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(de) Frankreich: Aufruf zu Solidaritaetsaktionen mit den DemonstrantInnen in Québec

From <lesnitschii@hotmail.com>
Date Sat, 14 Apr 2001 08:27:38 -0400 (EDT)


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      A - I N F O S  N E W S  S E R V I C E
            http://www.ainfos.ca/
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Als Unterzeichner (siehe unten) dieses Appells zum Widerstand gegen den 
Gipfel der Amerikas, wollen Maloka und einige andere AnarchistInnen aus 
Dijon, eine Solidaritaetskampagne durchfuehren ...

Vom 20. bis 22. April 01 wird in Québec ein "Karneval des Widerstands gegen 
den Kapitalismus" stattfinden; zeitgleich werden sich fast alle Staatschefs 
des amerikanischen Kontinents versammeln, anlaeszlich des dritten Gipfels 
der Amerikas. Nach den internationalen Demonstrationen in Seattle, Praha 
(Prag), Nice (Nizza) et cetera [Napoli (Neapel) z.B.] kuendigt sich dieses 
Treffen mit einem Klima der Repression an, was wieder massive Verhaftungen 
und Polizeiuebergriffe befuerchten laeszt. Tatsaechlich spricht mensch von 
6500 zusammengezogenen Bullen, darunter 800 Riot-Cops (CRS [in Frankreich, 
sehr unbeliebt auch]) und 500 Militaers [?!], von einer "Sicherheitszone" 
von vier bis sechs Kilometern und von einem aus aktuellem Anlasz geraeumten 
Gefaengnis fuer 600 Menschen ! Wir rufen schon jetzt zu internationaler 
Solidaritaet mit jenen auf, die in einigen Tagen in Québec demonstrieren 
werden.

Laszt uns uns auf dem laufenden halten ueber das, was auf der anderen Seite 
des Atlantiks geschieht, und laszt uns konsequent handeln, mit unseren 
Mitteln. Hier nun einige Ideen:

- Anruf bei der Botschaft (und/oder dem Konsulat, das euch am naechsten 
liegt) Kanadas, um gegen die Verhaftungen und Uebergriffe durch die Polizei 
zu protestieren, die wahrscheinlich zwischen dem 20. und 22. April 
stattfinden werden ...

- Protestbriefe an die Botschaft und die Konsulate schicken

- Soli-Versammlungen vor der Botschaft / den Konsulaten, bzw. deren 
Besetzung organisieren

Diese Liste ist zwar etwas mager ... aber die Mittel des Protests gegen den 
Kapitalismus und die Repression sind vielfaeltig. Es liegt an uns, die 
Initiative zu ergreifen !

Hier einige nuetzliche Kontake:

AMBASSADE DU CANADA, 35 avenue Montaigne, 75008 Paris;
Tel.: 01.44.43.29.00
Fax.: (konsularischer Dienst) 01.44.43.29.86
Fax.: (PR und Kommunikation) : 01.44.43.29.88

CONSULAT DU CANADA, 21 rue Bourgelat, 69002 Lyon;
Tel.: 04.72.77.64.07
Fax.: 04.72.77.65.09

CONSULAT DU CANADA, 30 avenue Emile Zola, 59000 Lille
Tel.: 03.20.14.05.78 oder 03.20.14.36.96
Fax.: 03.20.14.05.78

CONSULAT DU CANADA, 10 rue Lamartine, 06000 Nice
Tel.: 04.93.92.93.22
Fax.: 04.93.92.55.51

[Zusatz:

Kanadische Botschaft (Internationales Handelszentrum), Friedrichstraße 95 
(12. Stock), 10117 Berlin
Tel.: (030) 203120
Fax.: (030) 20312590
E-Mail: brlin@dfait-maeci.gc.ca
(FAX HOM (030) 20312-111, FAX Administration (030) 20312-112, FAX Consular 
(030) 20312-113, FAX Trade (030) 20312-115, FAX Immigration (030) 20312-134, 
FAX DND (030) 20312-118, FAX Economic (030) 20312-141, FAX Public Affairs 
(030) 20312-121, FAX Science& Tech (030) 20312-115)

Kanadisches Konsulat, Ballindamm 35, 20095 Hamburg
Tel.: (040) 460027-0
Fax.: (040) 460027-20
E-Mail: HMBRG@dfait-maeci.gc.ca

Kanadisches Konsulat, Tal 29, 80331 München
Tel.: (089) 2199 -570
Fax.: (089) 2199 -5757
E-Mail: munic@dfait-maeci.gc.ca

Kanadisches Konsulat, Benrather Strasse 8, 40213 Düsseldorf
Tel.: (0211) 172 -170
Fax.: (0211) 359 -165
E-Mail: ddorf@dfait-maeci.gc.ca

Theo Rudolf Schweiker (Honorarkonsul Kanadas), Lange Strasse 51, 70174 
Stuttgart
Tel.: (0711) 223-9678
Fax.: (0711) 223-9679
E-Mail: hcons-stuttgart@consulates-canada.de

Ende des Einschubs]

Es folgt die Verlautbarung der Anarcho-kommunistischen Foederation des 
Nordostens (NEFAC):

Internationale Deklaration libertaerer Kommunisten, Québec 2001

GEGEN DIE KAPITALISTISCHE GLOBALISIERUNG !
FUER FREIHEIT, SELBSTVERWALTUNG UND SOZIALISMUS !

Im April 2001 werden sich 34 Staatschefs Amerikas - unter Ausschlusz Kubas - 
in Québec zum dritten Gipfel der Amerikas versammeln. Die Tagesordnung der 
Verhandlungen dieses Gipfels umfaszt, u.a., das Schaffen einer 
Amerikanischen Freihandelszone (FTAA) bis zum Jahr 2005. Diese Uebereinkunft 
des Freihandels ist faktisch eine Ausweitung der schon in Nordamerika 
umgesetzten Vertraege (NAFTA), die dann vom aeuszersten Norden Kanadas bis 
Feuerland Geltung haben sollen. Das NAFTA hat Mexiko bereits zugrunde 
gerichtet, ganz zu schweigen von den Verletzungen der ArbeiterInnen, 
StudentInnen, BaEuerInnen, Arbeitslosen und RentnerInnen in Kanada und den 
USA. Daher koennen wir schon jetzt die desastroesen Folgen abschaetzen, die 
das FTAA fuer die Bevoelkerungen der Laender Amerikas zeitigen wird.

Die Freihandelsuebereinkuenfte sind ein entscheidender Teil der 
[kapitalistischen] Globalisierung und verschlimmern die schon jetzt nicht 
mehr hinnehmbare Situation. Tatsaechlich erlauben sie eine Deregulierung und 
Liberalisierung der Maerkte, d.h. sie eliminieren die "Fesseln des Handels" 
die da (z.B.) heiszen: Umweltschutz und Rechte der ArbeiterInnen. Des 
weiteren traegt das Abkommen zur Privatisierung und Kommerzialisierung alles 
moeglichen bei, sogar der fundamentalen oeffentlichen Dienste wie das 
Gesundheits- und Bildungswesen. Dieses Globalisierung genannte Phaenomen 
nimmt keinerlei Ruecksicht auf die Interessen der ueberwaeltigenden Mehrheit 
der Menschen, sondern ist einzig auf die Bereicherung dieser neuen "Herren 
der Welt", BaenkerInnen und Groszkapitalisten, gemuenzt. Das ist also die 
Globalisierung der Ausbeutung und der Pluenderung sowohl wirtschaftlich als 
auch oekonomisch ! Das ist die Globalisierung der Arbeitslosigkeit, der 
Unsicherheit ["précarité"], des Elends und der Ungerechtigkeit !

Und man will uns glauben machen, dasz all dies unvermeidlich sei ! Na gut, 
wir verweigern uns dem Fatalismus der kapitalistischen Logik. In Seattle, in 
Praha und in Nice haben wir uns verweigert. In Québec, im April 2001, werden 
wir uns noch verweigern.

Wir kaempfen fuer eine Gesellschaft ohne Grenzen, ohne Klassen, ohne 
Sexismus, ohne Rassismus; fuer eine egalitaere, selbstverwaltete 
Gesellschaft, in der jedeR sich gemaesz der eigenen Moeglichkeiten 
engagiert, in der eines/r jeden Beduerfnisse befriedigt werden. Diese 
Gesellschaft wird libertaer und solidarisch sein, ohne Staat auskommen und 
sich auf direkte Demokratie gruenden. Freiheit, Gerechtigkeit und Wuerde 
sind moeglich !

Widerstand leisten und sich dazu bekennen, sich organisieren und eine 
Alternative zum Kapitalismus aufbauen, taeglich !

FUER EINE LIBERTAERE KOMMUNISTISCHE GESELLSCHAFT !


Unterzeichner:

Northeastern Federation of Anarcho-Communists / Fédération des 
Anarcho-Communistes du Nord-Est (USA, Canada);
Al Badil al chooii al Taharouri (Libanon);
Alternative Libertaire (France);
Ceskoslovenska Anarchisticka Federace (Tschechische & Slowakische Republik);
Workers Solidarity Movement (Ireland);
Congreso de Unificación Anarco-Comunista (Chile);
Fédération anarchiste francophone (France, Belgique);
Federacja Anarchistyczna Bialystok (Polen);
Priamej Akcie - Anarchokomunistickej Organizácie Práce (Slowakische 
Republik);
Bikisha Media Collective & Zabalaza Books (South Africa);
Solidarita Organization of Revolutionary Anarchists (Tschechische Republik);
Federazione dei Comunisti Anarchichi (Italia);
Organisation Communiste Libertaire (France);
Autonomist Action (Russland);
Federation of Social Anarchists - IWA (Tschechische Republik);
Siberian Confederation of Labor (Russland);
Organizacion Socialista Libertaria (Argentinia);
Rézô Maloka (France);
Anarchist Federation (Great-Britain)

Weitere Informationen: www.nefac.org, www.indymedia.org, 
www.infoshop.org/news.html
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originaltext von rézô-maloka (maloka@chez.com)
uebersetzung von André (lesnitschii@hotmail.com)


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