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(de) Die Betriebsgruppe der CNT in der Werft von Sevilla zu den Ereignissen am 5. und 6. Februar

From FAU-IAA Moers <faumo2@fau.org>
Date Tue, 10 Feb 2004 11:06:04 +0100 (CET)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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Die andalusischen Werften sind im Kampf. Es gibt keine Folgeaufträge für
Schiffe und Gespenster von Arbeitslosigkeit, von Anpassungen im
Werftensektor und von Kurzarbeit ziehen ihre Kreise. 80% der
Werftarbeiter stecken in Zulieferbetrieben mit anderen
Arbeitsbedingungen als denen bei "Izar S.A" (der ehemaligen zivilen
"Astilleros Españoles, S.A.", die mit der militärischen "Bazan, S.A."
fusioniert wurde). Bei den Arbeitern beginnt das Bewusstsein zu wachsen,
dass nur die Einheit, die weit über die Betriebsräte und die
gewerkschaftlichen Delegierten hinausgeht und die Direkte Aktion einen
Richtungswechsel erzwingen können.

Wir haben schon eine ganze Reihe von Aktionstagen mit Teilstreiks, Demos
und Auseinandersetzungen mit den Repressionsorganen hinter uns gebracht.
Sei es in Cádiz, Puerto Real, San Fernando oder Sevilla.

Wir wollen hier kurz schildern, was sich in den letzten Tagen in Sevilla
zugetragen hat.

Sevilla, 5. Februar 2004

Es wurde ein zweistündiger Streik ausgerufen. Gegen 11.00 Uhr teilten
wir ArbeiterInnen uns in zwei Gruppen auf. Während 500 von uns sich auf
den Weg zum vorderen Tor der Werft Richtung Straße zur Schleuße machten
(das ist die einzige Straßenverbindung in den Hafen), um der Riotpolizei
der Policia Nacional den Zugang zu versperren, beabsichtigte eine
zweite, gleich große Gruppe, von hinten an die Schleuse heranzukommen
und damit den Schiffsverkehr während der Zeit des Streiks zu blockieren.
Dabei trafen wir auf die Aufständsbekämpfungseinheiten der Guardia Civil.

Die Zusammenstäße sind sehr gewalttätig. Die Angriffe der Polizei werden
mit Steinen, Sechskantschrauben usw. abgewehrt. Auf der Straße und an
den Zugängen zur Werft werden Barrikaden errichtet. Die Polizei fährt
alles auf: sie beschießen uns mit Gummigeschossen und mit grossen Mengen
Tränengas. Wir vermuten, dass sie dabei neue, giftigere Tränengassorten
ausprobiert haben. Mehrere Genossen, darunter zwei von der CNT müssen in
einem nahegelegenen Krankenhaus wegen der Folgen des Gases und von
Schlägen behandelt werden. Schließlich müssen wir uns in Werk
zurückziehen, von wo aus wir die Polizei in Schach halten.

Gegen 12.00 Uhr wird ein Genosse vom Zulieferer "Mymain" verhaftet. Wir
organisieren eine improvisierte Vollversammlung, wo beschlossen wird,
der Guardia Civil vorzuschlagen, im Austausch gegen die Freilassung des
Genossen die Auseinandersetzungen einzustellen. Um 13.00 Uhr kommt er raus.

Wir von der Betriebsgruppe der CNT in der Werft von Sevilla bewerten den
Protesttag als positiv, weil er die Bande der Freundschaft und
Solidarität zwischen den ArbeiterInnen gestärkt hat, bei denen das
Bewusstsein dafür wächst, dass wir nur nur Direkte Aktionen aus der
Situation, mit der wir konfrontiert sind, wieder herauskommen.

Sevilla, 6. Februar 2004

Um 10.00 Uhr veranstaltete der Betriebsrat von Izar S.A. (der ehemaligen
zivilen "Astilleros Españoles, S.A.", die mit der militärischen "Bazan,
S.A." fusioniert wurde) eine Pressekonferenz am Tor der Werft und rief
die Arbeiter dazu auf, sich als Kulisse dazu einzufinden. Als die
Pressekonferenz beendet war, beschließt eine Gruppe von rund 400
ArbeiterInnen spontan, sich nicht um die Anweisungen des Betriebsrates
zu scheren und sich stattdessen auf den Weg zur 500-Jahr-Brücke zu
machen. Da kein Streiktag ist, ist auch nirgendwo Polizei. Der
Betriebsrat versucht die Aktion zu verhindern, die Stimmung ist äußerst
spannungsgeladen. Schließlich kehren wir ArbeiterInnen in die Fabrik
zurück. Die Sache wird ein Nachspiel auf der nächsten Vollversammlung
haben.

Die CNT tritt für die Direkte Aktion ohne Vermittler und ohne Führer ein
und für die Vollversammlungen, in denen der Wille der ArbeiterInnen
unmittelbar zum Ausdruck kommt. Die CNT wird die Entscheidungen, die die
ArbeiterInnen aus freien Stücken in der Vollversammlung treffen, immer
respektieren.

(Erklärung der Betriebsgruppe der CNT in der Werft von Sevilla)


ZUM WEITERLESEN:

Übersicht über die zwei Tage Hexenkessel in der Bucht von Cádiz und in
Sevilla mit Fotos der Auseinandersetzungen (in deutscher Sprache):
[ http://www.fau.org/artikel/art_040206-110416 ]

Eine Einschätzung der Betriebsgruppe der CNT in der Werft von Puerto
Real zur Situation in der spanischen Werftindustrie (in spanischer Sprache):
[ http://www.cnt.es/sevilla/astilleros.html ]


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