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(de) Aufruf zum 8. internationalen Tag gegen Polizeibrutalitaet 15. März 2004 (fr)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Tue, 10 Feb 2004 19:05:56 +0100 (CET)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
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http://ainfos.ca/index24.html
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Nach mehreren Jahren der Einführung der "Bürgerpolizei" in allen Städten
Quebecs versprechen uns die Behörden, die Straße noch stärker zu
besetzen. Indem sie immer noch mehr Bullen auf Fußstreife losschicken,
die nichts besseres zu tun haben, als junge Leute in den benachteiligten
Vierteln von Montréal und seinem Stadtzentrum zu belästigen und sie ab
und zu ganz aus dem öffentlichen Raum zu vertreiben, geht es ihnen hier
darum, die immer peinlicheren Beweise der sozialen Ungleichheiten in
dieser Monetengesellschaft verschwinden zu lassen.

Die Erscheinungen der "rassischen Profilierung" und der "sozialen
Säuberung" haben eine solche Breite angenommen, daß unsere "Kiezbullen"
sich nicht mal mehr verstecken, sondern Ansammlungen junger Leute an
öffentlichen Plätzen, Squeegees, Obdachlose, SexarbeiterInnen,
DrogenkonsumentInnen und -kleinhändlerInnen, offiziell zu
Angriffszielen erklären – kurz all diese unrentablen, die die
kollaborierenden Medien uns regelmäßig als gefährliche Klassen
vorführen.

Weil die Zahl der Verbrechen gegen das Strafrecht in Kanada seit 20
Jahren sinkt, verspricht uns die Polizei, ihre Truppen zu einem
gnadenlosen Kampf gegen die Kleinkriminalität zu mobilisieren, die unter
einem neuen modischen Begriff zusammengefaßt wird, den
"Unzivilisiertheiten". In dieser endlosen Periode der Einsparungen muß
die Polizei bei den BürgerInnen immer alte Ängste nähren und neue
Unsicherheitsgefühle wecken, um nur ja immer genug Rechtfertigungen
dafür zu haben, ihren Personalbestand und ihr kolossales Budget zu
erhalten und auszuweiten, öffentliche Gelder, die sie freudig für Bezüge
und Überstunden verschwenden.

Die Polizei ist eine Angriffsarmee, die pausenlos und immer tiefer in
die Schichten des sozialen Gebildes eindringt; sie baut Netzwerke zum
Informationsaustausch mit Handel, lokalen politischen Mächten,
Gemeinschaftsgruppen, Schuldirektoren und Anwohnergemeinschaften auf;
sie ermutigt diese ganze schöne Welt, ihre NachbarInnen zu überwachen
und zu denunzieren und Hilfswachen zu spielen. Unter dem Motto "Mehr
Bürgernähe" der Stadtteilpolizei verbirgt sich ein gewaltiges Programm
der Denunziation und der Ausweitung des sozialen Überwachungsapparates.

Aber immer mehr Leute sind alles andere als zufrieden mit der von der
Polizei gelieferten Dienstleistung und stehen auf, um Polizeiübergriffe
anzuprangern: EinwohnerInnen von St. Michel verklagen Polizei und Stadt
wegen Diskriminierung, Belästigung und rassischer Profilierung;
Gemeinschaftsgruppen prangern die Bedrängung der Obdachlosen im
Stadtzentrum an; AlgerierInnen ohne Status beklagen, daß die GRC zwei
von ihnen bei der Besetzung eines Büros in Ottawa mit Stromstößen aus
Teasern getötet hat; radikale AktivistInnen prangern die
Kriminalisierung abweichender Meinungen durch Massenverhaftungen auf
Demos an; selbst militante DefusionistInnen (im Herbst) oder die UFP (im
Januar) haben öffentlich beklagt, daß sie von der SQ oder von
kanadischen Geheimdiensten bedrängt worden sind, die ständig nach
potentiellen Spitzeln sind, die bereit sind, sich ihren Verrat bezahlen
zu lassen... Und der Freispruch im Jahr 2002 für den Polizisten Giovanni
Stante, der den Obdachlosen Jean-Pierre Lizotte auf der Terrasse des
Shed Café 1999 erschlagen hat, ist nicht vergessen.

Währenddessen möchte der kanadische Staat den USA zeigen, daß er seinen
Teil der Drecksarbeit in der großen antiterroristischen Inquisition
erfüllt: Verhaftungen und Vorbeugegewahrsam von "Verdächtigen",
Geheimprozesse aus Gründen der "nationalen Sicherheit", Abschiebungen in
Länder, wo Folter und Hinrichtungen bekannte und ausführlich
dokumentierte Praxis sind... Die Fälle von Zahra Kazemi, Maher Arar und
William Sampson zeigen uns, daß die kanadischen Geheimdienste und
Funktionäre es nicht eilig haben, ihre Verbindungen mit diktatorischen
Regimen zu durchleuchten, und vor allem ihre Untätigkeit für die
Befreiung kanadischer Bürger aus den Knästen dieser Polizeistaaten.

Beteiligt Euch am Montag, 15. März 2004, bei unserer Bewegung gegen die
Polizeibrutalität und die Straflosigkeit, die Polizisten immer noch
genießen, die ihre Macht mißbrauchen, gegen die Ausweitung des
Sicherheitsapparats und gegen die Kriminalisierung von Armut und
abweichenden Meinungen. Mehr als je zuvor muß sich unsere Opposition
gegen polizeiliche Mißbräuche klar und deutlich ausdrücken, um ihren
Machthunger zu begrenzen! Wir kennen die wahre Unsicherheit: das Elend,
die Prekarität und die Ausbeutung; da brauchen wir nicht noch zusätzlich
Bullen, die uns belästigen, als wäre es ein Verbrechen, arm oder von
diesem System ausgeschlossen zu sein!

Angenommen von der Coalition du 15 mars 2004

Weitere Informationen:
Le Collectif Opposé à la Brutalité Policière (COBP)
(514) 859-9065, cobp@hotmail.com, http://tao.ca/~cobp/
2035 St-Laurent, Montréal, Québec, H2X 2T5, KANADA

(fr) Appel pour la 8e journée contre la brutalité policière
>From Bob Cac <simardave-A-yahoo.ca>
http://www.ainfos.ca/04/feb/ainfos00140.html


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