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(de) Aufruf 1. 11. - Aufruhr 2010

From faub2@anarch.fau.org (FAU Berlin 2)
Date Thu, 25 Sep 2003 23:28:40 +0200 (CEST)


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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
http://ainfos.ca/index24.html
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Aufruf des Allgemeinen Syndikats der FAU Berlin zum anarchosyndikalistischen
Block auf der Demo gegen die äAgenda 2010ô am 1. 11., 13.00 Uhr, Alex Aufruhr 2010
Ist die Wirtschaft für den Menschen da, oder der Mensch für die Wirtschaft?
Schaut man sich um, wird diese Frage von den Tatsachen beantwortet. Der
Mensch scheint nur auf der Welt herumzulaufen, damit es der jeweiligen Firma und
dem Standort gut geht. Im Namen der Wirtschaft und des Standorts Deutschland
werden die Renten gekürzt, wird die Gesundheitsversorgung verschlechtert,
werden Arbeitslosengeld und -hilfe zusammengestrichen. Der Wirtschaft ist es
egal, wenn die Großeltern mangels künstlichen Hüftgelenks nicht mehr auf die
Straße gehen können, oder wenn sich die Enkel wegen ihrer verfaulenden Zähne
nicht mehr trauen, einander anzulächeln. Im Namen der heiligen Wirtschaft und des
Standorts Deutschland, dessen Wohl alle û ob SoziahilfeempfängerIn oder
MillionärIn û vereint, wird gerade der Klassenkompromiss der alten BRD einseitig
gekündigt. Der Deal, den man ungefähr auf die Formel äIhr kriegt einigermaßen
hohe Löhne, könnt euch das Auto das ihr produziert habt, dann auch selber
kaufen, dafür haltet ihr den Mundô bringen kann, erweist sich als
Auslaufmodell.

Was nun? Jammern, dass der schöne Sozialstaat langsam aber sicher
verschwindet?

Wenn nicht alles täuscht, dürften Auseinandersetzungen um Gehalt,
Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen in Zukunft schärfer werden. Die gesetzlichen
Regelungen zugunsten der ArbeiterInnen werden Stück für Stück abgeschafft. Die
real existierenden, staatstragenden Gewerkschaften sind weder in der Lage, dies,
noch die Umwandlung bisher tariflich abgesicherter Arbeitsverhältnisse in
ungeschütze Jobs zu verhindern. Sie stehen wie hilflose Zuschauer da. Zugleich
sind sie derart auf einen freundlicheren Kapitalismus eingerichtet, dass sie
oft kaum eine Ahnung von den Notwendigkeiten und Bedürfnissen der
ungesicherten ArbeiterInnen haben. Diesen tritt der Kapitalismus ungeschminkter, das
heißt gewalttätiger gegenüber. Tarife sind ein komisches Ding aus einer anderen
Zeit, und wer sich beschwert, kann die Schrippen eben woanders verdienen.
Besonders drastisch tritt das schon heute bei illegalisierten
ArbeitsmigrantInnen zu Tage, für die besagter Klassenkompromiss sowieso noch nie Geltung hatte.
Hier ist das Maß der Ausbeutung nicht durch Gesetze eingeschränkt, und
Auseinandersetzungen um ausstehende Löhne werden oft mit körperlicher Bedrohung
oder Gewalt ausgetragen. Was bei äIllegalenô besonders drastisch ist, gilt in
abgeschwächter Form aber für alle Arbeitsverhältnisse, die außerhalb des
Bereichs stehen, in dem das Modell BRD noch zu funktionieren scheint. Ohne die
Vermittlung der staatstragenden Großgewerkschaften sind ArbeiterInnen wie
Erwerbslose (die Übergänge sind fließend û vor allem bei prekären Jobs) zur
Selbsthilfe mittels direkter Aktion gezwungen. Da nichts zwischen ihnen und dem
Management steht, können nur sie selbst für wenigstens erträgliche Lebens- und
Arbeitsbedingungen sorgen. Damit ArbeiterInnen solche Auseinandersetzungen auch
gewinnen können, müssen sie kommunizieren, Solidarität und Formen von
Organisation entwickeln. Etwas Neues muss entstehen!

Wer sind diese ArbeiterInnen?

Wir, mit unseren wechselnden Jobs und unseren Sorgen, wo die Kohle für die
nächste Miete herkommt. Wir, mit unserem Gerenne von einem Amt zum
Bewerbungstermin zum nächsten Amt und zum 1.50 Euro-Job. WIR! û Dieses wir schließt
jobbende Studierende genauso ein wie illegalisierte BauarbeiterInnen aus dem
Sudan, polnische Reinigungskräfte genau wie IT-Jobber, McDonalds-Küchenkräfte wie
Grafik-DesignerInnen, von Prekarisierung bedrohte StahlarbeiterInnen wie
SozialhilfeempfängerInnen. Dieses wir schert sich nicht um den Standort
Deutschland û Ländergrenzen und äethnische Konflikteô sind für uns nicht von Belang.
Das Neue, was wir als schlichte Selbstverteidigung brauchen, können wir nur
selbst erschaffen.

Demonstrieren!

Uns ist klar, dass Demonstrationen den selbstorganisierten Widerstand in den
Jobs, auf den Ämtern und im Stadtteil nicht ersetzen können. Wir sind uns
bewusst, dass die Befreiung von den kapitalistischen Zwängen nur stattfinden
kann, wo das Leben spielt. Nur hier können wir bewirken, dass die Wirtschaft
für die Menschen da ist, und nicht umgekehrt, dass die Möglichkeiten ungeheurer
Produktivität für alle gleichermaßen nutzbar werden (20-Stunden-Woche jetzt!
û bei vollem Lohnausgleich, versteht sich). Unsere Emanzipation von
kapitalistischer Herrschaft geschieht nicht durch das Schwenken von Fahnen, auch
nicht, wenn diese schwarz und rot sind. Demonstrationen sind immerhin eine
Möglichkeit, zu zeigen, dass wir da sind, dass es uns gibt. Entscheidend ist es,
den menschenfeindlichen Verrücktheiten der kapitalistischen Ökonomie Paroli zu
bieten. Denn: ob 5 Minuten mehr Pause oder Weltrevolution û wir kriegen nur,
wofür wir kämpfen!

Termine:
3. Oktober | 16.00 Uhr | Hackescher Markt
Demo äKlasse statt Standortô
Der 3. Oktober geht uns auf die Nerven. Ständig werden wir mit
Nationalscheiß vollgelabert, der uns nicht interessiert. Uns geht es um
selbstorganisierten Klassenkampf weltweit.

18. Oktober | ab 21.00 Uhr | Drugstore
Soli-Konzert
Punkrock für die Weltrevolution

20. Oktober
Bundesweiter Aktionstag gegen die äAgenda 2010ô
Auch in Berlin wird es mehrere Aktionen geben û watch out for flyers. Oder
organisiert selber welche.

1. November | 13.00 Uhr | Alexanderplatz
Bundesweite Demo gegen die äAgenda 2010ô
Wir sehen uns bei den schwarz-roten Fahnen...


Freie ArbeiterInnen Union [FAU-IAA]
Straßburgerstr. 38 10405 Berlin
fon: 030 287 008 04
fax: 030 287 008 13
mail: faub@fau.org
web: www.fau.org


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