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(sup) [LPA Kommentar] (de) Friendly Fire and Unfriendly Pictures

From ralf@anarch.free.de (Ralf Landmesser)
Date Tue, 1 Apr 2003 12:32:18 +0200 (CEST)


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www.schwarzrotbuch.de/lpa * lpa@free.de

Liebe RezipientInnen und Medien,

der hier folgende Artikel ist nun schon einige Tage alt (ich bin nicht
dazu gekommen ihn zu verschicken) - aber deswegen nicht unaktueller
geworden. Die militaerischen Tatsachen sind fortgeschritten - die
grundsaetzlichen Einschaetzungen und Ueberlegungen sind nicht zu revidieren:
im Gegenteil!
Auf die neusten Entwicklungen werde ich noch einmal im Anhang eingehen.

RGL fuer LPA


FRIENDLY FIRE & UNFRIEDLY PICTURES - Ueberlegungen zum Irak-Krieg
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Wenn Menschen sterben, ist dies kein Grund zur Freude.

Eine gewisse Genugtuung verschafft jedoch die zunehmende Erkenntnis, dass
die Plaene der Etappenhengste der US-Kriegsmaschinerie nicht so aufgehen
wie gedacht.

Ein RAF-Kampfflugzeug wurde von einer patriotischen US-Rakete
versehentlich abgeschossen. Mindestens drei Hubschrauber sind schon
heruntergeplumpst - Luft hat eben keine Balken. Und offenbar gibt es die
ersten Toten der "offenen Feldschlacht", "casualties" wie die US-Brits-
Streifkraefte das nennen - Menschen sind im Militaerjargon eben "Weichziele"
und da kommt der haerteste Marine nicht drumherum.

Die zunehmenden Opfer auf Seiten der alliierten Angreifer,
unkonventionellerweise erhoeht durch den konventionellen Angriff mit einer
Handgranate oder zwei aus den eigenen Reihen auf einen Fuehrungsstab
(mindestens ein toter Offizier und 13 Verletzte) in Kuwait, werden
"natuerlich" konterkariert durch die schon vielen Ziviltoten und -
Verletzten durch die "chirurgischen" Bombardements mit "High-Tech-Waffen"
irakischer Staedte, aber auch auf dem flachen Land (wir kennen die Bilder
aus Jugoslavien).

Waehrend die internationale Oeffentlichkeit mit zunehmendem Entsetzen die
"Shock"-Terrorangriffe verfolgt, die einzig den Sinn haben die ungeheure
Vernichtungskraft US-amerikanischer Geschosse zu demonstrieren und so die
Menschen -weltweit- einschuechtern sollen, faellt Gebaeude um Gebaeude in
Schutt und Asche. Zigmillionenteuere oeffentliche Einrichtungen die wieder
einer zivilen Verwaltung dienen koennten, werden mit Millionenbetraegen
(eine Cruise Missile koste 1 Mio. Dollar) zerschrotet und die kuenftige
Verwaltung muss in Wellblechbaracken demnaechst das wieder richten, was
"unnoetig" und brachial zu Klump gebombt wird. Die meisten dieser Gebaeude
wurden von westlichen Firmen gebaut, darunter deutsche wie Hoch-Tief,
Strabag und andere, und erfuellten hohe technische und aestetische Standards
- der Irak war durch sein Oel ein reiches Land..

Immer offenbarer wird auch die (logische) Taktik irakischer Militaers,
einen gewissen Vorstoss der alliierten Truppen zuzulassen um dann in ihrem
Ruecken immer mehr kleine Kampfherde entstehen zu lassen und womoeglich
irgendwo "den Sack zuzumachen". Weiter wird von irakischer Fuehrungs-Seite
darauf gesetzt, die angreifenden Einheiten letztendlich in das zu
verwickeln, was sie am meisten fuerchten: Strassenkaempfe in den Staedten,
dort wo Luftueberlegenheit, die auf dem Lande fast alles entscheidet, eine
geringere Rolle spielt und wo der Kampf Haus um Haus die Verluste
hochschnellen laesst.

Die unbekannte Karte fuer beide Seiten ist das letztendliche Verhalten der
Bevoelkerung. Es stellt sich aber mittlerweile heraus, dass ein Hauptzentrum
des Kampfes die Stadt An-Nasiryah werden soll - ja nun tatsaechlich schon
ist (die Amerikaner mussten hier erhebliche Verluste einstecken), die ein
heiliges islamisches Zentrum ist, und zunaechst nicht die Fuenf-
Millionenstadt Bhagdad. Hier kann die unheilige irakische Fuehrung ihre
Bevoelkerung am ehesten in den sogenannten "Heiligen Krieg" schicken und
(fuer dumm) verschleissen. Die Menschen glauben sie fuehren einen
vaterlaendischen und religoesen Krieg und opfern sich idiotischerweise fuer
ein korruptes und grausames Regime. Wenn die Aliierten schon Probleme
haben die kleine Hafenstadt Umm Qasr ganz unter Kontrolle zu bringen, wie
werden sich dann An-Nasiryah und andere groessere Staedte auswirken?

Die irakische Generalitaet hatte lange Zeit, in diesem angekuendigten Krieg
den Umstaenden entsprechend bestmoegliche Plaene zu schmieden und Hinterhalte
zu errichten (reine konventionelle Verteidigungsstellungen aufzubauen waere
bei dem Waffenarsenal der USA purer Selbstmord gewesen, denn jede dieser
Stellungen koennte relativ rasch zerstoert werden). Die irakischen Militaers,
teils selbst von den USA ausgebildet!, hatten Musse genug zu studieren, wo
in vergangenen Kriegen die Verluste der US-Truppen besonders hoch waren
und zu ueberlegen wie diese maximiert werden koennen. Die Militaers des Irak
werden auf Zeit spielen, weil sie wissen, dass die Stimmung in den USA
umschlagen kann - und ebenso die labile Stimmung in Laendern der Region wo
US-Truppen stationiert sind.
Die US-Armee wird mit Sicherheit auf schwer vermintes Gelaende stossen,
Sprengfallen und immer wieder auf kleine Einheiten zum Aeussersten
entschlossener Fanatiker, die nicht mit einem schweren Bomben- oder
Raketenschlag sofort vernichtet werden koennen. Der irakische Generalstab
weiss sehr wohl um die absolute Luftueberlegenheit der Alliierten und die
ungeheure Feuerkraft ihrer Bodentruppen. Die Taktik kann also nur dahin
gehen, den Vormarsch auszubremsen und moeglichst viele Verluste zu
verursachen.
Da wo es zum Stellungskrieg kommt, werden die Alliierten in der Wueste
"braten", Verhaeltnisse, die sie nicht gewohnt sind und die selbst den
haertesten ElitesoldatInnen augenscheinlich schwer zu schaffen machen.
Viele werden letztendlich denken "Bitte Mami, hol mich hier raus!". Aber
dazu wird es zu spaet sein. Fuer viele fuer immer.

Es kann weder das Vorgehen der einen, noch das Verhalten der anderen Seite
mit Freude betrachtet werden: es sterben -meist junge- Menschen unter den
grauenhaftesten Bedingungen und selbst die Bilder abgerissener Gliedmassen,
wie man sie zumindest auf BBC schon sah (hier ist noch die realistischste
Berichterstattung zu erwarten) koennen nur hoechstens andeuten was sich an
Leiden und Grausamkeit wirklich ereignet. So ist das in jedem Krieg.

Die medizinische Versorgung der irakischen Bevoelkerung war schon vor dem
Krieg dramatisch schlecht bis nicht mehr vorhanden (noch 1990 eines der
vorbildlichsten Gesundheitssysteme der Welt). Wir koennen davon ausgehen,
dass die Armee, dass die Herrschenden besser gewappnet sind, hauptsaechlich
die Staebe. Die einfachen Soldaten des Regimes jedoch, die das Pech haben
nicht sofort tot zu sein, werden schrecklich leiden muessen - krepieren
eben, werden sie nicht zufaellig von den Alliierten versorgt.

Auch die westlichen Zentren koennen in diesen Tagen nicht sicher sein, ob
und wie der Krieg zu ihnen kommt. Die Aufstockung der Pockenimpfbestaende
in Deutschland - davon kann mensch ausgehen - war sicher nicht nur eine
vorsorgliche Notstandsuebung. Es gibt ziemlich wahrscheinlich aus
Panikgruenden geheimgehaltene Erkenntnisse, dass eventuelle terroristische
Angreifer solche Viren haben koennten. Wer Pocken ausrotten kann, kann auch
solche herstellen: Impfstoff und Kampfstoff basieren auf der gleichen
Technik.

Die Zeiten sind schrecklich und die Politk ist wieder einmal schrecklich
dumm. Verantwortungslose Subjekte und Psychopathen, beutegierige
Profitgeier und machtgeile Maenner bestimmen das Geschehen. Die Schwelle
zum Verbrechen ist laengst ueberschritten. Das Verbrechen und die Politik
sind vermaehlt und haben sich zum alles vergiftenden Amalgam verschmolzen.

Hoechste Zeit - fuenf, nein, fuenfzehn nach zwoelf - den Aufstand zu ueben.
Jetzt ist es an der Zeit, dass der Westen die Parole des oestlichen
Aufstandes vor einem Dutzend Jahren aufgreift: "WIR sind das Volk!",
verschwindet! Es ist ueberhohe Zeit die vollgesaugten Blutegel menschlicher
Art abzuwerfen und den Kurs der Gesellschaft(en) auf freundlichere Gestade
und Zeiten einzurichten.

Vorlaeufige Schaetzungen sprechen von 350 Milliarden US$ die dieser Krieg
(und erstmal NUR dieser vor den weiteren zu erwartenden) kosten soll. Von
zweieinhalb Billionen!!! Dollar moeglicher wirtschaftlicher
Kriegsfolgekosten sprechen Experten. Hinter diesen trockenen Zahlen
verbergen sich Katastrophen! Je schneller wir die Verantwortlichen
abwuergen, desto mehr Mittel bleiben fuer die Schadenswiedergutmachung und
einen ueberfaelligen oekologischen Umbau der Welt uebrig, der nur dezentral
sein kann und darf.
Das Geld, das jetzt im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert wird, haette
locker die Energiewende der USA finanzieren koennen, die mit einem Drittel
des Weltverbrauchs die unverschaemtesten und verantwortungslosesten
Verschleuderer von fossiler Energie und die skrupellosesten Zerstoerer der
Umwelt und Erdatmosphaere sind. Oel, EIN Grund fuer diesen Angriffskrieg,
wuerde als Grund wegfallen. Die Sonne ist nicht privatisierbar und scheint
auf alle Menschen.

Kriege grossen Ausmasses sind oft Wendepunkte in der Geschichte gewesen.
Meist erst nach schon erfolgter Massenvernichtung. Vielleicht koennen wir
dieses Mal das Blatt schneller wenden -wir muessen es versuchen!-, denn
Informiertheit und Verbreitung derselben (ebenso wie Desinformiertheit
allerdings) waren noch nie auf einem solch hohen und dezentralisierten
Niveau.

Es gibt zwei grosse Unterschiede zu "Desert Storm", Golfkrieg 1990:
a) gibt es keine russische Supermacht mehr, die die USA wenigstens zum
Teil in die Schranken weisen koennte
b) haben sich die Informationsstrukturen in den letzten zwoelf Jahren
explosionsartig ausgedehnt (v.a. WWW und dezentrale billige
Nachrichtentechnik).

Hierin liegen zwei Chancen:
a) muessen wir kaum befuerchten, dass es zu einer Konfrontation auf Leben und
Tod zwischen den Supermaechten kommt - wir haben also den Ruecken frei
b) koennen wir mittels Information und Informiertheit naeher an der Wahrheit
bleiben und die dementsprechenden Schluesse: fuer Handlungen! ziehen.

Die Schlacht der Schrapnelle, Raketen und Bomben ist sicher eine
fuerchterliche - doch nichts so voellig Neues und Unkalkulierbares. Die
Schlacht um die Koepfe wird aber letztendlich die wichtigere und
entscheidende sein. Die Krieger sind im Begriff sie zu verliegen.
Vor allem die Koepfe der US-amerikanischen Bevoelkerung sind wichtig, weil
es nur diese Bevoelkerung erreichen kann, dass die US-Kriegsmaschine und
ihre Knoepfchendruecker gestoppt werden. Mit unseren wirklichen
"amerikanischen Freunden", dem Widerstand von unten, ist hier engste
Zusammenarbeit erforderlich. Die US-AmerikanerInnen die jetzt aktiv gegen
den Krieg angehen - und es sind jetzt schon Hunderttausende, mehr als der
gesamte Aufmarsch der US-Army - und nur sie, koennen diese Lanze brechen,
die gegen den Weltfrieden und eine friedliche emanzipative Entwicklung des
Planeten von unten gerichtet ist.

KRIEG DEM KRIEGE!

Mit diesem Aufruf des deutschen Anarchisten Ernst Friedrich, des mutigen
Gruenders des ersten Anti-Kriegs-Museeums der Welt, damals mitten im Herzen
des militaristischsten Staats der Welt und Preussens, will ich schliessen.
Krieg um die Koepfe und gegen die Desinformation der demagogischen
Demokratoren. Die Mittel hierzu muss sich jeder Mensch selber ueberlegen und
moeglichst gemeinsam mit Gleichgesinnten besorgen und umsetzen.

Ich gebe jedoch zu bedenken, dass die Ebene der Gewalt die Ebene aller zur
Zeit und zu allen Zeiten Herrschenden war und ist. Alleine rein taktisch
ist diese Ebene falsch, weil sie die jeweils Herrschenden "moralisch" in
die Lage versetzt ihre Faehigkeit zur Gewalttaetigkeit, die nie in der
Geschichte so hoch war wie heute, gegen die GegnerInnen ihrer Politik
einzusetzen. Dies fuehrt zumindesten zu schweren Rueckschlaegen, oft zum
Scheitern, im schlimmsten Falle zur Vernichtung von Opposition.
Ich rate aus eben diesem Grund und aus dem Grund eines unwiderspruechlichen
Selbstgefuehls zum Weg Ghandis: konsequentester, haertester, aber in jedem
Fall gewaltloser Widerstand, gepaart mit effektiver
Gesellschaftsveraenderung von unten durch konkrete Lebensumstellung sofort.
Auf diesem Weg werden wir die Brits (und diesmal v.a. Amis) zum zweiten
Mal zum Einlenken und Umlenken zwingen und vielleicht nicht nur den Weg
zur Unabhaengigkeit eines Subkontinents sondern den Weg zur Unabhaengigkeit
einer neuen Welt beschreiten. Dieser Weg ist das Ziel. Und dieses Ziel
sollten wir auf unserem Weg nie aus den Augen verlieren.

Der Anarchismus strebt eine Gesellschaft der aeussersten Gewaltlosigkeit an.
Wirkliche Freiheit ist ohne Gewaltlosigkeit nicht denkbar. Jede Gewalt,
jeder Zwang ist autoritaer.
Es ist nicht immer leicht gewaltlos zu bleiben und Gewaltlosigkeit zu
praktizieren. Wir sind schnell aufgeregt und manchmal zurecht und
versuchen das, was uns richtig und wuenschenswert erscheint (wobei wir oft
beides mitneinander vermengen und verwechseln) mit eskalierendem Nachdruck
zu erreichen. Schlagen die Wogen sehr hoch, springen Waffen fast von
selbst in die Hand. Knueppel und Steine, Mollis und Knarren, Bomben und
Granaten. Und schon sind wir wieder im "schoensten" Krieg - nennt ihn
Buergerkrieg ... es ist Krieg, mit allen grauenhaften Konsequenzen.
Wir muessen endlich versuchen andere Wege zu finden und zu gehen. Die
Emanzipation der Menschheit haengt davon ab. Eine Gesellschaft des Friedens
untereinander auf der Basis von Verzicht auf strukturelle, psychische und
physische Gewalt, eine Gesellschaft mit dem Bestreben des egalitaeren
Ausgleichs (ohne uniforme Gleichmacherei) auf der Basis des weitgehendsten
Konsens kann nur erreicht werden, wenn wir diese Gesellschaft in Vorformen
ohne Umschweife jetzt praktizieren.

Lassen wir es wahr werden, auch wenn gerade jetzt wieder die Vorstellung
dessen schwer faellt:

EIN LACHEN WIRD ES SEIN, DAS SIE BEERDIGT !

Entziehen wir ihnen, den Herrschenden, das was ihnen das Wichtigste ist:
UNS! Ohne uns und all die, die wir ueberzeugen koennen den Wahnsinn nicht
mehr mitzumachen, wird der Popanz Staatsgewalt zusammenfallen wie ein
Kartenhaus und mit ihm sein Schwippschwager Kapital.

"Sozialismus ist da wo Sozialisten sind." sagte der von Soldaten ermordete
Gustav Landauer richtig. "Beginnen!" war seine Aufforderung. Kommen wir
ihr nach und Handeln im besten Sinne den menschliches Denken
hervorgebracht hat. Krieg ist eine Folge der Zustaende, ist Un-Sinn. Er ist
die sogenannte "Ultima Ratio" (der Vernunft letzter Schluss) der Politik,
wird gesagt. Nein - Krieg ist das Ende jeder Vernunft! Hoeren wir auf Krieg
zu fuehren und fangen wir an so zu leben, dass keine Kriege der Unvernunft,
ueberhaupt keine Kriege aus wasweissichwelchen Gruenden mehr gefuehrt werden
koennen. Dieser aktuelle furchtbare Krieg ist ein Wink mit dem Zaunpfahl -
vielleicht der letzte. Nehmen wir ihn uns zu Herzen und sehen nicht zur
Seite. Begreifen wir ihn als Auf!-Forderung!

R@lf G. Landmesser fuer LPA Berlin 23.03.2003


ANHANG:

Seit ich diesen Artikel geschrieben habe, sind viele Menschen gestorben,
verletzt und verkrueppelt worden. Menschen jeden Alters und beider
Geschlechter. Nur die Verantwortlichen stehen noch ohne einen Kratzer
hinter ihren Mikrophonen und seibern uns ihre selbstgefaelligen Statements
und Luegen vor.

Eine "Perle" fehlt schon in Bushs Imperatoren-Szepter. Sein maulheldiger
"Verteidigungs"minister wackelt. Die Stimme des Potentaten ist nicht mehr
so selbstsicher wie vor Tagen. Die Kritik wird lauter. Der Kreuzzug steckt
fest. Auch wenn der US-Oberkommandierende "sich von Gott berufen fuehlt
diesen Krieg zu fuehren". (Das gibt sein Gegenstueck auch vor. Scheinheilige
"Heilige Krieger".)
Alliierte Soldaten haben nichts zu fressen, das Material versagt, der
irakische Widerstand ist staerker als erwartet und das Pulver schon fast
halb verschossen. Nun werden neue Legionen in die Schlacht geworfen, das
Schlachten, das nach einer Zwangspause in den ersten Apriltagen
weitergehen soll.
Alle pessimistischen Prognosen aller Seiten scheinen einzutreffen. Und
dennoch -NEIN: DARUM- gibt es kein Halt und Zurueck.
Die Legende vom "sauberen Feldzug" gegen "das Boese" zerbroeselt zusehends.

Es gibt nur EINE EINZIGE CHANCE diesen Krieg zu beenden:

*** Die Organisation eines weltumfassenden Generalstreiks! ***

Ich meine damit nicht einen von marginalen irgendwielinksradikalen Gruppen
getragenen Streik, sondern den globalisierten Streik gegen den Krieg im
"Global Village" ohne Ansehen der politischen Richtung. Alle Strukturen
die diesen Krieg tragen und verlaengern koennen muessen lahmgelegt werden -
mit ALLEN Kraeften.

In den USA muss ein "Impeachment" oder ein abgekuerztes Impeachment durch
den Druck der Strasse (des Generalstreiks) die Regierung Bush zum Ruecktritt
zwingen.
Gleichzeitig ist es notwendig einen weiteren Schwerpunkt zu setzen und
GEGEN SADDAM ZU DEMONSTRIEREN. Tritt naemlich Saddam Hussein zurueck ist der
Hauptgrund fuer den Krieg nicht mehr haltbar und die USA koennen den Krieg
zum Stillstand bringen ohne das Gesicht zu verlieren. Anders ist ein Ende
der Kampfhandlungen (die sich noch ausweiten werden!!!) und damit der
Bombardierungen und sonstigen Gemetzel mit tausenden Opfern, die jetzt
noch unversehrt sind, nicht denkbar. Hier muss die Antikriegsbewegung
realpolitisch denken und handeln. Als Verantwortlicher fuer mehrere Kriege
mit Hunderttausenden von Toten und Krueppeln MUSS SADDAM WEG !

Wenn mich auch viele fuer einen Traumtaenzer halten werden: die
Nachkriegsbedingungen im Irak werden von keiner Regierung eines Staates
zur Zufriedenheit zu loesen sein, schon gar nicht von der UNO, die ein
Spielball der Vetomaechte ist, die jede als STAAT ihre eigenen Interessen
verfolgen.
Mein Vorschlag ist ein "Rat der NGOs" der einen gerechten Frieden im Irak
garantieren soll. Natuerlich wird es auch hier schwierig sein, eine
neutrale Loesung zu finden, aber dieser Kurs ist eine Aufgabe fuer die
weltweite Opposition gegen die Globalisierung des zerstoererischen
Turbokapitalismus und den sonstigen fundamentalen und fundamentalistischen
Wahnsinn. Die Forderung muss lauten: ALLE MACHT DEN NGOs! fuer die Aufgabe
der Rekonstruktion des Irak unter neutralen Bedingungen. Das mag sich fuer
uns wie ein frommer Wunsch anhoeren und es ist auch nicht gesagt, dass die
NGOs in allen Aspekten dieser Aufgabe gewachsen sind, aber es scheint mir
die einzig richtige Moeglichkeit. Und DAS kann eine Chance fuer die
Ausbildung einer neuen Welt sein die in Ordnung ist.

Seid realistisch: fordert das Unmoegliche!

Frieden und Freiheit!

RGL fuer LPA am 1. April 2003

P.S.: Ich moechte an dieser Stelle noch einmal an meinen Aufruf "STOP FOR
PEACE !" erinnern. Jeden Tag/Nacht jeweils um fuenfvorzwoelf ohne
Verkehrsgefaehrdung den Motor abstellen und fuer fuenf Minuten die
Warnblinkanlage einschalten, vor allem in den Staedten. Dies kann ein
Signal sein und werden. Ein Signal fuer Bewegung zum Stillstand! Sagt HALT!

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