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(de) SchNEWS Ausgabe 449 – Freitag, 16. April (en)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Sat, 17 Apr 2004 21:57:54 +0200 (CEST)


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http://ainfos.ca/index24.html
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AUFWACHEN! AUFWACHEN! HIER IST EURE OASE DER WAHRHEIT... SchNEWS
FALLUJA NICHT DRAUF REIN!
"Wie können die Medien das berichten, wenn sie nicht mal einen
Korrespondenten in Falluja haben? Warum versäumen sie es so vollständig,
die irakische Seite der Geschichte zu berichten? Kann es noch
offensichtlicher sein, daß sie nur die Lügen des US-Militärs über die
Lage nachplappern?"
Dahr Jamail, unabhängiger Reporter
Erinnert Ihr Euch an den alten irakischen Informationsminister mit dem
Spitznamen "Comic-Ali", der unter anderem noch die Niederlage der
US-Streitkräfte verkündete, während sie in Bagdad einmarschierten? Nun,
jetzt sind Comic-Blair und -Bush an der Reihe, die jeden irakischen
Widerstand gegen die Invasion und Besatzung ihres Landes als
"terroristische Außenseiter; ein Extremist, der seine eigene Miliz
aufgebaut hat; Überbleibsel der brutalen Diktatur" abtun, während sie
auf der anderen Seite nur "Menschen von immensem Mut und Menschlichkeit"
kennen (SchNEWS vermutet, Blair spricht über amerikanische und britische
SoldatInnen!).

Während also Generalsekretär Amr Moussa auf einem Treffen der Arabischen
Liga sagte, daß ein US-Krieg gegen Irak "die Pforten der Hölle öffnen"
würde, werden wir im Westen mit kommerziellen Nachrichten abgespeist,
die Dahr Jamil, einer der ganz wenigen JournalistInnen, die seit der
Belagerung in Falluja sind, als "nachgeplapperte Lügen des US-Militärs"
bezeichnet. Im Irak wird ihnen befohlen, statt im Fernsehen Bilder "von
Amerikanern und Koalitionssoldaten, die unschuldige Zivilisten töten"
anzuschauen, das "Programm umzuschalten", weil das "keine legitimen
Nachrichtenquellen sind".

Tatsächlich war es eine dieser "illegitimen" Nachrichtenquellen, die
dazu beigetragen hat, die jüngste Widerstandswelle loszutreten, nämlich
die Zeitung al-Hawza – indem sie verboten wurde. Verboten, weil sie über
die Behauptungen von Augenzeugen berichtete, daß ein angeblicher
Autobombenanschlag, der zahlreiche Freiwillige für die neuen irakischen
Verteidigungskräfte tötete, in Wirklichkeit von einem amerikanischen
Hubschrauber begangen wurde. Außerdem hatte die Zeitung
Koalitionsbehördenführer Bremer kritisiert – etwas, das im neuen
"freien" Irak nicht erlaubt ist.

US-Offizielle kämpfen nicht nur gegen die irakische Bevölkerung, sie
führen auch einen gewaltigen Propagandakrieg, um mit der Wahrheit über
ihre Aktionen fertigzuwerden. Der Krieg im Irak ist ein richtiggehender
Medienkrieg, wo Bilder wie Waffen benutzt weden, um die öffentliche
Meinung zu manipulieren. Die Tatsache, daß Bush in den USA vor Wahlen
steht, erhöht die Bedeutung dieser Manipulation noch. In einer
Fernsehansprache versicherte er, daß die Lage im Irak "kein Bürgerkrieg,
kein Volksaufstand, und der größte Teil Iraks relativ stabil" sei. Der
olle Comic-Bush hat offenbar zuviel CNN geschaut – der US-Autor Rahul
Mahajan erklärt: "Es gibt im allgemeinen keine schnellere Methode, einen
Iraki zum Lachen zu bringen, als davon zu sprechen, wie die USA dem Land
Freiheit und Demokratie bringen."


Freiheitsstatue?

Nehmt den Firdos-Platz, wo das berühmte Niederreißen der Saddam-Statue
inszeniert wurde. Der unabhängige Journalist Dahr Jamail sagte: "Einige
Tage zuvor war der Platz abgesperrt und vom amerikanischen Militär
blockiert worden. Ich stand auf dem Dach meines Appartements und hörte,
wie ein Sprecher Anweisungen brüllte, daß jeder, der sich dem Bereich
näherte, erschossen wird, sobald sie ihn sehen. Das ist Freiheit." Eine
Woche zuvor hatten irakische Soldaten, ausgebildet und kontrolliert von
Koalitionskräften, dort das Feuer auf eine Demonstration eröffnet. Als
die Protestierenden nach Hause ins Armenviertel Sadr City zurückkehrten,
rückte die US-Armee nach, mit Panzern, Hubschraubern und Flugzeugen, und
feuerte willkürlich auf Wohnhäuser, Läden, Straßen, sogar Krankenwagen.
Laut Angaben örtlicher Krankenhäuser wurden 47 Menschen getötet und
viele weitere verletzt.

Dahr Jamil schreibt wütend: "Es ist kein Wunder, daß die kommerziellen
Medien selten über die Folterung vieler der über 10.000 Irakis, die vom
US-Militär festgehalten werden, berichten, über die ständigen
Hausdurchsuchungen oder die Infrastruktur, die fast überhaupt nicht
repariert wurde, obwohl wir jetzt ins zweite Jahr der Besatzung kommen.
Denn die meisten der kommerziellen Medien bleiben lieber nahe bei ihren
Hotels als dort, wo die Ereignisse geschehen und jeden Tag erlebt werden
– draußen unter den irakischen Menschen.

"Der Großteil der kommerziellen Medien neigt dazu, einfach dorthin zu
gehen, wo das US-Militär ihnen sagt, es sei sicher, hinzugehen, während
sie ihre Schutzjacken, Helme und die bevorzugte "wir gegen
die"-Mentalität gegenüber den Irakis anlegen... Stattdessen wird die
US-Öffentlichkeit mit getürkten Umfragen gefüttert, die ihnen erzählen,
die Hälfte der Irakis habe das Gefühl, mit einem Jahr Besatzung seien
sie jetzt besser dran. Das ist eine erstaunliche Zahl, da fast jedeR der
Hunderten von Irakis, die ich im ganzen Irak interviewt habe,
verständlicherweise wütend war auf die 70% Arbeitslosigkeit, weniger als
acht Stunden Elektrizität pro Tag in Bagdad, so miesem Wasser, daß im
Südirak die Cholera ausbricht, und einer Sicherheitslage, die täglich
weiter außer Kontrolle gerät.

Praktisch die einzige Gelegenheit, bei der es leicht ist, Irakis zu
finden, die für die Besatzung sind, ist, sie sich von der provisorischen
Koalitionsbehörde (CPA) zeigen zu lassen. Deshalb finden die
Journalisten mit der geringsten Initiative die rarste Auswahl an
öffentlicher Meinung, indem sie mit denen Reden, die im
CPA-Hauptquartier am Tisch sitzen oder auch putzen.

"Im Irak an die Tatsachen heranzukommen, ist keine Raketentechnologie.
Ich mach nur meinen Job und berichte über die irakische Seite der
Geschichte. Die Basis einer Demokratie ist eine informierte
Bürgerschaft. Die US-BürgerInnen werden nicht nur um den Zugang zu
Informationen über die wahre Natur der kritischen Lage im Irak gebracht,
sie werden von den meisten Veröffentlichungen der kommerziellen Medien
regelrecht angelogen."

Medienkonzerne umgehen

* Lest einen bewegenden Bericht von Jo Wildings Zeit in Falluja: "George
Bush sagt am Ostersonntag zu den Truppen: 'Ich weiß, daß es richtig ist,
was wir im Irak tun.' Unbewaffneten Männern vor der Wohnung ihrer
Familie in den Rücken zu schießen ist richtig? Omas mit weißen Fahnen
erschießen ist richtig? Frauen und Kinder, die aus ihren Häusern
fliehen, ist richtig? Auf Krankenwagen schießen ist richtig?"
www.wildfirejo.org.uk

* Lest Rahul Mahajans Bericht aus Falluja: "Für Amerikaner bedeutet
'Falluja' vielleicht immer noch vier getötete Söldner und ihre
verstümmelten und geschändeten Leichen; für Irakis bedeutet 'Falluja'
die rasende kollektive Bestrafung für diesen Angriff, bei der über 600
Irakis getötet wurden, darunter schätzungsweise 200 Frauen und über 100
Kinder." www.empirenotes.org Rahul schrieb kürzlich auch über "Dominanz
in allen Bereichen: US-Macht im Irak und darüber hinaus."

* Lest Dahr Jamail, irakische Weblog-Bulletins: "Lösungen? Eine
Tatsache, die heute vollkommen offensichtlich bleibt, ist, daß Falluja
ein weiterer Kristallisationspunkt für den Widerstand geworden ist.
Während die meisten Medien in den USA (und vielen anderen westlichen
Ländern) es nicht fertigbringen, die irakische Seite der Geschichte dort
zu berichten, weiß hier jeder, daß es in ein totales Massaker ausgeartet
ist, und die Leute sind extrem wütend. Dies und der desaströse Umgang
der Amerikaner mit der Muqtada Sadr-Geschichte zusammen haben Ströme von
Freiwilligen in den sowieso schon wachsenden Widerstand gegen die
Besatzung getrieben."
http://newstandardnews.net/iraqdispatches

* Diesen Samstag (17.) spricht Ewa Jasiewicz, die in Bagdad und Basra
gelebt hat, im Kinning Park Complex, Cornwall St, Glasgow (13 Uhr).
Vollständige Liste ihrer Vortragsreise durch Schottland:
www.tramping.org.uk/ewa

* Eine größere Konferenz über die Privatisierung des Iraks, gesponsert
von Shell, findet vom 26.-28. April in London statt, mit vielen
KonzernvertreterInnen, die ein Stück vom Kuchen wollen, und
Vertreter(Inn?)en von Regierungsrat und Besatzungsbehörde (Möchte jemand
BürgerInnen verhaften?). Gegendemos und Aktionen werden geplant von
einem Spektrum verschiedener Friedens-, Gerechtigkeits- und
Anti-Militarisierungsgruppen. Dazu kommt ein besonderes Augenmerk auf
ArbeiterInnenrecht im besetzten Irak und eine Gegenkonferenz-Webseite.
Ein Organisierungstreffen hat am 15. stattgefunden. Weitere Infos siehe:
www.warprofiteers.com,
www.voices.netuxo.co.uk/library/briefing_oct2003.html, oder kontaktiert
Voices in the Wilderness unter (0044)-845 458 2564 /
voices@voicesuk.org.

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Terroristenjagd

Angestellte des DHKC (Revolutionäre
Volksbefreiungsfront)-Informationsbüros in Brüssel wurden letzte Woche
von schwerbewaffneter Anti-Terror-Polizei verhaftet, die zuvor das ganze
Viertel abgesperrt und die Türen des Büros aufgebrochen hatten.

Die Polizeikommandos gruben sogar den Garten um, in der Hoffnung, ein
bißchen Sprengstoff zu finden, entdeckten aber nur Gemüse und Blumen.
Der lächerliche Einsatz richtete sich eigentlich gegen das Büro von
Halkin Sesi TV, einem Internet-Fernsehsender, der sein Büro im
Obergeschoß desselben Gebäudes hat.

Der Sender hatte das Verbrechen begangen, Nachrichten über kämpfende
Einheiten der DHKC zu senden, die per Telefon aus Italien berichtet
wurden.


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Besetzt diesen Raum

* Neues soziales Zentrum besetzt! Oxford, 220 Cowley Road. Dort werden
Treffen und Arbeitsgruppen organisiert. Mehr Infos auf Indymedia Oxford,
oder fragt sie selber: oxsocial@linuxmail.org,
http://free.hostdepartment.com/o/oxsocial/

* Das Roundhouse, 1997 von Tony Wrench als Teil einer experimentellen
Kommune gebaut, aus Holz mit einem Torfdach, ist vom Abriß bedroht. Um
den Abriß aufzuhalten, haben rund 40 SquatterInnen das Roundhouse im
Nationalpark Pembrokeshire Coast übers Osterwochenende besetzt.
Protestierende besetzten auch eine Hügelfestung aus der Eisenzeit und
bauten auf einer Raststätte Rundhäuser aus Holz und Stroh, um sich an
die Öffentlichkeit zu wenden, zogen durch nahegelegene Dörfer und gingen
dann zur Nationalparkbehörde, um sich mit ihr zu unterhalten. Die
PlanerInnen weigerten sich zunächst, mit ihnen zu sprechen, aber nachdem
die entschlossenen DemonstrantInnen über Nacht auf dem Parkplatz der
Behörde kampierten, trafen sie sich und stimmten einem öffentlichen
Treffen in vier bis sechs Wochen zu. Mehr Infos gibt's bei Chapter 7 /
The Land is Ours: (0044)-1460 249204, http://www.thelandisours.org

* Die besetzte Colliers Wood School in London wurde letzten Montag trotz
einer Abmachung, daß die BesetzerInnen friedlich gehen würden, gewaltsam
von der Polizei geräumt. Baufirmen sind hineingegangen, haben die ganze
Schule verwüstet und einen Graben darum gezogen, "um ihre Gewalt darüber
zu manifestieren". Die BesetzerInnen sind entschlossen, den Kampf in
Colliers Wood, das von gierigen Bauträgern verwüstet wird, mit anderen
Mitteln weiterzuführen. Örtliche Bürgervereinigungen und städtische
ArbeiterInnen unterstützen sie. Fragt Dave - (0044)7986465552

* Die BesetzerInnen von Tufnell Park haben ihren Prozeß vor zwei Wochen
verloren und versuchen, Berufung einzulegen. Sie verhandeln, um eine
Räumung for dem 1. Mai zu vermeiden, aber die Polizei ist entschlossen,
das Zentrum zu schließen und kündigen die Räumung für Ende April an.
SquatterInnen und AnwohnerInnen führen eine gemeinsame Kampagne, um die
Räumung zu verhindern. Widerstand gegen die Räumung ist geplant, und sie
brauchen Eure Hilfe. Treffen bei Grand Banks ggü. U-Bhf. Tufnell Park am
Mittwoch (21.) um 19:30. www.wombles.org.uk oder Tel. (0044)-7986
075829.

* EinwohnerInnen von Hebden Bridge in Yorkshire haben über Ostern ein
ehemaliges städtisches Gebäude in West Yorkshire übernommen. Sie haben
einen offenen Gemeinschaftsraum daraus gemacht, mit Filmen,
Umsonstladen, Essen und Veranstaltungen über das ganze Wochenende. Das
Gebäude war mal ein Tourismus-Informationszentrum, das vom Stadtrat von
Calderdale einem Bauträger überlassen wurde, der daraus schicke
Wohnungen machen will. Die BesetzerInnen wenden sich gegen die Bedrohung
durch kurzsichtige Bauplanung und steigende Baupreise. Der Bauträger
rannte zur Polizei und forderte die Räumung, aber die Polizei mußte zur
Kenntnis nehmen, daß die Besetzung legal war. Weitere Infos:
www.hebdenbridge.co.uk

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Positive SchNEWS

Critical Mass London wird diesen Monat 10 Jahre alt, und ihr seid alle
zu ihrer Geburtstagsparty eingeladen. Critical Mass ist ein monatliches
Treffen von RadfahrerInnen, das mittlerweile in Hunderten von Städten
rund um die Welt stattfindet. Es begann vor 11 1/2 Jahren in San
Francisco und feiert Alternativen zu Autos, Verschmutzung, Unfällen und
dem Verlust von öffentlichen Plätzen und Freiheiten.

Eine Radlerin drückt es so aus: "Am Ende jedes Arbeitstags strömen
Tausende von Leuten auf die Straßen zu dem, was ein zentrales
Lebensritual des 21. Jahrhunderts geworden ist – der tägliche
Arbeitsweg. Für die meisten ist es aber kein Grund zum Feiern oder auch
nur zur Erleichterung, daß sie mit der Arbeit fertig sind. Die Heimfahrt
verspricht frustrierendes Eingesperrtsein, unangenehme Luft und für
RadlerInnen ständige Bedrohungen für Sicherheit und Wohlbefinden. Aber
an einem Tag im Monat wird das Ritual abgeändert. Hunderte von uns
kommen zusammen, radeln durch die Straßen und geben den Motorisierten
wie uns selbst eine Vision davon, wie es anders sein könnte."

Letztlich ist Critical Mass nur eine Horde RadfahrerInnen, die zusammen
herumfahren. Aber das Unglaubliche ist, daß bei diesem einfachen Versuch
so viele wichtige und interessante Fragen aufkommen. Warum gibt es so
wenig freien Platz in unseren Städten, wo Menschen sich erholen und
begegnen können, frei vom unaufhörlichen Kaufen und Verkaufen des
gewöhnlichen Lebens? Warum organisieren die Menschen ihr Leben so
zwanghaft um den Besitz eines Autos? Wie könnte eine alternative Zukunft
aussehen?

Falls Ihr also am 30. April in London seid, kommt um 18 Uhr ans Südufer
bei Waterloo, vor dem National Film Theatre, unter der Waterloo Bridge.
www.criticalmasslondon.org.uk

* Zur Geschichte von critical mass lest 'Critical Mass – Bicycling's
Defiant Celebration' von Chris Carlsson, erhältlich bei AK Press, PO Box
12766, Edinburgh, Scotland. EH8 9YE www.akuk.com

* "Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr!" Film über
Critical Mass am 29. April im Indymedia Cinema @ The Other Cinema
London, 11 Rupert Street, London W1 (Leicester Sq)

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Niederlage für Coca-Cola

Die kolumbianische Nahrungsmittelgewerkschaft Sinaltrainal hat einen
12tägigen Hungerstreik (s. SchNEWS 447) mit einem bedeutenden Sieg für
die Streikenden und 91 KollegInnen beendet, die entlassen werden
sollten. Unterstützt von anderen GewerkschafterInnen, Kirche und anderen
Solidaritätsgruppen protestierten die ArbeiterInnen auch gegen den
Einsatz illegaler paramilitärischer Einheiten gegen
GewerkschaftsfunktionärInnen. Die Abfüllfabrik Femsa hat den
Hungerstreikenden auch zwei Wochen bezahlten Erholungsurlaub
zugestanden. (Sie hatten ihre üblichen 8-Stunden-Schichten leisten
müssen und waren wegen sinkender Produktivität mit Disziplinarmaßnahmen
bedroht worden!) Der Konzern verpflichtete sich außerdem, landesweit
Zeitungsanzeigen zu schalten, die sich gegen paramilitärische Repression
gegen ArbeiterInnen richten.

In den letzten 14 Jahren wurden neun Sinaltrainal-Mitglieder ermordet,
fünf ihrer Führer wegen Terrorismusklagen eingesperrt und 65
AktivistInnen mit dem Tod bedroht. Coca Colas Unterstützung für
gewerkschaftsfeindliche Aktivitäten sind von den USA bis Guatemala und
Brasilien eindeutig belegt. Stoppt die Angriffe und unterstützt einen
internationalen Boykott von Coca Cola. Denkt dran, Coke besitzt auch
Bacardi Breezers, Aquapure [Bonacqua], Dr. Pepper, Dannon, Sprite [und
natürlich Fanta, Üs.] und Schweppes...

Mehr Infos: www.killercoke.org

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Eingekästelt

Tausende von NHS-KrankenhauspatientInnen [NHS = National Health Service,
also die nicht privat Versicherten, Üs.] haben Fernseher an ihren Betten
angeboten bekommen. Das war Teil eines Geschäfts mit einer Privatfirma
und wurde als Triumph regierungsamtlichen Einsatzes für mehr
"Patientenmacht" angekündigt. Das einzige Problem war, daß die
PatientInnen die Fernseher nicht ausschalten konnten. Die Kisten hatten
schlicht keine Ausschaltknöpfe und sendeten ihr Flimmerlicht für
voreingestellte 15 Stunden täglich.

Die Fernseher wurden von Patientline installiert, einer Privatfirma,
deren Vorsitzender Derek Lewis ist, der ehemalige Generaldirektor des
Gefängnisdienstes. Ihr gefangenes Publikum schließt 17.500 PatientInnen
in 32 Krankenhäusern im ganzen Land ein. Die Glotzen starten automatisch
um 6 oder 7 Uhr morgens und schalten sich um 22 Uhr ab. Die PatientInnen
bezahlen £3,20 [4,85€] täglich für die ganze Programmvielfalt. Wer
diesen Service nicht bestellt, kommt trotzdem nicht ungeschoren davon:
Sie bekommen stattdessen Reklame für den Service und Botschaften von der
Krankenhausleitung. Die Wahl lautet also, entweder für ständige
Berieselung mit Fernsehschrott zu zahlen oder 15 Stunden täglich
ununterbrochen beworben zu werden. SchNEWS vermutet, daß das eine
besonders schlaue Methode ist, um die Leute zu bewegen, das Spital
schnell zu verlassen und die Wartelisten zu verkürzen.

Ein Sprecher des Unternehmens bezeichnete das Fehlen der Ausschaltknöpfe
als "Mißgeschick", das bei neueren Installationen korrigiert worden sei.
Robert McMaster, Patient im Royal Berkshire Hospital in Reading, sagte,
es sei "irritierend, diesen ständigen und unwillkommenen Reizen
ausgesetzt zu sein, besonders nachts oder wenn man versucht, sich
auszuruhen." Eine Patientline-Sprecherin konnte sich für einen Moment
vom Fernseher losreißen, um zu kommentieren: "Diese Beschwerden haben
uns vollkommen überrascht. Wir betreiben dieses System seit 1995, und
ich habe noch nie von diesem Kritikpunkt gehört."

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Die 10-Jahre-SchNEWS-Tour geht weiter mit folgenden Terminen:

(16.) Leamington Community Gallery, Avenue Road.
(17.) Bolton
(18.) Liverpool
(19.) Lancaster LaRC-The basement, 78a Penny St.
(20.) Glasgow. Pearce Institute, Govan, G51 3UU
(21.) Faslane Peace Camp, wahrscheinlich.
(22.) Bilston Woods road protest camp, bei Edinburgh.
(23.) Edinburgh Forest Cafe, Bristol Place
(24.) Newcastle The Cluny, unter der Byker Bridge 2-4pm.
(25.) Leeds The Packhorse Pub, Woodhouse Lane
(26.) Sheffield. Cricketers Arms, Bramall Lane 8pm.
(27.) Nine Ladies protest camp
(28.) Manchester Arch Bar, Stretford Road, Hulme 7.30pm.
(29.) Nottingham. Sumac Centre, 245 Gladstone Street 8.30pm
(30.) Norwich The Hog In Armour, Charring X, 7-11pm.
(1. Mai) Ipswich.

Weitere Details (0044)-1273 685913 www.schnews.org.uk/extras/tour.htm

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..das Letzte...

Ein Rekordtief erreichte das Niveau, als ein Richter der altgedienten
Friedensaktivistin Shirley Law, einer Großmutter aus Plymouth, sagte, es
sei "an der Zeit, den Bolzenschneider wegzulegen, zu den Stricknadeln zu
greifen und künftig auf der richtigen Seite des Zauns zu bleiben!"

Shirley wurde zusammen mit zwei anderen kürzlich für schuldig befunden,
in die Werft von Devonport eingebrochen zu sein – die Basis für das
illegale Ausbesserungsprogramm des britischen Verteidigungsministeriums
für Trident-Atom-U-Boote und Hunter Killer-U-Boote, die gegen den Irak
verwendet wurden. Die Richter weigerten sich, die Argumente der
Protestierenden bezüglich der internationalen Rechtslage anzuhören.

SchNEWS meint: Unser Rechtssystem sollte aufhören, zu versuchen, uns
hinters Licht zu führen, und endlich die Illegalität unseres eigenen
Bestandes an atomaren Massenvernichtungswaffen zur Kenntnis nehmen. Die
Weisheit älterer Menschen sollte respektiert werden, und sie sollten die
Barrikaden besetzen, statt zum Stricken ins Altersheim gesteckt zu
werden.

Trident Ploughshares veranstalten das nächste Devonport Disarmament Camp
vom 27. Mai bis zum 1. Juni. (0044)-845 4588363
www.tridentploughshares.org

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Disclaimer
SchNEWS warns all readers you've had yer 'Comical Ali', Bush The Clown -
now it's yer Falluja of it SchNEWS punned down!
[Wie willste das übersetzen? Üs]

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INFORMATIONEN FÜR AKTIONEN - WENN'S EUCH GEFÄLLT, SAGT ES WEITER...

Was geht? Checkt unseren Party-und-Protest-Kalender auf
www.schnews.org.uk/pap/guide.htm Er wird jede Woche aktualisiert und hat
Rubriken für regelmäßige Veranstaltungen, lokale Veranstaltungen,
Protestcamps und mehr...

Die Pläne der 10-Jahre-SchNEWS-Tour werden ebenfalls regelmäßig
aktualisiert. Nachzulesen unter www.schnews.org.uk/extras/tour.htm

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Date Fri, 16 Apr 2004 10:03:56 +0200 (CEST)

[Das vollständige englische Original mit allen Nachrichten, einer
Karikatur und all den Wortspielen, die ich nicht kapiert hab oder nicht
übertragen konnte, gibt's wie immer unter
http://www.schnews.org.uk/archive/pdf/news449.pdf bzw.
http://www.schnews.org.uk/archive/news449.htm - Üs.]



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