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(de) Bremen: Die Stadtkommune Alla Hopp

From contraste@link-n.cl.sub.de (Contraste e.V.)
Date Mon, 13 Mar 2000 04:14:03 -0500


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      A - I N F O S  N E W S  S E R V I C E
            http://www.ainfos.ca/
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Aus CONTRASTE Nr. 186:

BREMEN: EIN WOHN- UND ARBEITSPROJEKT

Die Stadtkommune Alla Hopp

1992 haben wir das Kommuneprojekt Alla Hopp
gegruendet. Wir - das sind z.Zt. 9 FrauenLesben,
7 Maenner und 2 Kinder, die ueberwiegend aus
feministisch-autonomen, autonomen,
antipatriarchalen, oekosozialistischen sowie
Graswurzelzusammenhaengen stammen. Nachdem wir
ueber viele Jahre hinweg damit beschaeftigt waren,
uns in monatlichen Wochenendtreffen
programmatisch und gruppendynamisch zu finden
bzw. zusammenzuraufen, haben wir Mitte 1998 Ernst
gemacht und eine ehemalige Bonbonfabrik (samt
dazugehoerigem Wohnhaus) im Bremer Stadtteil
Buntentor gekauft. Da wir privates
Immobilieneigentum ablehnen, gehoert das Haus der
von uns gegruendeten Wohnungsbaugenossenschaft
"WiSe", Wohnen in Selbstverwaltung. Seitdem sind
wir in erster Linie mit umfassenden Rohbau- und
Umbauarbeiten beschaeftigt.


Was es mit der Stadtkommune Alla Hopp auf sich hat, darum
soll es jetzt gehen.


Die Idee: Wir wollen in einer Kommune leben


* weil wir ein kollektiv organisiertes Leben wollen, um
damit alltaeglicher und dauerhafter Vereinzelung vorzubeugen,

* weil wir Macht- und Herrschaftsstrukturen untereinander und
in der Gesellschaft abbauen wollen,

* weil politischer Widerstand eine kollektive Basis
braucht,

* weil wir hierarchische Entscheidungsstrukturen ablehnen und
nach dem Konsensprinzip entscheiden moechten,

* weil wir es mit einer gemeinsamen Kasse leichter finden,
ein solidarisches Leben zu fuehren.


Gemeinsam leben


Wir wollen mit einer Gruppe von 25-30 Kindern und Erwachsenen
unser alltaegliches Wohnen und Leben kollektiv,
gleichberechtigt, solidarisch und oekologisch gestalten. Wir
werden in FrauenLesben-, Maenner- und gemischtgeschlechtlichen
WGs wohnen. Ausserdem wird es
Gemeinschaftsbereiche geben - nicht nur zum taeglichen
gemeinsamen Kochen und Essen.



Politisch aktiv sein


Uns ist es nicht genug, nur fuer uns selbst ein
gleichberechtigteres und "besseres" Leben zu verwirklichen.
Vielmehr
setzen wir auch grundsaetzlich kapitalistischen, patriarchalen
und rassistischen Strukturen Widerstand entgegen, sind also
in den unterschiedlichsten politischen Teilbereichen aktiv.
Auch aus diesem Grund ist es uns wichtig gewesen, in der
Stadt zu leben. In unserem Haus wird
es Raum fuer politische Gruppen, Veranstaltungen und
kulturelle events geben.


Gemeinsam arbeiten


Neben reproduktiver, politischer und sonstiger Arbeit
wird fuer die meisten von uns Erwerbsarbeit einen nicht
unerheblichen Teil ihres Lebens darstellen. Auch diese
moechten wir kollektiv organisieren und sind deshalb dabei,
eigene Betriebe aufzubauen. Einige von uns werden
auch ausserhalb der Kommune arbeiten - sei es aus beruflichem
Interesse oder finanzieller Notwendigkeit. Perspektivisch
moechten wir die allein um der Existenzsicherung willen
geleistete Lohnarbeit auf das Noetigste beschraenken.
Darueberhinaus ueben wir uns bereits jetzt darin, die
Hierarchisierung verschiedener Formen von Arbeit
aufzuheben.


Konkret arbeiten im Moment viele von uns auf unserer
selbstverwalteten Baustelle, zu der eine Baukombo
und ein Architekturbuero gehoeren und die von unserer
Buerogruppe verwaltet wird.


Im Rahmen des Bonbonfabrik e.V. bieten wir 
Bildungsveranstaltungen zu folgenden Themen an: Lebens- und
Arbeitsperspektiven; Gesellschaftskritik und politische
Praxis; Sterben, Tod, Bestattung und Trauer. Ausserdem werden
wir ab Sommer 2000 Beratung, Begleitung und Trainings fuer
Projekte, politische Gruppen und
Einzelpersonen anbieten. Schwerpunkte sind:
Kommunikationsstrukturen, Moderation, Umgang mit Konflikten
und Veraenderungsprozessen.


Ein SchuelerInnenladen ist in Planung. Dieser ist als
Ort gedacht, an dem SchuelerInnen bei Schwierigkeiten
und Konflikten - von Schul- und Hausaufgabenproblemen bis hin
zu Problemen, die in ihrer je spezifischen Lebenssituation
wurzeln - Unterstuetzung finden und in ihrer
Freizeitgestaltung begleitet werden.

Die Planung eines so genannten Bestattungsladens
liegt derzeit auf Eis. Mit diesem ist das Ziel verknuepft, zu
einem bewussteren und "menschlicheren" Umgang mit
Sterben und Tod beizutragen, insbesondere durch das Angebot
selbstbestimmter Formen des Bestattens.


Privatdarlehen


Es bleibt - wie sollte es anders sein - die leidige Sache
mit dem Geld. Zur endgueltigen Finanzierung brauchen
wir noch viele Privatdarlehen. Deshalb: Wenn Ihr 1.000
Mark oder mehr auf der Bank, im Sparstrumpf oder unter
der Matratze liegen habt und das Geld nicht unmittelbar
braucht, leiht es doch uns. Eine Finanzierung des Baus
ueber Privatdarlehen ist fuer uns naemlich wesentlich guenstiger
als ueber Bankkredite; und ausserdem: Wer will
schon den Banken Geld in den Rachen schmeissen? Auch
wenn Ihr das Geld nur ein paar Monate entbehren koennt,
helft Ihr uns damit weiter.
Fuer die Darlehen koennen wir folgende Bedingungen bieten: 
Kredithoehe: Betraege ab 1.000 Mark
Laufzeit: ab 3 Monate; Beginn ab sofort
Verzinsung: max. 3%; je weniger desto besser
Absicherung: ueber eine Sammelgrundschuld zu Gunsten
der privaten DarlehensgeberInnen.

Wenn Ihr noch Fragen habt, ruft an oder kommt vorbei:
Stadtkommune Alla Hopp, Hardenbergstrasse 52-54,
D-28201 Bremen; Tel/Fax: 0421/5577382

*********************************************************
CONTRASTE e.V., Postfach 10 45 20, D-69035 Heidelberg, Tel.
(0 62 21) 16 24 67, Fax 16 44 89  EMail:
CONTRASTE@t-online.de
Internet: http://www.contraste.org
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