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{Info on A-Infos}
(de) Genua: Anarch@s besetzen Wasserwerke
From
ralf@anarch.free.de (Ralf Landmesser)
Date
Mon, 22 Jul 2002 07:33:43 -0400 (EDT)
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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
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Anarchisten besetzen die Gas- und Wasserwerke von Genua
Die anarchistische Koordination Ligurien und Piemont und die F.A.I. haben um
12:30 h die Gas- und Wasserwerke von Genua besetzt, um gegen die Armut, Elend
und Kriege erzeugende kapitalistische und staatliche Kommerzialisierung der
Beduerfnisse.
Folgender Text wurde als Flugblatt zur direkten Aktion verteilt:
Wo sind die g8 Herren? Sie sind allerorten und ueberall. Da, wo Krieg, Duerre,
Unterdrueckung, Tod, Folter, Bomben und Umweltzerstoerung sind, da sind die g8.
Wir sind deshalb ein Jahr nach dem g8-Gipfel nach Genua zurueckgekommen, weil
wir ueberzeugt sind, dass die g8 Herren und ihre Absperrungen, ihre
Grausamkeit, ihre ungleiche "Giustizia" [ > doppelte Bedeutung: a, Justiz,
b, Gerechtigkeit, im Original in Anfuehrungsstrichen] immer noch hier sind.
Sie sind ueberall dort, wo Ungerechtigkeit, Unterdrueckung und Ausbeutung
herrschen. Sie sind ueberall dort, wo die Interessen weniger Millionen
verdursten lassen. Sie sind unter denen, die verdursten muessen, weil sie
kein Wasser bezahlen koennen.
Die Welt, die wir wollen wird, sollte sie je zustande kommen , das Werk des
Willens der Unterdrueckten und Ausgebeuteten in Selbstorganisation zu
rebellieren, und jeden Tag, ueberall, direkte Aktion zu praktizieren. Wasser
ist keine Ware.
Die Politik der Weltbank und des IWF zielt auf die Privatisierung von fuer
alle unverzichtbaren Dienstleistungen und Ressourcen. Das Wasser ist
fundamental fuer das Leben und die Autonomie der Menschen. Es privatisieren
bedeutet, ein essentielles Gut in eine Ware zu verwandeln, und die Existenz
von Millionen Menschen in die Haende von Privatpersonen zu legen, die einzig
an ihren Profit interessiert sind. Die armen Laender werden gezwungen, die
Wasserversorgung zu privatisieren, sonst werden ihnen die
halsabschneiderischen Kredite gestrichen, die "grosszuegig" von Weltbank und
IWF vergeben werden, die seit 1994 gemeinsam mit einigen Regierungen und
diversen grossen Unternehmen im Welt-Wasser-Rat sitzen, eine Institution,
innerhalb der die Wassermultis vertreten sind, nicht aber die Menschen, fuer
die die Privatisierung den Durst bedeutet. Mit der Geburt des Global Water
Partnership im Jahr 1996, das den Auftrag hat, die Zusammenkunft von
Oeffentlichen Koerperschaften und privaten Investoren zu Foerdern, und dem 1998
die Weltkommision fuer das Wasser im 21. Jahrhundert folgte, ist ein
Business-Komitee entstanden, das im Begriff ist, die Wasserreserven des
Planeten in die Haende der ueblichen Coca Cola, Vivendi, Suez Lyonnaise,
Nestlé zu werfen, dabei ganzen Bevoelkerungen, die nicht imstande sind, die
von den Privaten auferzwungenen Gebuehren, den Zugang zum Wasser zu
entziehen.
Sich der Politik von Weltbank und IWF zu widersetzen, bedeutet fuer uns, fuer
die soziale Vergesellschaftung der Ressourcen des Planeten zu kaempfen, fuer
den Umweltschutz, fuer die Selbstbestimmung und die generalisierte
Selbstverwaltung. Die Globalisierung kann nicht regiert werden, der
Kapitalismus, diese gefraessige Lebenszertstoerungsmaschine, kann nicht mit
einigen Sozialstaats-Almosen "korrigiert" werden, womoeglich noch zum Nutzen
der Armen in den reichen Laendern.
Die Welt, die wir wollen, fuer die wir auf die Strasse gehen, bezieht ihre
Legitimation nicht aus den Gesetzen und den Abkommen, sie hat viel mehr ihre
Wurzeln in der Faehigkeit zur Selbstverwaltung und Selbstbestimmung. Ohne
Barrieren, ohne Grenzen, ohne Staaten. Eine Welt, um in ihr solidarisch zu
leben, nicht ein Territorium der Kontrolle, des Raubbaus, der Unterwerfung
den Interessen weniger. Eine sehr viel konkretere Utopie, als die, Freiheit
mit Demokratie zu verbinden.
Der Staat und das globale Kapital erzeugen Ausbeutung, Armut,
Umweltzerstoerung, Unterdrueckung, Krieg, Gefaengnisse, Rassismus. Der Staat
und das globale Kapital sind nicht reformierbar. Das Leben und die Freiheit
von sechs Milliarden Menschen sind mit den Herren der Welt nicht
verhandelbar, sie muessen vielmehr in die Haende eines jeden zurueckgegeben
werden, ob Kind, Mann oder Frau. "Herr von nichts, Diener von Niemand, sich
aufmachen, die Zukunft zu erkaempfen."
Anarchistische Koordination Ligurien und Piemont.
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