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(de) Argentinien: Globaler Aktionstag am 20. Dezember

From Worker <a-infos-de@ainfos.ca>
Date Fri, 8 Nov 2002 03:15:28 -0500 (EST)


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      A - I N F O S  N E W S  S E R V I C E
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 Zwei Tage des sozialen Ungehorsams am 20. / 21.
  Dezember in Solidarität mit der argentinischen
            breiten Rebellion

         english: Argentina Solitarity

Während Argentinien weiter in eine unberechenbare
Finanzkrise fällt, breitet sich eine inspirierende
Rebellion der Bevölkerung über das Land aus. Eine
laufende Bewegung hat sich entwickelt die zu einem
lebendigen Labor des Widerstandes geworden ist, ein
Raum in dem die populäre Politik der Zukunft neu
erfunden werden. Der zunehmende Aufstand ist am
20. Dezember 2001 ausgebrochen, als mehr als eine
Million Menschen auf die Straßen gegangen sind und
Töpfe und Pfannen schlagend die Regierung abgesetzt
haben. In diesem Jahr rufen Menschen in Argentinien
und überall auf der Welt zu einem Globalen
Aktionstag am 20. Dezember auf, um zu zeigen dass
diejenigen die Alternativen aufbauen gegen die
Diktatur der Märkte nicht alleine sind.

Von der Bewegung der Erwerbslosen, den
"piqueteros", die Strassen blockieren und soziale
Projekte in ihren NachbarInnenschaften aufbauen -
bis hin zu den "asambleas", den horizontal
organisierten NachbarInnenschaftsversammlungen,
die spontan in den Städten entstanden sind. Von den
"Ahorristas", den wütenden SparerInnen die täglich
die Banken angreifen um ihre Ersparnisse
zurückzuerhalten - bis hin zum
Tauschhandelnetzwerk, das 7 Millionen Menschen
anstelle von Geld nutzen. Von den ArbeiterInnen in
azhlreichen besetzten Fabriken die ihre Arbeitsorte
selbst organisieren - bis hin zu den GymnasiastInnen
die ihre Schulen besetzen und billigere Bustarife
fordern; der Geist der Autonomie, das Feiern der
Vielseitigkeit und die Praxis der direkten
Basisdemokratie kann quer durch Argentinien
beobachtet werden.

Alle sozialen Bereiche werden im Slogan "Que Se
Vayan Todos" vereint, sie müssen alle gehen, d.h. die
ganze politische Klasse soll die Bühne verlassen,
jedeR PolitikerIn jeder Partei, das Oberste Gericht, der
IWF, die Konzerne, die Banken - alle sollen gehen,
damit die Menschen selbst entscheiden können was
im ökonomisch gebeutelten Land geschieht.
Angesichts stets zunehmender Armut und völligem
ökonomischen Zusammenbruch haben die Menschen
in Argentinien genug Hoffnung gefunden um weiter
Widerstand zu leisten, und haben genug Kreativität
gesammelt um anzufangen praktische Alternativen zur
Hoffnungslosigkeit des Kapitalismus aufzubauen.

Von Angola bis Nepal, Boliviien bis Türkei, tauchen
dieselben Brüche in der neoliberalen "Logik" auf, und
Menschen leisten Widerstand während die
Ökonomien zusammenbrechen und ihre
Gesellschaften weiter ausgebeutet werden durch die
Verschuldung. Ein Dutzend Länder könnte demnächst
zum "nächsten Argentinien" werden, und einige von
ihnen könnten näher sein als wir uns je vorgestellt
haben.

Wir müssen vorbereitet sein, nicht nur um Widerstand
zu leisten, aber um Wege zu finden die Gesellschaften
wiederaufzubauen wenn die ökonomische und
ökologische Krise zuschlägt. Wenn die breite
Rebellion in Argentinien Erfolg hat, könnte er der Welt
zeigen daß Menschen schwere Krisen durchleben
können und auf der anderen Seite wieder auftauchen
können, nicht nur überlebend, aber gestärkt und
fröhlicher durch den Kampf um neue Wege des
Lebens.

Während zwei Tagen im Dezember, wenn
Zehntausende in Argentinien auf die Straße gehen um
den Aufstand des vergangenen Jahres zu feiern,
werden an vielen Orten auf der Welt Aktionen und
Veranstaltungen in Solidarität mit den Menschen in
Argentinien statt finden.

Was könnt Ihr an diesen Tagen tun? Hier sind einige
Ideen: Nehmt Töpfe und Pfannen mit auf die Straßen
und feiert den Klang des Cacerolazo, ruft zu einer
NachbarInnenschaftsversammlung vor Ort auf,
blockiert Straßen in Solidarität mit den Piqueteros,
besetzt Euren Arbeitsort oder Schule und versucht es
mit Selbstorganisierung, sozialisiert Tango-tanzend
Güter, unterwandert den Geist des
Konsumweihnachtens mit einem Tauschmarkt, usw. -
die Möglichkeiten sind endlos...

Die Ziele der Aktionstage des zivilen Ungehorsams
beinhalten u.a.:

   Aufzuzeigen daß die Bewegung der Bewegungen
   gegen Kapitalismus sich bewegen kann jenseits
   von Aufständen hin zu tatsächlicher sozialer
   Revolution. Eine soziale Revolution, die aus
   tausenden von Revolutionen besteht, in denen
   Menschen anfangen das leben das sie möchten
   aufzubauen und sich darauf vorbereiten, es zu
   verteidigen anstatt einfach nur gegen das was sie
   nicht wollen zu protestieren. Und aufzuzeigen daß
   Argentinien ein inspirierendes Modell davon ist.
   Ein kräftiges globales Netzwerk der solidarität mit
   Argentinien aufzubauen. Den Bewegungen in
   Argentinien droht die Isolation; ohne die
   Sicherheit und die gegenseitige Begeisterung der
   internationalen Solidarität werden sie weitere
   Repression erleiden. Auch wenn viele in der
   Bewegung der Bewegungen weltweit gesagt haben
   "zum Glück gibt es Argentinien", da unsere
   Hoffnungen wieder belebt wurden nach den
   dunklen Tagen des 11.9.01, haben viele Menschen
   auf den Strassen in Argentinien keine Ahnung
   dass sie zu soch breitem Optimismus beigetragen
   haben. In dem sie sehen daß die sozialen
   Bewegungen weltweit gleichzeitig und solidarisch
   mit ihrem Kampf handeln, werden die Menschen
   in Argentinien inspiriert, ihren Kampf
   fortzusetzen.
   Um von den Ereignissen in Argentinien zu lernen
   und die Erfahrungen beim Aufbau unserer eigenen
   autonomen Räume,
   NachbarInnenschaftsversammlungen, alternativen
   Ökonomien, selbstorganisierten Arbeitsorten,
   usw. anzuwenden.
    Um die Geschichten und Informationen zu den
   Bewegungen in Argentinien weiter zu verbreiten
   an soziale Bewegungen vielerorts auf der Welt.

Um bei der mailing-Liste mitzumachen, schickt eine
e-mail an: listraaf.be

Viele Gruppen planen bereits Aktionen/
Veranstaltungen: von den Disobbedienti in Italien über
direkte Aktionsgruppen in Belgien, den Wombles in
Großbritannien, Yomango in Spanien bis hin zu
Gruppen in Jordanien, Finnland und Deutschland.


    Argentina | Aktionen 2002 | www.agp.org




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