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(de) Schwartze Katze 14-03-2001

From schwarze-katze@gmx.net
Date Wed, 14 Mar 2001 23:40:33 -0500 (EST)


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      A - I N F O S  N E W S  S E R V I C E
            http://www.ainfos.ca/
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Schwarze Katze Rundbrief vom 14.3.01 
http://www.free.de/schwarze-katze/

Deutschland von der Karte streichen - Frankreich muss bis Polen reichen!
(Dieser Slogan wurde auf der letzten Antifa-Demo in Luedenscheid gerufen.)

1.) Filmtips: Geheimdienstmorde und Zwangsarbeiterkinder
2.) Antifa Hemer: neue Nazi-Demo in Luedenscheid
3.) Schwarze Katze hilft Schuelern und faehrt nach Gorleben
4.) Castor-Infoveranstaltung in Menden
5.) "Sicherheitsunternehmen" fotografiert Drogenszene
6.) Online-Demonstration gegen Flugzeugabschiebungen
7.) Hungerstreik von Anarchisten gegen Folter im spanischen Knast
8.) Stasi wollte unerwuenschte Auslaender internieren (aus unserem Archiv)

1.) Filmtips ausgewaehlt von der Schwarzen Katze

- Zwangsarbeiter. Unerwuenscht und vergessen - Die Kinder von
Zwangsarbeitern. Reportage. Do., 15.3.01 Phoenix 18.30-19.15 Uhr

- Politische Morde. Mord im Kolonialstil: Patrice Lumumba, eine afrikanisc=
he
Tragoedie. Do., 15.3.01 ARD 21.45-22.30 Uhr


2.) Antifa Hemer: Der "Nationale Widerstand Hagen/Luedenscheid" ruft 
zusammen mit der NPD MK und anderen Rechten fuer den 28.4.01 in 
Luedenscheid zu einer Demo auf. Unter dem Motto: "Fuer die Zukunft 
der deutschen Jugend - gegen Drogen, Kinderschaender und Vergewaltiger". 
Anmelder der Demo ist ein Hagener Nazi. Eins ist sicher: Den Nazis wird 
an diesem Tag die Strasse nicht  alleine gehoeren!

In Dortmund wurden Kinder und Jugendliche bei einer Antifa-Demo 
eingekesselt und von der Polizei auf das uebelste beschimpft.  Aus den von=
 
der Polizei Drangsalierten hat sich die "Notgemeinschaft Polizeikessel-
Betroffener NRW" gegruendet. Sie haben eine gute Webseite erstellt: 
http://jugendgegenrechts.org

Sie weisen auf ihrer Internetseite auf folgendes hin: "Der 5. Senat des
Oberverwaltungsgerichts Muenster hat am 2.3.01 in einem Beschluss 
die Dortmunder Polizeikessel als Unrecht bezeichnet. "Eine oeffentliche 
Versammlung verliert nicht dadurch den von der Verfassung garantierten 
Schutz der Versammlungsfreiheit, dass einige wenige Teilnehmer 
Straftaten begehen." Der Polizei wurde untersagt, am 3.3.01 eine 
Versammlung ohne vorherige  Aufloesung (dies muss gut hoerbar und 
mehrmals geschehen!!!) einzukesseln."


3.) Das Schwarze Katze Archiv ist fuer 4 Schulreferate benutzt worden. Ein
Schueler macht mit Hilfe der Schwarzen Katze ein Referat ueber den 
Anarchisten Michail Bakunin. Dafuer haben wir ihm Texte von Bakunin, 
Sekundaerliteratur und auch das bolschewistische Buch "Bomben, Blut und 
Bitterkeit", herausgegeben vom ZK der SED gegeben. Im letzten Buch ist 
allerdings nicht besonders objektiv ueber die anarchistische Bewegung 
berichtet worden. Wir haben dem Schueler noch erzaehlt, warum die 
Bolschwisten was gegen freiheitliche Sozialisten (Anarchisten) haben.
Jemand anders macht mit unserer Hilfe ein Referat ueber
Veganismus. Wir haben ein Video zum Thema herausgekramt und haben  
Internetlinks genannt.
Ein  anderes Referatthema war Anarchismus allgemein. Dafuer haben wir 
eine breite Palette anarchistischer Zeitschriften zum Zeigen zusammengeste=
llt.
Das letzte Referat, das mit unserer Hilfe erstellt wird, ist ueber die
faschistische SAF (Sauerlaender Aktionsfront). Alle diese Referate werden,
sobald sie fertig sind, auf unserer Webseite veroeffentlicht. Wenn du auch=
  
fuer die Uni oder Schule ein Referat ueber APO-Themen machen moechtest,  
melde dich einfach bei uns. Wir koennen auch vergriffene Buecher ueber APO=
- 
Themen und ueber die anarchistische Bewegung besorgen.

Uns ist beim letzten Rundbrief ein kleiner Fehler unterlaufen. Die
Atomgruppe Hannover heisst Atomgruppe und nicht Anti-Atomgruppe. Sie 
weisen darauf hin, dass sie nichts gegen Atome haben, nur gegen ihre 
Spaltung. Wer die komplette Pressemitteilung (wir haben ihre letzte gekuer=
zt) 
von ihnen lesen moechte, kann dies auf ihrer Homepage 
http://www.atomplenum.de  
machen. Dort gibt es auch aktuelle Infos zum Castor-Transport. Uebrigens: =
 
Wer beim naechsten Castor-Transport dabei sein moechte und aus dem  
Sauerland kommt, soll sich schnell bei der Schwarzen Katze melden. Wir  
fahren hin! Zum Schluss noch ein Zitat aus der letzten Interim: 26.03.- 
08.04.2001. Yuhu, Atomkonsens sprengen - Castor blockieren!


4.) Beim letzten Castortransport war der Mendener Wolfgang Weist ein Teil
der Blockade. Nebenbei schaffte er es noch, seinen Blick auf die Situation=
 um
ihn herum in Worte zu fassen und aufzuschreiben. Am 19.3.2001 um 20.00 
Uhr liest er auf der Kluse in Menden aus diesen Texten und zeigt dabei Bil=
der 
aus dem Videofilm der BI-Luechow-Dannenberg. Die Veranstaltung findet auf 
Anregung der Jungen Alternativen Menden statt.


5.) Sicherheitsunternehmen fotografiert Drogenszene. Presseerklaerung der =
 
Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizistinnen und Polizisten vom  
12.3.01

Sicherheitsunternehmen fotografiert Drogenszene

Im Oktober 2000 fiel in Kassel das Sicherheitsunternehmen Protex auf, weil
dessen Angestellte aggressiv gegen Trinker und Drogenkonsumenten vorgingen
(siehe Presseerklaerung, 10.10.2000:
http://www.is-kassel.de/safercity/2000/pe_16102000.html). 
Neben den Bemuehungen diese Menschen aus der Koenigsstrasse 
(Einkaufsstrasse) zu vertreiben,  setzte die Protex-Security dabei auch 
einen Fotoapparat ein und fotografierte Personen gegen deren Willen.

Da die Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer Polizistinnen und Polizisten
(Hamburger Signal) e.V., hier u.a. die Persoenlichkeitsrechte der Betroffe=
nen
verletzt sah, reichten wir am 18.11.2000 eine Beschwerde bei der
Aufsichtsbehoerde fuer den Datenschutz im nicht-oeffentlichen Bereich
(Regierungspraesidium Kassel) ein. Die Protex von der Aufsichtsbehoerde um=
  
Stellungnahme zum Sachverhalt gebeten antwortete mit Schreiben vom  
05.03.2001 folgendes:

(...) Die von uns im Auftrag der Neuen City e.V. gefertigten Fotos wurden
Herrn M. uebergeben. Laut Herrn M. sind diese mittlerweile wieder vernicht=
et
worden. In unserem Besitz befinden sich keine weiteren Fotos. Hintergrund =
der
Aktion war ein Gesamteindruck der "Szene" in der unteren Koenigsstr. zu  
dokumentieren, daher wurden auch lediglich Gruppen und keine  
Einzelpersonen aufgenommen. (...) Auf Grundlage der Stellungnahme des
Sicherheitsunternehmens kommt die Sachbearbeiterin der Aufsichtsbehoerde 
im Schreiben vom 08.03.2001 an uns zu folgendem Ergebnis:

(...) ...mir liegt jetzt die Stellungnahme des Protex Sicherheitsdienstes
vor. Ich habe sie fuer Sie in Kopie beigefuegt. Danach ergibt sich fuer di=
e von
Ihnen vorgebrachte Frage der Zulaessigkeit des Fotografierens von Personen=
 
ohne deren Erlaubnis nicht meine Zustaendigkeit.

Als Aufsichtsbehoerde fuer den Datenschutz im nicht-oeffentlichen Bereich 
habe ich die Ausfuehrung des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) zu 
ueberpruefen.
Anwendung findet das Bundesdatenschutzgesetz bei nicht-oeffentlichen 
Stellen wie z.B. dem Protex Sicherheitsdienst gemaess
=A7 27 BDSG nur, soweit personenbezogene Daten in oder aus Dateien ...
verarbeite oder genutzt werden. Wie das Unternehmen in seiner Stellungnahm=
e
angibt, wurden lediglich Gruppen und keine Einzelpersonen aufgenommen.  
Daher ist es zweifelhaft, ob personenbezogene oder auf einzelne Personen  
beziehbare Daten vorliegen. Die gemachten Fotos wurden auch nicht in eine =
 
Datei uebernommen und sind nach ergaenzenden telefonischen Auskuenften  
auch nicht in digitalen Aufnahmeverfahren entstanden. Es ist daher kein  
gesetzlich geforderter Bezug zu einer Datei zu erkennen. Somit liegen die =
 
Voraussetzungen fuer eine Anwendung des BDSG nicht vor. Eine 
Ueberpruefung der Zulaessigkeit des Fotografierens von Personen ohne deren=
 
Erlaubnis steht mir daher nicht zu. (...)

Auch wenn das Regierungspraesidium zum Ergebnis kommt, dass im 
vorliegenden Fall keine Verstoesse nach dem BDSG erkennbar sind, so bleibt=
 
doch ein schaler Beigeschmack. Die Aussage der Protex, in ihrem Besitz 
befaenden sich keine weiteren Fotos kann niemand nachpruefen. Kein
Wort in ihrer Stellungnahme ueber den Verbleib der Negative. Die Tatsache,
dass der "Ermittlungsarm" (City-Detektive) der Protex, z.B. aufgrund von
Diebstahlsanzeigen, eine intensive Beziehung zur Kasseler Polizei pflegt,
macht diese Angelegenheit nicht leichter verdaulich.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Frage nach dem Sinn und Zweck der
"Szene-Aufnahmen" im Auftrag der Neuen City e.V. fast schon nebensaechlich=
.
Nun kann die Protex - ganz legal - ihre Dienstleistungspalette, welche  
z.B. Fahndung nach Fahrzeugen und sonstigen Sachguetern, Einsatz  
verdeckter Videotechnik, Zeugenermittlung durchfuehren.

Weltweite Schuldnersuche und Personensuche umfasst auch noch um den
polizeilichen Begriff "BeDo-Trupp" (Beweis- und Dokumentationstrupp)
erweitern. Kuenftig koennen dann Kasseler Sicherheits- und  
Ordnungsbehoerden noch staerker vom "Ermittlungsgehilfen" Protex  
profitieren.

Weitere Informationen zum Thema im Internet:

http://www.is-kassel.de/~safercity/2000/erklaerung.html
http://www.is-kassel.de/~safercity/1998.05.07-08.html
http://www.is-kassel.de/~safercity/1999/streifblick.html


6.) Deportation Class : Internet-Demo gegen das Abschiebegeschaeft

Online-Demonstration gegen "Deportation Business"
kein mensch ist illegal und Libertad! rufen zur Blockade der
Lufthansa-Homepage auf.

Die Deutsche Lufthansa AG steht aufgrund ihres Geschaefts mit 
Abschiebungen immer staerker in der Kritik. Vor Flugschaltern und 
Reisebueros, selbst auf der jaehrlichen Aktionaersversammlung protestieren=
 
antirassistische Gruppen gegen das "deportation bussiness" der Fluglinie. 
Das Netzwerk kein mensch ist illegal (http:\\www.deportation-alliance.com)=
 
und die Solidaritaetsinitiative Libertad! (http\\:www.libertad.de) planen =
nun, 
diese Proteste ins Internet auszuweiten.

Wenn Konzerne, die mit Abschiebungen Geld verdienen, ihre groessten 
Filialen im Netz aufbauen, dann muss man auch genau dort demonstrieren. 
Aehnlich wie bei einer Sitzblockade soll der Zugang zur Homepage der 
Lufthansa AG durch tausende InternetnutzerInnen zeitweise versperrt werden=
. 
Aber das geht nur, wenn viele mitmachen. Kein mensch ist illegal und 
Libertad! rufen deshalb internationale und deutsche Gruppen auf, sich an d=
en 
Vorbereitungen der Internet-Demo zu beteiligen. Ein genauer Termin steht 
noch nicht fest, aber fuer den Tag X erwarten wir mehrere tausend 
TeilnehmerInnen.

Ueber 30.000 Menschen werden jedes Jahr per Flugzeug aus Deutschland
abgeschoben - und die Lufthansa mit ihrem "weltumspannenden 
Verbindungsnetz" verkauft den Loewenanteil der als "deportee-tickets" 
gekennzeichneten Flugscheine. Die Deportation Class bringt also 
betraechtliche Einnahmen, aber nicht nur das: seitdem am 28. Mai 1999 
der Sudanese Amir Ageeb in einer Lufthansa-Maschine unter den 
Misshandlungen deutscher Grenzpolizisten zu
Tode kam, sieht sich der Konzern mit lauter werdenden Forderungen 
nach einem Rueckzug aus dem schmutzigen Geschaeft konfrontiert. 
Nachdem kein mensch ist illegal auf die moegliche Haftung der 
Flugkapitaene im Falle der Toetung oder Verletzung von Zwangspassagieren 
hingewiesen hatte, empfahl die Pilotenvereinigung Cockpit ihren Mitglieder=
n, 
zukuenftig keine Personen an Bord zu nehmen, die einen Transport ablehnen 
oder gar gefesselt sind. Und selbst die OeTV forderte ihre im Lufthansa-
Aufsichtsrat sitzenden Mitglieder auf, sich gegen das Geschaeft mit den 
Abschiebungen einzusetzen.

Am empfindlichsten duerfte den Konzern-Vorstand jedoch getroffen haben,  
dass sich auch in den USA das verschlechterte Image zunehmend bemerkbar  
macht. In einem Artikel des Wall Street Journals vom 29. Januar 2001 wurde=
  
ausfuehrlich ueber die oeffentliche Diskussion um die Abschiebefluege  
berichtet - keine gute publicity, wo man die USA gerade zum  
"Zukunftsmarkt" erklaert hatte. Und den will Lufthansa durch das Internet =
 
erobern. Der eCommerce-Bereich, der jetzt noch weniger als 10% der  
Buchungen verzeichnet, soll im Jahr 2005 schon 40% der gesamten Umsaetze  
erwirtschaften.

So verlockend gewinntraechtig, so anfaellig ist der elektronische
Kapitalismus. Zusammen mit der Siemens AG, der Deutschen Telekom 
und dem BKA ist die Lufthansa deshalb am "Arbeitskreis zum Schutz von 
Infrastrukturen" beteiligt, der abseits der Oeffentlichkeit Massnahmen zur=
 
polizeilichen Kontrolle des Netzes vorbereitet. In den Vorstandsetagen 
fuerchtet man Hackerattacken, wie sie bereits yahoo, CNN und Microsoft 
trafen - und vielleicht mehr noch die Ausweitung politischer online-Protes=
te. 
Wie empfindlich Lufthansa auf Kritik aus dem Netz reagiert, wurde schon im
Oktober 2000 deutlich, als der Konzern seine AnwaeltInnen anwies, einem
Aktivisten von kein mensch ist illegal Unterlassungsgelder anzudrohen, fal=
ls
nicht eine kritische Plakatausstellung aus dem Internet verschwinde. Diese=
s
recht konventionelle Vorgehen fuehrte jedoch nur dazu, dass sich weltweit
dutzende Internetprojekte gegen die Zensurversuche solidarisierten und die
Ausstellung durch Spiegelung auf ihren Servern weitere Verbreitung fand.

Man darf gespannt sein, wie die Lufthansa auf die online-Demo reagiert. De=
r
Konzern verfuegt ueber enorme Rechenkapazitaeten fuer seine 
Internetpraesenz. Sollte es trotzdem gelingen, die Homepage wie geplant 
zu blockieren, wuerde dies sicherlich nicht das Vertrauen der KundInnen 
foerdern, die zukuenftig nicht mehr im Reisebuero, sondern im Internet 
buchen sollen. Wir sind optimistisch und setzen darauf, dass die Kritik an=
 
den Abschiebefluegen schon so breite Kreise erreicht hat, dass eine 
grosse Demonstration mit internationaler Beteiligung zustandekommen wird. 
Proteste auf Flugschaltern wird es natuerlich weiterhin geben. Damit 
computerunkundige DemonstrantInnen aber auch per Mausklick teilnehmen 
koennen, wird noch rechtzeitig vor der Internet-Demo eine Protest-Software=
 
veroeffentlicht.


7. Maerz 2001
kein mensch ist illegal und Initiative Libertad!

weitere Informationen: http://www.deportation-alliance.com oder
http://www.libertad.de/projekte/depclass/demo

7.) Hungerstreiks gegen Folter in spanischem Knast

Am 19. Februar 2001 sind 14 Gefangene des Knastes Puerto I in Spanien in 
den Hungerstreik getreten. Sie protestierten auf diese Weise gegen die Gew=
alt
und Folter in den spanischen Knaesten.

Am 12. Februar 2001 war Francisco Maduro Delgado von insgesamt 13
WaerterInnen mit Knueppeln dermassen heftig verpruegelt worden, dass er al=
s
Folge dieses Angriffs das Bewusstsein verlor. Trotz dieses  
gesundheitlichen Missstandes wurde ihm jegliche medizinische Versorgung  
verweigert.
Am 16. Februar 2001 wurden in der gleichen Anstalt die Gefangenen Antonio
Berbel Torres und J. Maria Uribechebarria Bolinaga ebenfalls verpruegelt. =
Als
Antwort auf diese schweren Uebergriffe haben sich andere Gefangene mit den
Verpruegelten solidarisch erklaert und einen Hungerstreik ausgerufen, an
welchem sich 3 Gefangene des FIES-Regime (spezielle Isolations-Knaeste in =
 
Spanien), ein Kollektiv baskischer Gefangener und Francisco Maduro Delgado=
  
beteiligt haben.

Die 3 Hauptforderungen der Knastkaempfe in Spanien:

- Schluss mit den FIES-Trakten!!!
- Freilassung aller kranken Gefangenen und all jener die mehr als 20 Jahre
hinter Gittern sitzen!!!
- Verlegung der Gefangenen in Knaeste in ihrer "Heimatgegenden"!!!

FUER EINE KNASTFREIE, ANARCHISTISCHE GESELLSCHAFT !!!


8.) Stasi wollte unerwuenschte Auslaender internieren
    taz Nummer 3780 vom 12.8.92, Seite 5

Dokumente der Staatssicherheit enthuellen detaillierte Einsatz- und  
Personalplanung fuer die Inhaftierung im Verteidigungsfall/Zielsetzung:  
"Feindlich-negative Plaene, Hetze, Diversions- und Sabotagehandlungen" von=
  
Auslaendern in der DDR zu verhindern. Von Wolfgang Gast

Berlin (taz) - Keiner der rund 600 Studenten, die heute in dem ehemaligen =
 
Arbeiterwohnheim im Norden Berlins ein vergleichsweise billiges Zimmer  
gefunden haben, ahnt, welche Plaene zu DDR-Zeiten Staatssicherheit und
Volkspolizei mit dem knapp fuenf Hektar grossen Gelaende verfolgten. Im  
Krisen- und Verteidigungsfall sollte das Wohnheim am Blankenburger  
Pflasterweg zum Internierungslager fuer rund tausend dem Regime suspekte  
Auslaender umfunktioniert werden. Das geht aus den Unterlagen des  
Ministeriums fuer Staatssicherheit (MfS) hervor, die vor kurzem in der  
Gauck-Behoerde gefunden wurden.

Die Geheime Kommandosache trug das Aktenzeichen F/1 267 592 und 
den Titel "Plan der Ueberfuehrung in den Verteidigungszustand - Bezirk Ber=
lin".  
Sechs Monate vor der Wende wurde das Papier am 5. April 1989 vom  
Vorsitzenden der Bezirkseinsatzleitung in Berlin, dem SED- Funktionaer  
Guenter Schabowski, abgezeichnet. Als Massnahme mit der Nummer 44 wird  
darin die "Herstellung der Aufnahmebereitschaft des Internierungslagers,  
Wohnheim Blankenburg" aufgefuehrt. Position 45 weist die Einrichtung von  
"Internierungs-Sammelstellen in den Stadtbezirken" aus.

Die Absicht, unliebsame Auslaender im Konfliktfall umstandlos in einem  
Lagerzu internieren, geht bereits auf das Jahr 1982 zurueck. Damals  
erarbeitete Stasi-Leutnant Floeter fuer die Abteilung VII der  
Bezirksverwaltung eine Konzeption, mit der die "politisch-operative  
Abwehrarbeit im Internierungslager Blankenburg" gewaehrleistet werden  
sollte. Klassifiziert war dieses Dokument zu DDR-Zeiten als geheime  
Verschlusssache. Der Leiter der Abteilung, Oberstleutnant Friedrich,  
bestaetigte darin die "Hauptaufgaben" des geplanten Internierungslagers:  
"Aufklaerung und Verhinderung jeglicher feindlich-negativer Plaene,  
besonders solcher feindlicher Handlungen, wie Spionage, staatsfeindliche  
Gruppenbildung, staatsfeindliche Hetze, Provokationen, Ausbrueche,  
Geiselnahmen, Diversions- und Sabotagehandlungen".

Die "maximale Kapazitaet" des Lagers ermittelten die Stasi-Offiziere mit
1.200 Plaetzen. Penibel registrierten Mielkes Mannen: "Die einzelnen  
Bloecke und Etagen sind unabhaengig voneinander mit Sanitaereinrichtungen =
 
versehen, so dass eine Unterbringung sowohl in Familienverbaenden als auch=
  
getrennt nach Geschlechtern erfolgen kann."

Auch die Personalplaene waren fertig: Mit Oberstleutnant Guenter Neidhard =
 
sollte ein Mitarbeiter der Berliner Strafvollzugsbehoerde Leiter des  
Internierungslagers werden. Als "Stellverteter Operativ" war Oberleutnant =
 
Bernd Dornbruch vorgesehen. Preussisch gruendlich war auch eine Leiterin  
fuer die Geschaeftsstelle des Lagers bestimmt worden. Vom Lagerposten bis =
 
zum Lagerleiter umfasste die Personalplanung 76 Mitarbeiter.

30 Stunden nach der Ausloesung der Mobilmachung sollten "die  
Einsatzbereitschaft der Kraefte und Mittel des Internierungslagers"  
gewaehrleistet sein. Als Planziel galt: 24 Stunden nach "Erteilung Befehl =
 
zur Internierung auslaendischer Buerger" werden die ersten Internierten  
aus den Sammelstellen in den verschiedenen Stadtbezirken nach Blankenburg =
 
ueberstellt - vier Tage nach der Stunde "X" muss die Aktion abgeschlossen =
 
zu sein.

Die Internierungsplaene galten bis zur Wende. Alljaehrlich wurden sie im
Januar bestaetigt. Im MfS unterzeichnete der Abteilungsleiter zuletzt am  
10.1. 89 die Geheime Verschlusssache mit dem Kuerzel "GVZ-0005" - am  
gleichen Tag erneuerte auch das Berliner Praesidium der Volkspolizei den  
Beschluss zur Lagererrichtung, der in den Akten der Volkspolizei unter dem
Verschlusszeichen "B 044404" gefuehrt wurde. Bestaetigt wurden damit auch =
 
Plaene fuer insgesamt neun Sammelstellen in den Stadtbezirken, wo der Weg =
 
in die Internierung beginnen sollte. Im Bezirk Berlin-Mitte sollten 300  
Auslaender festgenommen und bis zum Weitertransport im traditionsreichen  
"Claerchens Ballhaus" festgesetzt werden. Im Kreispionierhaus des  
Stadtbezirkes Treptow haette man weitere 200 "unerwuenschte" Auslaender  
einsperren koennen, in Friedrichshain sollte das Filmtheater "Kosmos" als =
 
Sammelstelle zweckentfremdet werden.

Waehrend die Staatsfeinde den einzelnen Sammelstellen noch zugefuehrt  
werden, ruestet der Arbeitsstab am Blankenburger Pflasterweg das  
Arbeiterwohnheim "etappenweise" mit Hochdruck zum Internierungslager um.  
Von der Uebernahme der Dienstzimmer in den einzelnen Bloecken bis hin zur =
 
"Bildung der Partei- und FDJ-Organisation der Kraefte der Volkspolizei im =
 
Internierungslager" - alles wurde minutioes geplant.

Als erstes galt es der Planung zufolge, eine funktionierende Verwaltung  
aus dem Boden zu stampfen. Block 1 und 2 des Arbeiterwohnheimes 
mussten 24 Stunden nach Befehlserteilung fuer die Internierung zur 
Verfuegung stehen, die uebrigen drei Tage spaeter.

Die Lagerinsassen sollten einer "Interniertenverwaltungsorganisation"  
unterworfen werden. Einmal eingesperrt, sollten die Auslaender einen  
"Interniertenausschuss" waehlen. Stasi-erwuenscht war eine strenge  
Lagerhierarchie, an deren Spitze ein Lagerverantwortlicher mit  
Stellvertreter, mehrere "Sektionsverantwortliche" und ihnen  
untergeordneten "Blockverantwortliche" stehen sollten. Zudem - auf jedem  
Stockwerk der dreigeschossigen Plattenbauten noch je ein  
"Etagenverantwortlicher". Mit dieser Hierarchie sollte der "maximale  
Einsatz von Internierten zu Sicherstellungs- und anderen Arbeitsleistungen=
  
innerhalb des Internierungslager" gewaehrleistet werden.

Entsprechend den Planungen, die aller Wahrscheinlichkeit nach auch in den =
 
anderen Bezirken der DDR durchgefuehrt wurden, waere das Lager unmittelbar=
  
dem Polizeipraesidium in Berlin unterstellt worden. Mit einer Ausnahme,  
der sogenannten "Operativgruppe". Nach der "Entfaltung des  
Internierungslagers" waere diese direkt an die Befehlsstrukturen der  
Abteilung VII der Stasi-Bezirksverwaltung Berlin angegliedert worden. Die =
 
"funktionalen Pflichten" dieser Gruppe sahen unter anderem vor: "Erfassung=
  
und Filtrierung der Auslaender im Internierungslager und Fortsetzung der  
Klaerung der Frage Wer ist wer? unter den Internierten". Das Wer ist wer? =
 
war eine Domaene des Staatssicherheitsdienstes und die ermittelten  
Auskuenfte eine tragenden Erkenntnissaeule in Mielkes Spitzelimperium. Die
Operativgruppe gedachte dabei auch auf bewaehrte Stasi-Mittel 
zurueckzugreifen:
die "Schaffung von inoffiziellen Kontakten unter den Internierten und  
Ausbau eines wirksamen IM-Systems". Unter den Stasi-Unterlagen befand 
sich bereits ein Vordruck zur Auflistung der Inoffiziellen Mitarbeiter unt=
er  
den Lagerinsassen.






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