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(de) SchNEWS Ausgabe 448 - Fr 2.4. - nur Text (en)

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Fri, 9 Apr 2004 22:03:08 +0200 (CEST)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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[Das vollständige englische Original mit allen Nachrichten, einer
Karikatur und all den Wortspielen, die ich nicht kapiert hab oder nicht
übertragen konnte, gibt's wie immer unter
http://www.schnews.org.uk/archive/pdf/news448.pdf bzw.
http://www.schnews.org.uk/archive/news448.htm. Und sorry für ein paar
überholte Termine, aber das Original war dieses Mal auch erst zwei Tage
später als gewöhnlich online - Üs.]

AUFWACHEN! AUFWACHEN! HIER IST DAS PERFEKT UNFÖRMIGE... SchNEWS

KNABBER-ANGRIFF

"Der Triumph des Fast-Food-Systems wurde in fast jeder Phase unterstützt
durch Förderung der Regierung, das Fehlen ordentlicher Regelungen,
irreführende Werbung und eine weitverbreitete Unwissenheit darüber, wie
schnelles, billiges Essen tatsächlich hergestellt wird. Dieses System
ist nicht nachhaltig. In weniger als drei Jahrzehnten hat es schon
außerordentlichen Schaden angerichtet. Wenn die Fast-Food-Industrie die
Kosten tragen müßte, die sie jetzt auf die gesamte Gesellschaft abwälzt,
würde sie zusammenbrechen." – Eric Schlosser, Autor von "Fast Food
Nation".

Diese Woche zeigte eine Untersuchung über unsere [die britische, Üs.]
Junk-Food-Nation, daß der Ausdruck "gib ihnen Zucker" wörtlich genommen
wird, wenn es um britische Kleinkinder geht. Es scheint, daß all diese
zukünftigen Weltmeister aufgezogen werden mit einer mehr als gesunden
Dosis Schokolade, Pommes und Weißbrot – und daß die Mehrheit aller
Kinder in Britannien nicht jeden Tag die empfohlene Menge Obst und
Gemüse essen. Da überrascht es nicht, daß kindliches Übergewicht zu
einer Epidemie wird – der höchste Gesundheitsbeamte spricht von dieser
Krankheit als einer "Gesundheitszeitbombe".

Aber während Neo-Labour versucht, das fette Problem der Allgemeinheit
anzulasten, die nicht genug Sport treibt und nicht ihr
(genmanipuliertes) Gemüse aufißt, könnte es in Wirklichkeit etwas zu tun
haben mit dem Ausverkauf von Schulspielplätzen, Schulkantinen in den
Händen profitorientierter Vertragspartner und der geballten
Junk-Food-Reklame, die auf die Kinder zielt, während sich die Regierung
weigert, irgendetwas dagegen zu unternehmen.

FRESST SCHEISSE & STERBT

Lebensmittelreklame für Kinder wird dominiert von hochgradig salz-,
zucker- und fetthaltigen Produkten. Trotz eines Berichts von 106
Organisationen, der ein Verbot fordert, und trotz Forschungen der
regierungseigenen Food Standards Agency, die zu dem Schluß gekommen ist,
daß – wer hätte es gedacht – "Werbung die Essensauswahl und das
Eßverhalten der Kinder beeinflußt und nicht nur, welche Marken, sondern
auch, welche Art von Lebensmitteln sie auswählen", sagte
Kultursekretärin Tessa Jowell, die Regierung werde keinen Einfluß auf
die Junk-Food-Reklame nehmen und uns stattdessen "Auswahlmöglichkeiten
auf der Grundlage von Informationen" bieten und über Partnerschaften
sprechen ('Partnerschaften', wo die, die ihren Mist verkaufen, sich noch
in der Öffentlichkeit positiv darstellen können, wie McDonald's mit
ihren Gutscheinen für brave Kinder). Partnerschaften, wo Sportminister
Richard Caborn "entzückt" war, daß Cadburys half, Mittel für Sportgeräte
in Schulen zu beschaffen. Wie? Natürlich, indem sie Kinder überredeten,
Berge von Schokolade zu essen! Die Nahrungs- und Landwirtschaftsgruppe
Sustain berechnete, daß die Schulkinder, um einen Satz
Volleyballnetzpfosten zu bekommen, 1,25 Millionen Kalorien zum Preis von
£2000 [knapp 3000€, Üs] in sich reinstopfen mußten.

Wen sollen wir also beschuldigen? Deirdre Hutton, Vorsitzender des
Nationalen Verbraucherrats, meint: "Wir müssen das Schuldzuweisungsspiel
hinter uns lassen und anfangen, Eltern wirkliche praktische Hilfe zu
geben. Die Mehrzahl der für Kinder gedachten Snacks sind vollgestopft
mit hohen Mengen von Zucker, Fett und Salz. Mehr als 95% der
Lebensmittelreklame im Kinderfernsehen sind für Nahrung, die wenig zur
Förderung gesunder Ernährungsweise beitragen. Supermarktkassen sind
gespickt mit Süßigkeiten und anderem Knabberzeug. Es ist kein großes
Wunder, daß Eltern oft gegen die Macht dieser Belästigungen kämpfen."
Die Antwort der Lebensmittel- und der Werbeindustrie ist natürlich, daß
Reklame niemanden überredet, irgendetwas zu kaufen! Warum um alles in
der Welt verschwenden sie dann im Jahr 50 Milliarden Dollar weltweit
(davon allein McDonald's zwei Milliarden) – mehr als das
Bruttoinlandsprodukt von 70% aller Länder der Welt – für Reklame?!? Tim
Mobsby (Kellogg's) erzählte dem Parlament sogar, Kinder würden "aufhören
zu frühstücken", wenn die Werbung für gezuckerte Getreideprodukte wie
Coco Pops aus dem Kinderfernsehen genommen würde!

ÜBERZUCKERT

Die Lebensmittelindustrie versteht es mittlerweile sehr gut, Zucker aus
dem Rampenlicht und stattdessen in unserer Nahrung zu halten, indem sie
ihre Produkte überall verstecken, von Zuckerplörre bis zu Pizzas,
während sie ihre Risiken verschleiern. WissenschaftlerInnen von der
British Nutrition Foundation und dem International Life Sciences
Institute attackierten Versuche, britische und internationale
Richtlinien für den Zuckerverbrauch zu entwickeln. Beide Institutionen
werden von Konzernen wie Coca Cola bezahlt, deren Getränke über sechs
Teelöffel Zucker pro Dose enthalten! Professor Philipp James vom Komitee
für Ernährungsrichtlinien erklärt: "Die Zuckerindustrie hat die Tricks
der Tabakindustrie gelernt. Verwirre die Öffentlichkeit, schaff Experten
ran, die sich nicht einig sind, versuche, die Botschaft zu verwässern,
zeig an, daß Extremisten wie ich in die öffentliche Gesundheitsfürsorge
involviert sind."

Genau dieselben Kräfte, die mit ihrem ungesunden Dreck bei Kindern
hausieren gehen, sind die großen multinationalen Lebensmittelhändler,
-verarbeiter und -ketten, die den Globus nach den billigsten Rohstoffen
abgrasen, aus denen sie hochprofitable, lang haltbare Fertigprodukte
machen können, die die Regale der Supermärkte beherrschen. Dieselben
Kräfte, die geholfen haben, die ganzen kleinen bäuerlichen
Familienbetriebe und Läden dichtzumachen. Dieselbe Bande, die dafür
gesorgt hat, daß alle unsere Einkaufszentren gleich aussehen und sich
gleich anfühlen, indem sie uns in Müll ertränken und niedrig bezahlte,
niedrig qualifizierte Arbeitsplätze fördern; dieselbe Kraft, die die
Grausamkeiten der industriellen Tierhaltung gefördert hat... Wir könnten
die Liste fortsetzen (machen wir ja normalerweise). Dieselben Konzerne,
deren Mentalität noch viel zerstörerischer ist, als daß sie uns nur in
eine Nation von Fettärschen verwandeln würden – und ein Land, dessen
Machthaber Neo Labour schlicht zu vollgefressen ist, um etwas dagegen zu
unternehmen.

* Weg vom importierten Supermarktfraß, baut Euer eigenes an:
www.schnews.org.uk/sotw/digging-for-victory.htm

* Ein neues Gesetz in Amerika, das sogenannte "Cheeseburger Bill", soll
die Fast-Food-Giganten vor künftigen Prozessen schützen und die
individuelle Verantwortung für Fettleibigkeit festlegen. Die
Tabakindustrie ist bestimmt grün vor Neid, daß sie nicht auf sowas
gekommen ist. www.sevenoaksmag.com/features/04_cheeseburger

* Der Bericht "Wie grün ist Ihr Supermarkt?" zeigt, daß [britische, Üs]
SupermarktkundInnen jährlich £470 (ein Sechstel ihres
Lebensmittelbudgets) für Verpackungen ausgeben und daß die Lastwagen für
die Anlieferung täglich eine Strecke fahren, die zwei Reisen zum Mond
und zurück entspricht.

* Das Magazin "Ecologist" befaßt sich diesen Monat ausführlich mit der
"Slow Food"-Bewegung. www.theecologist.org

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Verhaftung der Woche

Für seitliches Tragen einer Baseballkappe!
Ein Schüler in Arizona, USA, wurde verhaftet und für mehrere Stunden von
der Polizei festgehalten, weil er sich weigerte, das Schild seiner
Baseballkappe nach vorne zu drehen. Morgan, der schwarz ist, war beim
Mittagessen, als ihn Schul-Wachleute wegen seiner Kappe ansprachen. Im
Polizeibericht steht, es verstoße gegen die Schulpolitik,
Kopfbedeckungen seitwärts zu tragen, weil es ein Zeichen von Mißachtung
von Autorität sein kann, aber Morgan sagt, daß die Regel selektiv
angewendet wird. Laut Polizeibericht zeigte er auf mehrere weiße
SchülerInnen, die ihre Kappen seitwärts trugen. Kurz nach Morgans
Verhaftung führten KlassenkameradInnen einen Protest durch, wobei ein
Schüler für zehn Tage vom Unterricht ausgeschlossen wurde. Morgan wurde
anschließend ohne Anklage freigelassen.

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[...]

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Chardon Hey!

Die britische Kampagne gegen Genmanipulation hat diese [also letzte,
Üs.] Woche einen gewaltigen Sieg errungen. Bayer Cropscience kündigte
an, daß sie ihre genmanipulierte Maissorte "Chardon LL" zurückzieht, das
die einzige GM-Frucht war, die die Lizenz zum kommerziellen Anbau in
Britannien erhalten hatte. Das bedeutet, daß jetzt bis mindestens 2008
keine GM-Pflanzen in Britannien kommerziell angebaut werden.

Bayer sagte, es sei wegen Auflagen der Regierung "ökonomisch nicht
tragbar", GM-Mais zu züchten. Bayer gestand zwar nicht ein, daß es den
Mais wegen des öffentlichen Drucks zurückzog, aber es war nur
öffentlicher Druck, der die Regierung gezwungen hatte, den Anbau der
GM-Pflanzen zu verzögern, sonst wäre die Genmanipulation schon vor fünf
Jahren eingeführt worden.

Es hat Bayer Jahre gekostet, so nahe an den kommerziellen Anbau nur
einer einzigen Sorte heranzukommen. Die Wahrheit ist, daß der Chardon
LL-Mais ein schlechtes, veraltetes Produkt ist, es ist veraltet wegen
der Verzögerungen durch den ständigen Druck und direkte Aktionen. Es gab
eine abgestimmte Kampagne von Protesten, Feldverwüstungen, Blockaden,
Supermarkt-Mahnwachen und Lobbyarbeit. Es war klar, daß die
Öffentlichkeit keine GM-Nahrungsmittel wollte, und viele Supermärkte und
Lebensmittelhersteller werden die Finger von Genfood lassen.

Tony Blair und sein biotechnologischer Banker, Wissenschaftsminister
Lord Sainsbury, müssen auch die Schnauze voll haben. Tony Blair hat
alle, die sich gegen Genfraß gewandt haben, als wissenschaftsfeindlich
gebrandmarkt, aber die Wissenschaft hat fortwährend gezeigt, daß
GM-Pflanzen schädlich für die Umwelt sind. Auch der Gen-Mais bekam die
Zulassung nur durch getürkte Experimente.

Für alle, die sich im Kampf gegen Genmanipulation engagieren, ist das
ein massiver Sieg und ein Beweis, daß direkte Aktion funktioniert. Der
Kampf gegen GM-Agrarprodukte ist trotzdem noch nicht gewonnen – sie
werden immer noch nach Britannien importiert, wobei das meiste davon an
Tiere verfüttert wird. Bayer sagt, es "bleibt hoch engagiert bei der
Weiterentwicklung pflanzlicher Biotechnologie in GB". Warum kapieren die
nicht, daß sie verloren haben, und geben auf?

* Genetic Engineering Network: www.geneticsaction.org.uk 0845 456 9329

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Positive SchNEWS

Schulspeisung muß nicht unbedingt aus Burgern und Pommes bestehen – und
um das zu beweisen, hat eine Frau, die an der St Peter's Primary School
in
Nottingham arbeitet, sich darangemacht, dafür zu sorgen, daß es sich
lohnt, in der Schulkantine Schlange zu stehen.

Jeanette Orrey hat damit begonnen, Schulmahlzeiten vor Ort herzustellen
und dabei so viele organische und lokal produzierte Zutaten wie möglich
zu verwenden. Und obwohl sich dadurch die Kosten der Zutaten verdoppelt
haben, ist der Preis des Essens gleichgeblieben, weil die Zulieferer und
die Bürokratie weggefallen sind. Die steigende Nachfrage für
Schulmahlzeiten in St. Peter's hat auch dazu beigetragen – 90% der
Kinder essen jetzt dort, im Vergleich dazu liegt der landesweite
Durchschnitt bei 45%.

Die Mahlzeiten haben auch eine erzieherische Funktion angenommen –
Kinder entwerfen Menüs und erfahren etwas über das Ausmaß der
Verschmutzung, die verursacht wird, wenn das Essen Tausende von Meilen
herumgefahren wird. Eltern können jetzt an jedem beliebigen Tag an der
Schule essen, und mittwochs verpflegen einige der älteren Kinder
SeniorInnen und essen mit ihnen. Orrey sagt: "Ich versuche nur,
ordentliches, frisches Essen für die Kinder zu liefern und dafür zu
sorgen, daß sie lernen, was für Essen gut für sie ist. Darum sollte es
einer Schulköchin doch eigentlich gehen."
www.localfoodworks.org

* Das Soil Associations Cultivating Communities Project hält eine
Konferenz, um "Höfe, Familien und Essen zusammenzubringen" am 15. April
im Penwith Business Centre, Longrock, Penzance ab. 0845 458 0194
www.cuco.org.uk

* 'Gutes Essen auf dem öffentlichen Teller' von Sustain und East Anglia
Food Link besagt, daß der Einkauf vor Ort produzierter Lebensmittel für
Schul-, Krankenhaus- und Gefängniskantinen die lokalen
Wirtschaftskreisläufe mit mindestens 5 Milliarden Pfund (7,35 Mia. Euro)
fördern würde. Erhältlich über: 020 7837 1228 www.sustainweb.org

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KurzschNEWS

* Electronica All Dayer, 15:30-Mitternacht. Ostersonntag, Club 85,
Whinbush Road, Hitchin. Benefizveranstaltung für People's Global Action.
www.agp.org

* Am 24. März 1989 verschüttete die Exxon Valdez 50 Millionen Liter
Rohöl auf Alaskas Küsten. 15 Jahre später haben die Ölkonzerne ihre
Industrie kein bißchen sicherer gemacht. Schaut Euch diesen Kurzfilm
online an: www.notanothervaldez.com

* Überlebende der Union Carbide-Katastrophe in Bhopal, die 20.000
Menschen tötete, haben den Goldman-Umweltpreis 2004 erhalten. Sie führen
jetzt den internationalen Kampf für die Verantwortlichkeit des Dow
Chemical-Konzerns, der Union Carbide 2001 aufgekauft hat.
www.goldmanprize.org

* Ausstellung von Schablonen-Graffitikunst aus den Straßen Iraks und
Palästinas - The Foundry, Great Eastern Street, London, Di 6.-So 18.
07968 849792 warscrawls@yahoo.com

* Al-Hawza, die US/UK-besatzungskritische irakische Zeitung, wurde
verboten, weil einige Artikel "eine ernste Gewaltdrohung gegen
Koalitionskräfte darstellen" – das, obwohl keiner der Artikel zu
bewaffneten Angriffen aufrief. Darin stand nur, daß eine Bombe, die von
den USA einem Selbstmordattentäter zugeschrieben wurde, die Rakete eines
amerikanischen Apache-Hubschraubers war, und ein Artikel war
überschrieben mit "Bremer in den Fußstapfen Saddams" – soviel zum Thema
freie Meinungsäußerung.

[...]

* Wir stellen ein Buch und einen Film über SchNEWS-Veranstaltungen des
letzten Jahrzehnts zusammen. Wenn Ihr Fotos, Flugis und Videos (Format
egal) habt, wendet Euch ans SchNEWS-Büro.

[...]

* Das Bristol Anarchist Network organisiert eine offene Diskussion über
"Stadtteilarbeit, revolutionär oder reformistisch?" mit RednerInnen von
St. Pauls und der Haringay Solidarity Group, einer Londoner
Stadtteilgruppe mit 14 Jahren Erfahrung. Do 8., 19:30-21:30, Easton
Community Centre, Kilburn Rd, Easton, BS5 6AW
bristolanarchistnetwork@subsection.org.uk

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Protest-Camps aktuell

* Das Blackwood-Protest-Camp an der Stadtgrenze von Cardiff ist trotz
einer Räumungswoche immer noch da. Ein Bunker direkt neben dem Gelände
auf Privatgrund bleibt besetzt, und ca. zehn große Bäume auf der Strecke
konnten wegen brütender Vögel noch nicht gefällt werden. Andere Bäume
wurden zerstört, zusammen mit den Baumhäusern darauf. [...] 07708420446
/ 07811 948764

* Das Camp im Sherwood Forest hat EINEN Monat (nicht zwei, wie in der
Ausgabe von letzter Woche berichtet) aufschub, weil das Gericht die
Zulässigkeit der Planung prüft. Am 25. April gibt es einen
Frühjahrsrummel im Camp ab 12h. Performance-KünstlerInnen, MusikerInnen
usw., die teilnehmen wollen, bitte melden unter 07792 789803. Wie immer
werden in beiden Camps Leute gebraucht, genauso wie im...

* Nine Ladies Camp. Noch keine Räumungsdrohung. Die Firma, die für die
geplante Zerstörung verantwortlich ist, Marshalls (01484 438900), hatte
viel zu tun letzte Woche. Am Donnerstag stürmten und besetzten 25 Leute
ihr Büro in Yorkshire, und am nächsten Tag wurde ihr Lager in Mansfield
Woodhouse blockiert und besetzt.

* Währenddessen hat eine neue Baumbesetzung gegen den vorgeschlagenen
Plan für die F5-Straße in A1159 Priory Crescent north, Southend on Sea,
Essex, begonnen. priory_parklife@yahoo.co.uk

* Bilston Glen Protest Site, 13km außerhalb von Edinburgh, hat am 4.
April ein freies Café veranstaltet. 07986 632429
www.bilstonglen-abs.org.uk

All diese Camps brauchen mehr Leute, Schwung, Inspiration und Energie.
Jetzt, wo das Wetter wieder besser wird, gibt's keine Ausrede mehr.

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Wahlboykott

Am 5. April werden die Menschen in ganz Indonesien gezwungen, in der
letzten Runde der Parlamentswahlen zu wählen. Die eher zweifelhafte
Liste von PolitikerInnen, aus der sie auswählen dürfen, umfaßt Wiranto,
Ex-Verteidigungsminister und General im Ruhestand, angeklagt wegen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Osttimor, "Schwester Tutut", die
Tochter des Ex-Militärdiktators Suharto und Prabowo Subianto, Suhartos
Ex-Schwiegersohn, der wegen Entführung studentischer AktivistInnen
angeklagt ist. Transparency International setzte diesen Monat die
Suharto-Familie an die Spitze ihrer Liste der korruptesten FührerInnen
aller Zeiten. Nach ihren Schätzungen hat die Sippe in 32 Jahren
Herrschaft über 35 Milliarden Dollar eingehamstert.

Von daher ist es keine Überraschung, daß in den am schlimmsten
unterdrückten Regionen des Landes Massenboykotts dieser Wahlen geplant
sind. Zum ersten Mal überhaupt werden die Menschen in Aceh, auf den
Mollukken und in West-Papua eine gemeinsame Widerstandsaktion gegen den
indonesischen Staat leisten, indem sie sich weigern zu wählen und
Wahllokale blockieren. Aber das ist keine kleine Tat. In Indonesien
herrscht Wahlpflicht, und die wird von der gewaltbereiten Polizei
rücksichtslos durchgesetzt. Die Menschen in West-Papua weigerten sich
zum letzten Mal 1977 zu wählen. Suhartos Antwort war ein Massaker,
Bergdörfer wurden bombardiert, Tausende gezwungen, im Dschungel zu
verhungern, und die übrigen abgeschlachtet. Menschen sprechen immer noch
davon, daß sie mitansehen mußten, wie ihre Familien lebendig in
Massengräber geworfen wurden und wie der Baliem-Fluß rot vor Blut war.

* Demo an der Indonesischen Botschaft in London in Solidarität mit dem
Boykott, um die Härte des Gegenschlages zu vermindern. [War schon am
Montag, sorry für die Verzögerung, Üs.] Gleichzeitige Demos sind geplant
in den Niederlanden und den USA.

* TAPOL, indonesische Menschenrechtskampagne:
http://tapol.gn.apc.org/home.htm

* Human Rights Watch:
http://hrw.org/english/docs/2003/12/31/indone7005.htm

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..das Letzte...

David Blunkett [brit. Innenminister] tritt mal wieder als Speerspitze
der harten Truppe auf.
Am Dienstag kämpft er im Königlichen Gerichtshof in London für das
Recht, Opfern von Justizirrtümern über £3000 [4400€, Üs.] für jedes
Jahr, das sie wegen ihrer fälschlichen Verurteilung im Knast verbracht
haben, in Rechnung zu stellen! Die Begründung ist, daß der unschuldige
Mensch ja gar nicht im Gefängnis sein dürfen hätte, kostenlosen
Haferbrei essen und für nix unter ordentlichen grauen Laken schlafen.
Sein Sprecher im Innenministerium sagte, es sei eine absolut
"vernünftige Handlungsweise", da die unschuldigen Männer und Frauen das
Geld ja sowieso für Essen und Unterkunft ausgegeben hätten, wenn sie
nicht im Gefängnis gewesen wären. Die Regierung nennt das "eingesparte
Lebenshaltungskosten".

Paddy Hill, einer der Birmingham 6, verbrachte 16 Jahre hinter Gittern
für ein Verbrechen, das er nicht begangen hatte. Paddy hat jetzt eine
Rechnung erhalten über £50.000 [74.000€] für "Lebenshaltungskosten", die
aufgelaufen seien, während er irrtümlich verurteilt war. "Das
Establishment haßt mich und Leute wie mich, weil wir bewiesen haben, daß
sie sich geirrt haben", sagte er. "Sie wollen uns entweder ignorieren
oder verletzen."

Vincent Hickey, einem der Bridgewater Four, fälschlich verurteilt für
die Tötung eines Zeitungsausträgers, wurden £60.000 [88.000€] für die 17
Jahre, die er im Knast verbracht hat, berechnet. Sein Kommentar: "Wenn
ich das gewußt hätte, wäre ich länger im Hungerstreik geblieben, dann
wäre die Rechnung niedriger ausgefallen."

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Was geht? Checkt unseren Party-und-Protest-Kalender auf
www.schnews.org.uk/pap/guide.htm Er wird jede Woche aktualisiert und hat
Rubriken für regelmäßige Veranstaltungen, lokale Veranstaltungen,
Protestcamps und mehr...

Die Pläne der 10-Jahre-SchNEWS-Tour werden ebenfalls regelmäßig
aktualisiert. Nachzulesen unter www.schnews.org.uk/extras/tour.htm

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(en) SchNEWS Issue 448 - Friday 2nd April - PLAIN TEXT
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>From Jo Makepeace <webmaster@schnews.org.uk>
Date Sun, 4 Apr 2004 21:19:33 +0200 (CEST)



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