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(de) Russland: Treffen der Autonomen Aktion

From I-AFD_2@anarch.free.de (FdA/IFA Hamburg)
Date Wed, 7 Mar 2001 23:11:24 -0500 (EST)


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Treffen des Projekts fuer Autonome Aktion in Kasimov, Russland

Das Projekt fuer Autonome Aktion traf sich vom 1.-4. Februar 2001 in  
Kasimov, einer kleinen Stadt mehrere hundert Kilometer suedoestlich von  
Moskau, im Hauptquartier der radikal-oekologischen Rainbow Keepers- 
Bewegung. Das Ziel des Projekts ist der Aufbau eines neuen Netzwerks oder  
einer Foederation libertaerer Kommunisten in der Region der frueheren  
Sowjetunion. Das erste Treffen ist organisiert in Novorossisk am Schwarzen  
Meer im august 2001. Zur Zeit hat die Initative Kontakte in 17 Staedten,  
von denen Krasnodar, Moskau, Nizhni Novgorod, Rostov-na-Donu, Yaroslavl,  
Perm, Sotchi und natuerlich Kasimov beim Treffen vertreten waren. Es gab  
Gaeste von den Rainbow Keepers, Tigra Nigra aus Kiev, einer Gruppe aus  
Tolyatti und einem Raetefluegel der Marxistischen Arbeiterpartei MRP,  
insgesamt ca. 30 Personen.

Die diskutierten Themen waren das Konzept der Organisation/des Netzwerks,  
Regeln der Organisation/des Netzwerks und praktische Projekte wie die  
Zeitschrift "Avtonom", Korrespondenz mit dem Ausland, ein internes  
Bulletin, der Maifeiertag 2001, Kampagnen gegen wirtschaftliche  
Globalisierung und gegen Grenzen, eine Webseite und politische Repression.

Die Diskussion ueber das Konzept war in Form eines "reflektierenden  
Seminars" organisiert, bei der ein Moderator ausserhalb der Initiative  
versuchte, den TeilnehmerInnen dabei zu helfen herauszufinden, wofuer  
genau sie sind. Die meisten Leute wollten den Aufbau einer starken und  
dynamischen Organisation, um die russische Bewegung aus der gegenwaertigen  
traurigen Lage herauszufuehren, aber es wurden keine sehr konkreten  
Vorschlaege gemacht, was dazu erforderlich ist. Nur sehr wenig Leute  
nahmen an der Diskussion ueber die Regeln [Statuten, Prinzipien] teil; es  
sieht so aus, dass eine kleine, erfahrenere Gruppe von Leuten aktiv ein  
foederatives Modell gegen [?] Netzwerk und Uniformitaet vorlegt. Aber da  
das Bewusstsein fuer die Notwendigkeiten im 'Betrieb' einer Organisation  
allgemein niedrig ist, ist es unklar, ob der Aufbau einer Foederation in  
der Praxis klappen wird und nach welchem Plan vorgegangen wird - einige  
Leute moechten bei der Konferenz im August eine Foederation gruenden,  
einige moechten das weiter aufschieben. Aber wenigstens ist die Absicht,  
etwas aufzubauen, dass den traditionellen anarchistischen Strukturen  
aehnlicher ist als die Strukturlosigkeit der autonomen Bewegung im Westen.  
Der Name Autonome Aktion wurde bei der Konferenz im letzten August  
gewaehlt, da dieser mehr Raum fuer eine Selbstdefinition in der russischen  
Gesellschaft bietet als das anarchistische Etikett. Allerdings umfasst das  
Etikett "autonom" hier Myriaden von Leuten, von Plattformisten und Anarcho- 
Kommunisten bis hin zu Leuten, die naeher an der westlichen autonomen  
Tradition sind.

Die Autonome Aktion ist die Expansion der Foederation der AnarchistInnen  
in Kuban (FAK), die cirka 1995 waehrend der Kampagne gegen den ersten  
Krieg in Tschetschenien gegruendet wurde. Im Vergleich zur noerdlichen  
MPST-AIT, ADA-IFA, den Rainbow Keepers ist die FAK eine neue Organisation.  
VeteranInnen aus diesen Gruppen und einige Leute, die seit dem  
Zusammenbruch der KAS (Konfoederation der Anarcho-Syndikalisten)  
unorganisiert waren, zogen es vor, sich ausserhalb der Autonomen Aktion zu  
halten, was bedeutet, dass die AA eine fast voellig neue Generation ist.  
Nicht viele Leute hatten offenbar eine Analyse zu den Unterschieden  
zwischen dieser neuen Initiative und den alten Gruppen, ausser das die  
alten Gruppen als zu wenig aktiv angesehen wurden.
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Uebersetzung: FdA Hamburg, e-mail: i-afd_2@anarch.free.de






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