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(de) 8. Januar: Internationaler Aktionstag für die Angeklagten von Thessaloniki (ca)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Thu, 16 Dec 2004 19:53:48 +0100 (CET)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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8. Januar 2005: Organisiere Aktionen in Deiner Stadt!
Internationaler Mobilisierungstag für die bedingungslose Freiheit der in
Thessaloniki verhafteten Anarchisten
Im Juni 2003 wurde der Gipfel der EU-Staatschefs in Thessaloniki
(Griechenland) abgehalten. Während der Tage, an denen sich der Gipfel
abspielte (vom 19. bis 21.), gingen viele Personen auf die Straße um
ihre Ablehnung dieser neoliberalen Politik, die uns kleine BürgerInnen
dieser Weltordnung unterwirft, zu zeigen.
Es war ein Tag des harten und intensiven Kampfes. Das Ziel war klar:
verhindern, daß eine Minderheit über die Zukunft der ganzen
Weltbevölkerung entscheidet. Die DemonstrantInnen mit ihren Transpis und
Rufen, und der Staat mit seiner Polizei, die entschlossen war, ihre
ganze Bewaffnung einzusetzen, trafen auf den Straßen von Thessaloniki
zusammen, um ihre gegensätzlichen Interessen zu vertreten. Am 21. Juni
2003 endete die einberufene Demonstration mit 130 Verhaftungen. Viele
wurden nach Personalienaufnahme und Einschüchterung freigelassen. 29
kamen mit Anklagen wegen schweren Straftaten wie Sachbeschädigungen,
Widerstand gegen die Staatsgewalt, öffentlicher Aufruhr, Störung des
öffentlichen Friedens, Brandstiftung sowie Besitz und Gebrauch von
Waffen.

Acht wurden ins Gefängnis überführt. Einer von ihnen, aus den USA, wurde
nach wenigen Tagen freigelassen, weil die USA sich dafür einsetzten. Die
übrigen Genossen: Carlos und Fernando aus Spanien, Simon aus England,
Castro aus Syrien und Tsitas, Jonathan, Michalis und Dimitris aus
Griechenland wurden ins Gefängnis geworfen.

MONTAGE

Am Anfang deutete alles darauf hin, daß die Polizei sie nach drei Tagen
rauslassen würde. Aber der griechische Staat und seine Medien nutzten
diese Tage, um die Bevölkerung mit falschen Anschuldigungen zu
überschütten und so eine mediale, polizeiliche und juristische Montage
zu entwickeln. Die sieben Genossen wurden wegen Besitz und Anwendung von
Explosivstoffen, Sachbeschädigungen, Widerstand gegen die Staatsgewalt,
öffentlichem Aufruhr und Besitz und Anwendung von Feuerwaffen angeklagt
und ins Gefängnis überführt, weil die Polizei behauptete, sie hätten
Rucksäcke mit Steinschleudern, Schraubenmuttern und Molotowcocktails
getragen, obwohl auf einem Video, das während des Gipfels aufgenommen
wurde, klar zu sehen ist, wie ein Polizist Simon den Rucksack gegen
einen anderen austauscht, der Molotowcocktails enthält und anderes.
Schnell gaben die restlichen Staaten die Version wieder, die der
griechische Staat geschaffen hatte.

Diese Montage sollte einerseits die Antiglobalisierungsbewegung bremsen,
für zukünftige Gipfel, und andererseits wollte der griechische Staat
erstmals sein Antiterrorgesetz anwenden. Ein Gesetz, das unter
europäischem Druck geschaffen wurde, weil es zur Bedingung für die
Abhaltung der olympischen Spiele in Athen 2004 gemacht worden war. Mit
diesen Tatsachen verfügte der griechische Staat auch schon über eine
Gelegenheit, dieses Gesetz noch vor den olympischen Spielen
auszuprobieren.

DER KAMPF FÜR DIE FREIHEIT

Solidaritätsaktionen ließen nicht auf sich warten. Es wurde zu
Versammlungen, Demos, Protestaktionen, Diskussionen, Reisen, Konzerten
aufgerufen, in verschiedenen Städten Europas. Am 21. Juli wurde zu einem
internationalen Kampftag für die Freiheit unserer Genossen aufgerufen.
Parallel dazu tat der Anwalt der sieben Angeklagten des griechischen
Staates das seinige, damit diese Personen so schnell wie möglich nach
Hause zu ihren FreundInnen, GenossInnen und Angehörigen zurückkommen. Am
30. Juni wurde ein Widerspruch eingelegt, der die Freilassung ohne
Auflagen verlangte, wegen der Unregelmäßigkeiten, die bei den
Verhaftungen begangen wurden, und wegen der widersprüchlichen und
konfusen Erklärungen der Polizei. Im September desselben Jahres wurde
dieser Widerspruch abgewiesen. Es wurden in der Folge weiter
Rechtsmittel eingelegt, die ebenfalls abgewiesen wurden. Angesichts der
wiederholten Ablehnung der griechischen Justiz und der Einreichung der
Berufung vor dem Obersten Gericht begannen die sieben Genossen einen
Hungerstreik. Castro begann den Streik am 21. September, die übrigen am
5. Oktober. Dieser Streik dauerte 53 Tage, in denen unsere Genossen von
Seiten der staatlichen Sicherheitskräfte und von Seiten von Angestellten
des Diabata-Gefängnisses, wo sie die Untersuchungshaft absaßen,
unmenschlich behandelt. Selbst die ÄrztInnen der Krankenhäuser
prangerten öffentlich Folter und Mißhandlungen an, denen diese sieben
Personen ausgesetzt waren.

Von außen unterstützten wir, ihre GenossInnen, FreundInnen und
Angehörigen, den Streik mit Soli-Aktionen. Am 26. November war der
Gesundheitszustand der Genossen ziemlich heikel, die Staatsanwaltschaft
ordnete an, den Streikenden Serum in die Venen zu injizieren, die sie
ebenso ablehnten, wie ihnen zuvor sämtliche eingelegten Einsprüche
abgelehnt worden waren, und am selben Tag gegen 15 Uhr erfuhren wir die
Nachricht von der Freilassung der sieben Genossen.

Ihre Situation war danach so:

Simon und der Genosse aus den USA wurden freigesprochen.

Carlos erwartet ein Urteil wegen minderschwerer Vergehen, worauf maximal
fünf Jahre Gefängnis stehen.

Fernando, Castro, Tsitas, Jonathan, Michalis und Dimitris ließen
Ermittlungen wegen des Freiheitsentzugs einleiten.

AKTUELLE SITUATION

Die momentane Situation unserer GenossInnen ist die folgende:

Die Untersuchungen wegen der Freiheitsentziehungen haben keine neuen
Erkenntnisse gebracht, könnten aber dazu führen, daß für Fernando,
Castro, Jonathan, Tsitas, Michalis und Dimitris die Anklagen ebenfalls
auf minderschwere Vergehen begrenzt werden (Höchststrafe fünf Jahre).

Carlos und sechs weitere GenossInnen (von den 29, die mit Anklagen
freigelassen worden waren) werden am 13. Januar 2005 vor Gericht stehen,
ihre Strafe könnte bis zu fünf Jahre betragen.

Am 26. November hatte uns Freude erfaßt, wie hätte es anders sein
können, aber die grausame Realität des Systems treibt uns erneut auf die
Straße, um für unsere GenossInnen Freiheit ohne Anklagen zu fordern.

[Bei Pº Alberto Palacios nº2 Villaverde Alto (Madrid) CP:28021, Tel.
(0034) 91 797 04 24, Fax (0034) 91 505 21 83, e-mail:
fcsvillaverdealto-at-cnt-Punkt-es gibt's noch eine DVD mit Aufnahmen vom
Gipfel, aber ich schätz mal, daß das alles auf Spanisch ist, Üs.]

Original-Quelle: Web C.N.T.


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http://www.ainfos.ca/04/dec/ainfos00203.html
(ca) 8 ENERO 2005, organiza acciones en tu ciudad - Día internacional de
movilizaciones por la libertad sin cargos de los anarquistas detenidos
en Tesalónica
>From a-infos-ca@ainfos.ca
Date Mon, 13 Dec 2004 23:22:03 +0100 (CET)

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