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(de) Die 2. Säule bedroht unsere Renten!

From Nicolas Phebus <nicolasphebus@yahoo.com>
Date Fri, 11 Oct 2002 02:53:31 -0400 (EDT)


Für den 31. August wurde von den Gewerkschaften und von der
Sozialdemokratischen Partei eine grosse Mobilisierung zur 
Verteidigung unsere Zweiten Säule (BVG/ Berufsvorsorge) eingeläutet. 
15'000 ArbeiterInnen kamen. Die Stimmung war äusserst kämpferisch... 
Sender: worker-a-infos-de@ainfos.ca
Precedence: list
Reply-To: a-infos-de

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Was wollen da plötzlich die SozialdemokratInnen? Die Vorgehensweise 
ist simpel: Zuerst werden die bürgerlichen Hauptforderungen einfach 
geschluckt (SP-BundesrätInnen voran!) und dann auf wirksamen Widerstand 
verzichtet. Wie immer geht es auch in diesem Fall darum: "so zu tun, 
als täte man etwas", um irgendwelche, nebensächliche Zugeständnisse 
zu erhalten und vor allem, um das Image unserer ach so unverzichtbaren 
und vernünftigen GewerkschaftsbürokratInnen aufrecht zu erhalten. 

Ein Frontalangriff auf die 2. Säule: Wir sind dabei, uns einen 
Teil der Beiträge klauen zu lassen, die wir bezahlen müssen 
und gezwungen sind, in diesen Fonds zu investieren. Die Herabsetzung 
des garantierten Mindestzinses auf das BVG-Kapital, sowie des 
Umsetzungssatzes von Kapital in Rente sind schlicht und einfach
ein Diebstahl an unseren Renten, einen stinkfrechen Betrug des Systems. 
Dieser Klau von Lohnersparnissen seitens der KapitalistInnen und 
dem Staat scheint mittlerweile Gang und Gebe geworden zu sein. 
Argentinien stellt bloss das krasseste Beispiel dar: Die 
Menschen haben dort nicht "nur" ihre Renten verloren, sondern auch 
andere Ersparnisse. Dies nimmt überall dort zu, wo es 
Pensionskassen gibt. Dreissig Jahre sind es her, als uns die 
zweite Säule von einem Bündnis zwischen Arbeitgebern und den 
BürokratInnen der gewerkschaftlichen und politischen Sozialdemokratie 
aufgezwängt wurde: anstelle einer Ausweitung und Verstärkung der 
AHV. Der "Volkskapitalismus" dessen entscheidender Pfeiler 
die Pensionskassen sind, hat die Mobilisierung riesiger Vermögenswerte 
ermöglicht. Das Problem dabei ist, dass die Notwendigkeit, Profit 
abzuwerfen, sich in Form immer grösserer Ausbeutung gegen die 
ArbeiterInnenklasse wendet - egal ob sie zu den SparerInnen 
zählt oder nicht. Den kapitalistischen VerwalterInnen, die 
diese "bescheidenen" Investitionen zum Blühen bringen 
sollten, ausgeliefert, müssen die ArbeiterInnen sich selbst oder 
andere ArbeiterInnen immer heftiger ausbeuten Die Spargelder 
der Lohnabhängigen dienen als Manövriermasse für die 
waghalsigsten Experimente. Immer häufiger werden am Schluss die 
LohnsparerInnen geschröpft. In Anbetracht dieser Situation muss 
eine kämpferische Strategie entwickelt werden, um die
gegenwärtige zweite Säule in eine andere, existenzsichernde AHV 
umzuwandeln: Eine neue und starke AHV, die ein würdevolles Leben 
garantiert, gemäss den Kriterien der Solidarität, der Gleichheit 
und der sozialen Gerechtigkeit. 

Wollen wir unsere Renten sichern, müssen wir den 
"Volkskapitalismus" über Bord werfen! Die Sozialliberalen 
missbrauchen die Mobilisierung vom 31. August, um die 
versicherungsunabhängigen Pensionskassen aufzuwerten, weil sie 
dort bei der Verwaltung auch mitmischlen dürfen. Aber sie 
drücken sich um die zentrale Frage: Die Tatsache der 
kapitalistischen Verwertung unserer Ersparnissen und der 
Missbrauch dieser nicht-ausbezahlten Lohnanteile. Dies aus gutem 
Grund: Die BürokratInnen sind Möchtegern-ManagerInnen! Dort muss 
man aber ansetzen: Die Renten werden durch Lohnprozente, aber 
auch durch Abgaben aus dem gesellschaftlich produzierten 
Reichtum finanziert. Diese müssen vergesellschaftlicht werden. 
Sie müssen direkt und demokratisch von den Lohnarbeitenden 
verwaltet werden. Dies ist der einzig realistische Weg, unsere
Renten zu retten und aufzubessern. Klar bedeutet dies einen riesigen 
und erbitterten Kampf, den die Sozialliberalen aber gar nicht 
antreten wollen. 

erschienen in Rebellion, n°22, Septembre 2002. http://www.rebellion.ch


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