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(de) Argentinien: Globaler Aktionstag am 20. Dezember

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Date Mon, 25 Nov 2002 16:43:48 -0500 (EST)


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Argentinien: Globaler Aktionstag am 20. Dezember
Zwei Tage des sozialen Ungehorsams am 20. / 21. Dezember in
Solidarität mit der argentinischen breiten Rebellion
english: Argentina Solitarity

Während Argentinien weiter in eine unberechenbare Finanzkrise
fällt, breitet sich eine inspirierende Rebellion der Bevölkerung
über das Land aus. Eine laufende Bewegung hat sich entwickelt
die zu einem lebendigen Labor des Widerstandes geworden ist, ein
Raum in dem die populäre Politik der Zukunft neu erfunden
werden. Der zunehmende Aufstand ist am 20. Dezember 2001
ausgebrochen, als mehr als eine Million Menschen auf die Straßen
gegangen sind und Töpfe und Pfannen schlagend die Regierung
abgesetzt haben. In diesem Jahr rufen Menschen in Argentinien
und überall auf der Welt zu einem Globalen Aktionstag am 20.
Dezember auf, um zu zeigen dass diejenigen die Alternativen
aufbauen gegen die Diktatur der Märkte nicht alleine sind.

Von der Bewegung der Erwerbslosen, den "piqueteros", die
Strassen blockieren und soziale Projekte in ihren
NachbarInnenschaften aufbauen - bis hin zu den "asambleas", den
horizontal organisierten NachbarInnenschaftsversammlungen, die
spontan in den Städten entstanden sind. Von den "Ahorristas",
den wütenden SparerInnen die täglich die Banken angreifen um
ihre Ersparnisse zurückzuerhalten - bis hin zum
Tauschhandelnetzwerk, das 7 Millionen Menschen anstelle von Geld
nutzen. Von den ArbeiterInnen in azhlreichen besetzten Fabriken
die ihre Arbeitsorte selbst organisieren - bis hin zu den
GymnasiastInnen die ihre Schulen besetzen und billigere
Bustarife fordern; der Geist der Autonomie, das Feiern der
Vielseitigkeit und die Praxis der direkten Basisdemokratie kann
quer durch Argentinien beobachtet werden.

Alle sozialen Bereiche werden im Slogan "Que Se Vayan Todos"
vereint, sie müssen alle gehen, d.h. die ganze politische Klasse
soll die Bühne verlassen, jedeR PolitikerIn jeder Partei, das
Oberste Gericht, der IWF, die Konzerne, die Banken - alle sollen
gehen, damit die Menschen selbst entscheiden können was im
ökonomisch gebeutelten Land geschieht. Angesichts stets
zunehmender Armut und völligem ökonomischen Zusammenbruch haben
die Menschen in Argentinien genug Hoffnung gefunden um weiter
Widerstand zu leisten, und haben genug Kreativität gesammelt um
anzufangen praktische Alternativen zur Hoffnungslosigkeit des
Kapitalismus aufzubauen.

Von Angola bis Nepal, Boliviien bis Türkei, tauchen dieselben
Brüche in der neoliberalen "Logik" auf, und Menschen leisten
Widerstand während die Ökonomien zusammenbrechen und ihre
Gesellschaften weiter ausgebeutet werden durch die Verschuldung.
Ein Dutzend Länder könnte demnächst zum "nächsten Argentinien"
werden, und einige von ihnen könnten näher sein als wir uns je
vorgestellt haben.

Wir müssen vorbereitet sein, nicht nur um Widerstand zu leisten,
aber um Wege zu finden die Gesellschaften wiederaufzubauen wenn
die ökonomische und ökologische Krise zuschlägt. Wenn die breite
Rebellion in Argentinien Erfolg hat, könnte er der Welt zeigen
daß Menschen schwere Krisen durchleben können und auf der
anderen Seite wieder auftauchen können, nicht nur überlebend,
aber gestärkt und fröhlicher durch den Kampf um neue Wege des
Lebens.

Während zwei Tagen im Dezember, wenn Zehntausende in Argentinien
auf die Straße gehen um den Aufstand des vergangenen Jahres zu
feiern, werden an vielen Orten auf der Welt Aktionen und
Veranstaltungen in Solidarität mit den Menschen in Argentinien
statt finden.

Was könnt Ihr an diesen Tagen tun? Hier sind einige Ideen: Nehmt
Töpfe und Pfannen mit auf die Straßen und feiert den Klang des
Cacerolazo, ruft zu einer NachbarInnenschaftsversammlung vor Ort
auf, blockiert Straßen in Solidarität mit den Piqueteros,
besetzt Euren Arbeitsort oder Schule und versucht es mit
Selbstorganisierung, sozialisiert Tango-tanzend Güter,
unterwandert den Geist des Konsumweihnachtens mit einem
Tauschmarkt, usw. - die Möglichkeiten sind endlos...

Die Ziele der Aktionstage des zivilen Ungehorsams beinhalten
u.a.:
Aufzuzeigen daß die Bewegung der Bewegungen gegen Kapitalismus
sich bewegen kann jenseits von Aufständen hin zu tatsächlicher
sozialer Revolution. Eine soziale Revolution, die aus tausenden
von Revolutionen besteht, in denen Menschen anfangen das leben
das sie möchten aufzubauen und sich darauf vorbereiten, es zu
verteidigen anstatt einfach nur gegen das was sie nicht wollen
zu protestieren. Und aufzuzeigen daß Argentinien ein
inspirierendes Modell davon ist. 
Ein kräftiges globales Netzwerk der solidarität mit Argentinien
aufzubauen. Den Bewegungen in Argentinien droht die Isolation;
ohne die Sicherheit und die gegenseitige Begeisterung der
internationalen Solidarität werden sie weitere Repression
erleiden. Auch wenn viele in der Bewegung der Bewegungen
weltweit gesagt haben "zum Glück gibt es Argentinien", da unsere
Hoffnungen wieder belebt wurden nach den dunklen Tagen des
11.9.01, haben viele Menschen auf den Strassen in Argentinien
keine Ahnung dass sie zu soch breitem Optimismus beigetragen
haben. In dem sie sehen daß die sozialen Bewegungen weltweit
gleichzeitig und solidarisch mit ihrem Kampf handeln, werden die
Menschen in Argentinien inspiriert, ihren Kampf fortzusetzen. 
Um von den Ereignissen in Argentinien zu lernen und die
Erfahrungen beim Aufbau unserer eigenen autonomen Räume,
NachbarInnenschaftsversammlungen, alternativen Ökonomien,
selbstorganisierten Arbeitsorten, usw. anzuwenden. 
Um die Geschichten und Informationen zu den Bewegungen in
Argentinien weiter zu verbreiten an soziale Bewegungen
vielerorts auf der Welt. 
Um bei der mailing-Liste mitzumachen, schickt eine e-mail an:
listraaf.be

Viele Gruppen planen bereits Aktionen/ Veranstaltungen: von den
Disobbedienti in Italien über direkte Aktionsgruppen in Belgien,
den Wombles in Großbritannien, Yomango in Spanien bis hin zu
Gruppen in Jordanien, Finnland und Deutschland.



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