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(de) Thessaloniki 5: Hungerstreikende ins Gefangniskrankenhaus Athen verlegt - direkte Solidaritäts-Aktionen

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Mon, 17 Nov 2003 23:31:06 +0100 (CET)


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Suleiman "Kastro" Daduk befindet sich heute (12.November 2003)
den 53. Tag im Hungerstreik, Simon Chapman, Carlos Martin Martinez
und Fernando sind seit 39 Tagen im Hungerstreik und Spiros Tsisas 36
Tage. Ihr Gesundheitszustand ist sehr kritisch.
Nachrichten der letzten Woche:
Am 4.November 2003 wurde der spanische Anarchist Carlos
zunächst vom Diavata-Krankenhaus in das Krankenhaus "Agios
Pavlos" in Thessaloniki verlegt. Während seines nächtlichen
Aufenthaltes dort musste er psychologische und physische Folter
durch die bewaffnete Polizeibegleitung erleiden.
Die haben ihn in Handschellen an einen Stuhl gefesselt, nackt bei
offenem Fenster und er wurde geschlagen sobald er einschlief.
Ein Arzt hat mehrere Quetschungen an seinem Körper festgestellt.
Einen Tag danch haben 40 GenossInnen das Krankenhaus "besucht"
und das Büro des Leiters besetzt.

Am Samstag, dem 8.November, wurden die fünf Hungerstreikenden
in das Krankenhaus "Papanikolau" in Thessaloniki verlegt. Fernando
und Carlos waren schon Blut am spucken. "Kastro" hat über 25 kg
verloren und Spyros wiegt nur noch weniger als 50 kg. Alle waren im
selben Zimmer unter schwerer Polizeibewachung, vermummte
"Anti-"Terroreinheiten, bewaffnet und in voller Montur waren bei
ihnen und ihnen wurde auch der telefonische Kontakt mit ihren
AnwältInnen verweigert. Als Widerstand gegen diesen Terror und
diese Isolation haben die Hungerstreikenden dann noch einen
Durststreik begonnen (keine Flüssigkeitsaufnahme), der einen Tage
bis zum 9.November dauerte und bei dem sie noch mehr ihres Lebens
für Freiheit eingesetzt haben.

Am Montag, den 10.November haben die Behörden entschlossen sie
in ein Gefängnis nach Athen zu verlegen, jedoch wurden ihre
AnwältInnen "aus Sicherheitsgründen" darüber nicht informiert.
Der Einsatz fand nach Mitternacht mit einer riesigen Mobilmachung
auf der Autobahn zwischen Thessaloniki und Athen statt. Zwei der
Hungerstreikenden waren im Krankenwagen, zwei der andern in
Polizeitransportern, wo sie von den Bullen eingeschüchtert wurden.
Im Morgengrauen des Dienstag, 11.November, kamen sie im Athener
Koridallos-Gefängnis an. Die Polizei hat zwei
Indymedia-AktivistInnen verhaftet, weil sie die Ankunft der
Polizeikolonne gefilmt hatten. Die Ärzte in Thessaloniki haben ihre
Befürchtungen ausgedrücht, dass die Verlegung in das
Gefängniskrankenhaus die Folter durch Zwangsernährung
erleichtern würde. Später am Tag wurde der spanische Anarchist
Fernando in ein Krankenhaus in dem Athener Vorort Nikiana gebracht,
wo er sich in einer Einzelzelle befindet.

Im Gefängnis für Minderjährige in Avlona haben die zwei
anderen Gefangenen Dimitris und Michalis, die auf der Demonstration
gegen den EU-Gipfel im Juni verhaftet wurden, aus Solidarität mit
ihren fünf GenossInnen ebenfalls einen Hungerstreik vom
10.-17.November begonnen.

Nach diesen Ereignissen vom 11.November gab es direkte
Solidaritäts-Aktionen:

- Besetzung des Büros des Rektors der Panteion-Universität in
Athen
- Besetzung der Universität von Kreta in Rethymos
- Besetzung der Technologischen Universität in der Stadt Kavala

In der selben Nacht haben sich 80 AnarchistInnen / Antiautoritäre
vor dem Krankenhaus in Nikaia versammelt und lautstark in Spanisch
und Griechisch ihre Solidarität bekundet. Das Krankenhaus wurde
von Aufstandsbekämpfungs-Polizei bewacht, die versuchten die
DemonstrantInnen wegzuschieben als sie schon aum Aufbrechen
waren.

Heute, am 12.November, ist eine Demonstration mit Motorrädern
und Autos von dem Athener Zentrum zum Koridallos-Gefängnis und
zum Nikaia-Krankenhaus.


FREIHEIT FÜR DIE THESSALINIKI SIEBEN!
Die LEIDENSCHAFT FÜR FREIHEIT IST STÄRKER ALS JEDES GEFÄNGNIS!

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Übersetzung:
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