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(de) La Banda Vaga*: Erklärung zu Studentenprotesten

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Wed, 30 Jun 2004 18:24:14 +0200 (CEST)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
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30 Semester Minimum - Für Deutschland keinen Finger krumm!
Und mal wieder protestieren die Studies...
Und das ist ja auch erstmal gut, denn Proteste, Demos und Streiks bieten
die Möglichkeit die scheinbar widerspruchslose Oberfläche der Gesellschaft
aufzugbrechen und den ewig gleichen stupiden Alltag zu stören. Aber es
fragt sich doch, warum die regelmäßig wiederkehrenden Proteste der
Studierenden so wirkungslos bleiben und sie von PolitikerInnen aller
Parteien sogar dann noch begrüßt werden, wenn diese im gleichen Atemzug
die Einführung von Studiengebühren, Eliteuniversitäten und ähnlichem
fordern.
Das liegt zum einen sicher an den nur auf Medienwirksamkeit ausgelegten,
harmlosen Formen der Proteste. Denn wenn zum hundertsten Mal die Bildung
zu Grabe getragen wird, die Bildung baden geht oder Vorlesungen in der
Öffentlichkeit abgehalten werden, stört das die EntscheidungsträgerInnen
furchtbar wenig.

Zum anderen aber liegt es vor allem an den Inhalten die vertreten werden
und die sich von denen der oben erwähnten PolitikerInnen kaum
unterscheiden. Natürlich ist es richtig gegen die Einführung von
Studiengebühren oder überfüllte Seminarräume und Hörsäle zu protestieren.
Aber wenn der Protest dabei stehen bleibt, die individuellen
Studienbedingungen verbessern zu wollen ohne dabei die gesellschaftliche
Funktion der Universität zu kritisieren, bleibt er elitär.

Denn die Zeiten als die Universität einen gewissen Freiraum bot, die die
Zeit in der jede/r gezwungen wird seine Arbeitskraft zu veräußern noch
etwas raus schiebt und in der mensch sich ungezwungen mit Themen
beschäftigen konnte, die einen interessierten und die auch keinen
positiven Nutzen für diese Gesellschaft erbringen mussten sind lange
vorbei (wenn es sie denn überhaupt jemals gegeben hat). Inzwischen sind
die Unis längst ordinäre Ausbildungsorte wie die Autowerkstatt oder der
Friseursalon, allerdings mit dem Unterschied, dass an der Uni keine
Ausbildungsvergütung bezahlt wird, die Studies sich aber trotzdem als
privilegiert ansehen, da sie hoffen in der Zukunft bessere Berufe zu
erreichen als Kfz-MechanikerIn oder Friseuse/Friseur.

Das anachronistische humboldtsche Gehabe der Studierenden und v. a. der
DozentInnen ist dagegen seit Jahrzehnten reine Ideologie. Bereits 1966
schrieb die Situationistische Internationale darüber:
"Die Fakultäten und Schulen, die noch mit vorzeitlichem Prestige dekoriert
sind, sind von Akademien zur "Allgemeinbildung" zum Nutzen der
herrschenden Klasse zu Produktionsstätten zur hastigen Aufzucht von
Führungskräften unteren und mittleren Ranges geworden."

Während dies aber Mitte und Ende der Sechziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts von den protestierenden StudentInnen noch kritisiert wurde,
beschränkt sich heute die Kritik darauf, doch bitte schön solche
Studienbedingungen zu schaffen, dass mensch sein Studium in schnellst
möglicher Zeit beenden kann um dann seine Arbeitskraft scheinbar
privilegiert zu Markte tragen zu können.

Zugespitzt und endgültig unerträglich wird diese Position dann, wenn
erklärt wird, dass "unser Land" keine anderen Rohstoffe hätte als sein
Humankapital und deshalb die verstärkte Förderung der Bildung auch im
Interesse der angerufenen PolitikerInnen sei. Dann wird, ganz abgesehen
davon dass sich dadurch die Protestierenden selbst verdinglichen, der
scheinbar kritische Protest endgültig zum Standortnationalismus. Dieser
Affirmation der bestehenden widersinnigen Verhältnisse setzten wir die
Forderung nach Abschaffung entgegen. Abschaffung der Verhältnisse in der
Menschen gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen und sich nur in
Warenkategorien begegnen können. Konkret bedeutet dies die Abschaffung der
Universität, der Arbeit, des Kapitals, des Staates...

Für die staaten- und klassenlose Weltgesellschaft!

Für den Kommunismus! Für die Anarchie!


Quelle http://labandavaga.antifa.net/php/2004/studis.php
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*[Anm. d. Editors: Eine rätekommunistische
- anarchistische Gruppe]

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