen der Aktion: Open Space für weitere
(spontane) Diskussionen und Workshops, Filme
20:00 Uhr Abendessen
Nach dem Abendessen: Mehr Open Space

Montag

7:00 Uhr: kollektives Aufwachen
8:00 Uhr: Aubruch zum Gericht (15-30 min. im Zug)

Kontakt
aubonne@no-log.org
escanda-info@gmx.net
www.aubonnebridge.net

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* [Ed. note: An initiative of the antiauthoritarian left]


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