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(de) PGA: Die 3. europische Konferenz - Aufruf an alle antikapitalistischen Initiativen, Graswurzel-Bewegungen, Gruppen und Kollektive...

From pgaeuconfcontact@riseup.net
Date Thu, 8 Apr 2004 16:53:23 +0200 (CEST)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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Die 3. europ?ische Konferenz des Peoples? Global Action (PGA)-Netzwerks
findet vom 23.-29.Juli 2004 in einem Vorort von Belgrad, Ex-Jugoslawien statt.
Peoples? Global Action ist ein globales Netzwerk lokaler Kmpfe, ein
weltweites Netzwerk, das auf eine dauerhafte politische, soziale,
grenzenlose und basis-demokratische Alternative zum Kapitalismus
hinarbeitet. Gegen alle unter-dr?ckerischen Systeme, weit weg von der
Logik von Parteien, Staaten (staatlich-orientierten Gewerkschaften, NGOs
usw.). Es ist ein Ort wo sich anti-autoritre und anti-kapitalistische
Initiativen treffen. PGA ist Werkzeug zur Koordination, keine
Organisation. PGA hat keine Mitglieder und wird und will keine juristische
Person werden. Keine Organisation und keine Person repr?sentiert PGA
alleine.

PGA Grundstze (Hallmarks)

Das Ziel des PGA Austausches und des PGA Netzwerks ist, verschiedene
lokale Gruppen zu verbinden, die den Grunds?tzen von PGA zustimmen:

* Eine klare Ablehnung von Kapitalismus, Imperialismus und Feudalismus;
und aller Handelsabkommen, Institutionen und Regierungen, die die
zerstrerische Globalisierung vorantreiben. * Wir lehnen alle Formen und
Systeme von Herrschaft und Diskriminierung ab, einschlie?lich aber nicht
beschrnkt auf Patriarchat, Rassismus und religi?sen Fundamentalismus aller
Art. Wir anerkennen die vollstndige W?rde aller Menschen. * Eine
konfrontative Haltung, da wir nicht glauben dass Lobbyarbeit einen
nennenswerten Einfluss haben kann auf undemokratische Organisationen, die
ma?geblich vom
transnationalen Kapital beeinflusst sind. * Ein Aufruf zu direkter Aktion
und zivilem Ungehorsam, Untersttzung fr die Kmpfe sozialer Bewegungen, die
Respekt f?r das Leben und die Rechte der unterdrckten Menschen maximieren,
wie auch den Aufbau von lokalen Alternativen zum Kapitalismus. * Eine
Organisationsphilosophie die auf Dezentralisierung und Autonomie aufgebaut
ist. PGA ist ein Werkzeug zur Koordination, keine Organisation. PGA hat
keine Mitglieder und ist keine juristische Person und wird auch keine
werden. Keine Organisation oder Person reprsentiert PGA. "Drugaciji Svet
je Moguc!" (DSM!) ist europischer Convenor (einberufender Gastgeber) f?r
die kommende europische PGA-Konferenz. DSM! l?dt alle FreundInnen aus
Europa ein, sich am Organisationsprozess zu beteiligen.

Warum in Belgrad?

* weil es wichtig ist, in Zeiten militrischer Interventionen und
wachsendem Militarismus eine alternative europ?ische Konferenz radikaler
politischer Netzwerke zu organisieren, statt das Dilemma von europischem
Nationalismus und Eurozentrismus zu akzeptieren.

* weil es gleicherma?en wichtig ist, die Wahl zwischen der Verteidigung
nationalstaatlicher ?konomien oder der ?konomie der USA oder eines
Vereinigten Europa nicht zu akzeptieren.

* wegen der politischen Kmpfe in Ost-Europa. PGA-orientierte
osteurop?ische Gruppen sind noch kaum vernetzt. Wir sind sicher, dass es
den PGA-Prozess in der Region beflgeln knnte, wenn die Konferenz in
Ex-Jugoslawien stattfinden wrde. Wir denken, es ist an der Zeit,
"Gipfel-Hopping" hinter uns zu lassen und globale Vernetzung und lokale
Kmpfe zu verbinden.

Es gibt kaum einen besseren Platz dafr als Ost-Europa - und Ex-Jugoslawien
im Besonderen. Heute ist Ex-Jugoslawien ein Land mit 250.000 Kriegstoten
(von 1991 bis heute), eineinhalb Millionen sind im Inneren des Landes
umgesiedelt und knnen nicht zurckkehren, ihre Rckkehr bleibt politisch
unmglich. Die Zahl von EmigrantInnen ist ann?hernd genauso hoch und steigt
immer weiter. Jeden Tag bereiten sich Menschen vor, die Grenze der "neuen
Berliner Mauer" in die Schengen-Staaten zu berwinden, die das "neue
rmische Imperium" von der "barbarischen Bedrohung" trennt. Die Zahl der
Verschwundenen verndert sich t?glich durch die Aushebung von Massengrbern
und die ?berreste von unidentifizierten Opfern in Leichenscken, die von
einer Verwaltung an die n?chste geschoben werden, um ihre "Flle
abgeschlossen" zu bekommen (Tuzla).

Die wichtigsten Nachrichten sind nicht auf den Titelseiten der Zeitungen
zu finden, sondern stehen versteckt zwischen "Sport" und "Feuilleton" bei
den Kleinanzeigen: legale und illegale Visa, Menschenhandel, Arbeitslose,
die jeden verf?gbaren Job akzeptieren, Leiharbeit, genauso wie Angebote
menschlicher Organe (oftmals bieten Unsichtbare ihre Nieren zum Verkauf
an, um z.B. die Ausbildung ihrer Kinder zu sichern) - ein
Wirtschaftszweig, der in Jugoslawien noch verboten ist. Viele, die
Verbrechen verbt haben, sind immer noch auf freiem Fuss, whrend die
Agenten der"Zivilgesellschaft" (im Sinne von brgerlichem Mittelstand) und
ihre Hauptfrderer - fremde NGOs, die fr "Menschenrechte" kmpfen - genau
jene sind, die fr den Wechsel des "Status quo" und die wirkliche
Verbesserung der Lebensbedingungen in unserem Land, mit dem Verlust ihrer
hunderttausend Arbeitspltze und ihrer Mega-Lhnen bezahlen m?ssten. Mit
anderen Worten: "Unsinn als politisches Prinzip" regiert unser Land.

Das treibt das Paradoxe auf die Spitze. Der Kapitalismus hat "Frieden"
gebracht. Die westlichen Medien und die internationale Gemeinschaft haben
selbstverstndlich gro?en Aufwand betrieben, das liberal-kapitalistische
Modell zu prsentieren - und w?hrend dessen fanden der gro?e Raub des
ffentlichen Eigentums, die Privatisierung und die Anh?ufung von Vermgen
statt. Der Umsturz Slodoban Milosevics, als "dem letzten Kommunisten des
Jahrhunderts" ist verbunden mit der Einf?hrung der liberalen Demokratie,
eben mit dem Abwurf von Bomben.

Nach 10 Jahren Isolation und gro?em Enthusiasmus fr entscheidende
kapitalistische "Befreiung" haben 45% der Bevlkerung bei den letzten
Wahlen die parlamentarische Demokratie als Option boykottiert. Aus all
diesen Grnden hat die Verwirrung in Jugoslawien heute einen Hhepunkt
erreicht. Brgerkrieg, militrische Aggression (des eigenen Militrs im
eigenen Land), Embargo, NATO-Aggression und -Besatzung, Parlamentarismus,
tobender Kapitalismus, Ethno-Faschismus, Massenelend... in einem Wort der
Alptraum der europ?ischen Realitt, sind nur einige Gr?nde, warum sich die
Menschen in Jugoslawien vom Rest der "normalen Welt" missverstanden fhlen,
der nicht die Erfahrung von Brgerkrieg und vom restlichen aufgelisteten
politischen Unsinn der letzten 10 Jahre teilt.

Im Angesicht der "frohen Erwartung des zivilisierten Europas", besteht das
absurde Gefhl, in einen alten Zustand zurckzukehren, der bereits bestand,
nmlich der blutige Zusammenbruch der Bundesrepublik Jugoslawien, um den
Vereinigten Staaten des europ?ischen Marktes beitreten zu knnen. Dieses
Gef?hl ist nur ein weiterer Teil der Hoffnungslosigkeit, die die
durchschnittlichen JugoslawInnen empfinden.

Deshalb finden wir es extrem wichtig, direkte Demokratie und
Selbstorganisation als legitimen Widerstand und mgliche"alternative Wege
und Richtungen" darzustellen, um in der Bev?lkerung eine Idee davon zu
verbreiten, dass hinter der Propaganda noch andere Seiten des Kapitalismus
lauern.

* weil unser Land zum Verkauf steht und wir der massenhaften Deregulierung
von Arbeitsrechten entgegensehen, was paradoxerweise etwas ist, das die
Menschen in westeuropischen Staaten genauso sorgen m?sste.

* weil DSM! - als Convenor der nchsten PGA-Konferenz in Europa - die Rolle
des Balkans als filternder Korridor und Hinterhof vor den Toren
Schengen-Europas einsch?tzt. Nach der letzten UNHCR-Statistik ist die
Bevlkerung von Serbien und Montenegro weltweit auf Platz drei der
Asylsuchenden. Aus diesem Grund ist der Ort der diesj?hrigen Konferenz ein
adquater Ort, die entscheidende Frage von Migration in Angriff zu nehmen,
die ja f?r Ost und West wichtig ist.

* weil es hchste Zeit ist, dass die radikale Bewegung in Europa sich
weniger auf die Orte gelegentlicher Sieg konzentriert (Bolivien, Mexico,
Argentinien, Brasilien...) und statt dessen zur?ckkehrt zum Ort der
totalen Niederlage: Ex-Jugoslawien.

Wann und wo?

23.-29. Juli 2004 in Resnik, Rakovica, Industriegebiet rund um Belgrad,
Ex-Jugoslawien. Brauchen wir eure Beteiligung?

Oh ja! Unser lokaler Kontext, ist in vielerlei Hinsicht schwierig, wie
unsere Gste beim letzten Vorbereitungstreffen (Oktober 2003) sicher
mitbekommen haben. Wir k?nnen die Konferenz nicht alleine machen.

Aber wer sind wir?

Viele von euch kennen uns noch nicht. Also wer sind wir? DSM! ist einen
Gruppe von Gruppen, ein Kollektiv von Kollektiven, die sich unter dem
Slogan "Drugaciji Svet je Noguc" sammeln. Zusammen bemhen wir uns neue
politische Rume zu erffnen, die nicht an politische Parteien oder NGO`s
angegliedert sind. Diese neuen R?ume ziehen dem akzeptierten Rahmen von
Mitbestimmung, wie Lobby-Arbeit oder Wahlen, direkte politische Aktion
vor. Wir bestehen auf einen sozialen Dialog, der sich von dem, was uns die
Regierung und das NGO-Umfeld anbietet, unterscheidet. Der horizontale,
soziale Dialog, dessen Teil wir sein mchten, schlie?t sozial
marginalisierte Gruppen mit ein, die systematisch daran gehindert werden,
ihre grundlegenden Rechte wahrzunehmen.

Wir distanzieren uns au?erdem von dem Konzept einer"partizipativen
Gesellschaft". Obwohl DSM! eine relativ junge Bewegung ist, hat sie es
geschafft, eine bedeutende Anzahl von Menschen mit verschiedenen sozialen
Hintergrnden anzuziehen. Unsere Verschiedenheit sorgt fr einen bestndigen
Strom von Ideen, die wir durch kurze und lang angesetzte Projekte und
Aktivit?ten zu verwirklichen begonnen haben. Unser Land war eine sehr
lange Zeit in der Isolation und was die Menschen am meisten brauchen ist
ein Weckruf. Und das ist es, was wir tun und auch weiter tun wollen - in
dem wir Informationen liefern, direkte Aktionen machen und durch eine
offene Herangehensweise, die unser Versuch sind, die Menschen zu
berzeugen, mit uns eine neue Welt zu schaffen, anstatt sich um die Krmel
zu streiten, die ihnen von der herrschenden Oligarchie hingeworfen werden.
Alles in allem hoffen wir, dass alle, die betroffen und interessiert sind,
unseren Anreizen und positiven Plnen zur Aktion vertrauen k?nnen und sich
einbringen, um eine erfolgreiche Konferenz in unserem Ex-Zukunfts-Land zu
organisieren.

Mailt an: drugacijimejl@yahoo.com
Website: http://www.pgaconference.org


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