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(de) Solidarity Federation - IAA DA #29 - Heavy metal workers (en)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Tue, 17 Feb 2004 19:49:13 +0100 (CET)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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Die sozialdemokratisch-grüne Regierung und die
christdemokratische Opposition in Deutschland haben sich vor
kurzem darauf geeinigt, die Gesundheitsausgaben ab 2007 um 23
Milliarden Euro schlagartig zu kürzen. Die ArbeiterInnen werden
dann höhere Versicherungsbeiträge zahlen müssen.
PatientInnen werden für einen Arztbesuch 10 Euro zahlen
müssen, und noch mehr für Medikamente. Das zielt darauf ab,
dass die Kosten für Löhne und anderes für die Wirtschaft
sinken und die "Leistungsfähigkeit" im Gesundheitsbereich
steigt. Die ersten Reformen werden ab Januar 2004 in Kraft treten.

Der oberste Sozialdemokrat Gerhard Schröder konnte ausserdem
die Unterstützung der Mehrheit der Sozialdemokratischen Partei
dafür gewinnen eine Gesetzgebung durch zu drücken, die die
Arbeitsmarktregelungen weiter abbaut. Haben wir das in
Britannien nicht auch schon mal gehört? Schröder scheint dem
neuen "Dritten Weg" der Labour Party bis auf Wort zu folgen. Um
Deutschland noch "wettbewerbsfähiger" zu machen, plant er die
Arbeitskosten zu senken und die Wohlfahrt zu kürzen. Wie
lange noch, bis er anfängt die Einkommenssteuer zu senken, um
die Reichen weiter zu bevorteilen?

Natürlich hat das alles eine gewisse Logik, wenn man
akzeptiert, dass es keine Alternative zu Kapitalismus und freiem
Markt gibt. Deutschland muss mit den anderen Ländern
mithalten, alle müssen die Arbeitsbedingungen bis aufs Mark
runter kürzen. Also sind es die ArbeiterInnen in Deutschland,
die den Preis zahlen müssen. Es überrascht nicht, dass die
deutschen Gewerkschaften diesen Plänen ablehnend
gegenüber stehen, besonders die
MetallarbeiterInnen-Gewerkschaft IG Metall, die Jürgen Peters
- einen sogenannten Linken - zu ihrem Anführer gewählt hat.

Wie wir in Britannien gesehen haben, wird alles, was Deutschland
macht, die Reichen reicher machen und die bereits schamlose
Ungleichheit weiter vertiefen. Kurz- bis mittelfristig brauchen die
deutschen ArbeiterInnen eine Einheitsfront gegen die Chefs und
PolitikerInnen, die ihnen gemeinsam entgegen stehen. Dazu muss
diese zu einem Klassengegensatz werden, denn sie muss einem
Angriff der Oberklasse und deren Helfershelfer in der
Mittel-/ArbeiterInnen-Klasse widerstehen.

Aus unseren Erfahrungen mit Thatcher, Major und Blair in
Britannien scheint es wahrscheinlich, dass die
Chefs/PolitikerInnen versuchen werden sich eine Gruppe von
ArbeiterInnen nach der anderen heraus zu picken - erinnern wir uns
an die StahlarbeiterInnen, die DruckerInnen und dann natürlich
die BergarbeiterInnen in den 1980er Jahren. Thatcher hat die
meiste Drecksarbeit erledigt bevor ihr größter Bewunderer,
Toni Blair, die Bühne betrat.

Sobald eine Gruppe von ArbeiterInnen in Deutschland angegriffen
wird, müssen alle anderen Gruppen sie unterstützen, um den
Mist zu beenden. Das mag zwar veraltet klingen, aber ein Schlag
gegen eine/n ist wirklich und wahrhaftig ein Schlag gegen alle. Und
gemeinsame Aktionen, wie ein Generalstreik, sind die einzig
wirkungsvolle Verteidigung. Alle ArbeiterInnen in Deutschland
müssen ihre Arbeitsplätze besetzen, um die Chefs und
StreikbrecherInnen daran zu hindern diese zu übernehmen, und
um Staatsgewalten (wie die Polizei) auf Abstand zu halten. Das
hört sich zwar nach großen Plänen an, und solche konnten
wir in Britannien nicht erfüllen, aber es ist die einzige
Möglichkeit.

Natürlich verängstigen solche Aktionen die
Gewerkschaftsbosse, die zu irgendeiner Verhandlungslösung mit
den Chefs und PolitikerInnen kommen möchten, da diese ihnen
erst eine Daseinsberechtigung als Gewerkschaftsboss verleiht.
Aber: Reiche den Chefs einen Finger und sie nehmen dir die ganze
Hand ab.

Aus harter Erfahrung können wir den ArbeiterInnen in
Deutschland sagen, welche Fehler wir ArbeiterInnen in Britannien
gemacht haben - zum Beispiel: vereinzelt zu kämpfen oder
garnicht -, um mehr Wege zu finden, damit wir uns wirkungsvoller
verteidigen können.

Wenn Schröder seine Reformen nicht durchbekommt, ist es
wahrscheinlich, dass seine Regierung stürzt und eine rechte,
christdemokratische "Alternative" gewählt würde. Diese
müsste genauso hart bekämpft werden. Ob christdemokratisch
oder sozialdemokratisch, oder sogar faschistisch oder marxistisch
- sie sind alle gleich. Sie vertreten die Chefs gegen uns, die
ArbeiterInnen. Und wir müssen widerstehen und uns gegen sie
verteidigen, oder sie werden uns zerschlagen.

Aus:
"Direct Action" (No. 29 / Winter 2003-4, p.9),
Magazin der Solidarity Federation (SF) -
Internationale ArbeiterInnen Assoziation (IAA)

http://www.solfed.org.uk (engl.)
http://www.iwa-ait.org (engl./span.)

Übersetzung:
Anarchosyndikat eduCat
c/o Buchladen Le Sabot,
Breite Str. 76
D-53111 Bonn
educat@anarchosyndikalismus.org
http://anarchosyndikalismus.org


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